Für Krankenhaus und Notfall vorsorgen: Medikamentenplan und wichtige Dokumente griffbereit halten
Ein aktueller Medikamentenplan und wichtige medizinische Dokumente können im Krankenhaus und in einem Notfall wichtige Informationen liefern. Deshalb ist es sinnvoll, diese aktuell zu halten und so aufzubewahren, dass sie bei Bedarf schnell zur Verfügung stehen.
Den Medikamentenplan aktuell halten
Ein Medikamentenplan gibt einen Überblick darüber, welche Medikamente Sie einnehmen und wie diese angewendet werden. Ein einheitlicher Medikationsplan kann dazu beitragen, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte über die aktuelle Medikation informiert sind und mögliche Wechselwirkungen oder Unverträglichkeiten besser erkannt werden können.
Gesetzlich Versicherte, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig anwenden, haben Anspruch auf einen Medikationsplan. Dabei werden Arzneimittel berücksichtigt, deren Einnahme für mindestens 28 Tage vorgesehen ist.
Für einen Krankenhausaufenthalt sollten Sie Ihren aktuellen Medikamentenplan mitbringen.
Wichtige Unterlagen bereithalten
Neben dem Medikamentenplan können für einen Krankenhausaufenthalt weitere Unterlagen wichtig sein. Dazu gehören beispielsweise:
Versichertenkarte und Personalausweis oder Reisepass
wichtige medizinische Unterlagen wie Arztberichte, Vorbefunde, Einweisung
medizinische Ausweise (falls vorhanden) wie Allergiepass, Implantat- oder Herzschrittmacherausweis, Gerinnungsausweis, Impfpass
Kontaktdaten von Angehörigen und behandelnden Ärztinnen und Ärzten
gegebenenfalls Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht.
Eine Patientenverfügung hält schriftlich fest, ob und wie eine Person in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchte, wenn sie sich selbst nicht mehr dazu äußern kann.
Auch für einen Notfall vorsorgen
In einem Notfall kann es passieren, dass Sie selbst wichtige Fragen zu Ihrer Gesundheit nicht beantworten können. Eine Möglichkeit, wichtige Informationen vorsorglich an einem festen Ort zu hinterlegen, sind sogenannte Notfalldosen.
Ein Beispiel dafür ist die Rotkreuzdose. Sie ist insbesondere für Menschen gedacht, die regelmäßig Medikamente einnehmen, Vorerkrankungen haben, allein leben oder keine direkten Angehörigen in der Nähe haben.
In jeder Rotkreuzdose befindet sich ein Datenblatt, auf dem wichtige persönliche und gesundheitliche Angaben festgehalten werden können. Zusätzlich können beispielsweise ein Medikamentenplan sowie Kontaktdaten der Hausarztpraxis, eines Pflegedienstes und von Angehörigen hinterlegt werden. Auch das Vorhandensein einer Patientenverfügung kann vermerkt werden.
Wie funktioniert die Rotkreuzdose?
Die Dose wird immer im Kühlschrank aufbewahrt. Dazu gehören zwei Hinweisaufkleber: Einer wird an der Innenseite der Haus- oder Wohnungstür angebracht, der andere außen an der Kühlschranktür. Dadurch sollen Rettungskräfte erkennen können, dass eine Rotkreuzdose vorhanden ist und wo sie diese finden.
Leben mehrere Personen in einem Haushalt, empfiehlt das Projekt für jede Person eine eigene Dose. Ein Foto auf dem jeweiligen Datenblatt kann zusätzlich dabei helfen, die Informationen eindeutig zuzuordnen.
Wichtig: Halten Sie die Angaben aktuell. Wenn sich beispielsweise Ihre Medikamente ändern, sollten die hinterlegten Informationen direkt angepasst werden. Auch wenn sich nichts verändert hat, empfiehlt das Projekt, die Angaben spätestens nach einem Jahr noch einmal zu überprüfen. Die Besitzerinnen und Besitzer sind selbst dafür verantwortlich, dass die Informationen vollständig und aktuell sind. Die Projektseite weist außerdem darauf hin, dass nicht garantiert werden kann, dass Rettungskräfte im Einsatz tatsächlich auf die Dose zurückgreifen.
Die Rotkreuzdose ist damit eine Möglichkeit, wichtige Informationen für einen Notfall bereitzuhalten.
Weitere Informationen zur Rotkreuzdose: https://www.rotkreuzdose.de/startseite.html
Notfallinformationen können auch digital hinterlegt werden
Eine weitere Möglichkeit ist der Notfalldatensatz (NFD). Gesetzlich Versicherte können auf Wunsch Notfalldaten auf ihrer elektronischen Gesundheitskarte speichern lassen. Dazu können beispielsweise Informationen über chronische Erkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente, Allergien und Unverträglichkeiten, Implantate sowie Kontaktdaten von behandelnden Ärztinnen und Ärzten und Angehörigen gehören.
Zusätzlich kann auf der elektronischen Gesundheitskarte hinterlegt werden, wo sich beispielsweise eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht befindet. Auch hier ist wichtig, dass die gespeicherten Informationen aktuell gehalten werden.
Mehr zum Notfalldatensatz auf gesund.bund.de: https://gesund.bund.de/notfalldatensatz-nfd
Das Wichtigste auf einen Blick
Für einen geplanten Krankenhausaufenthalt sollten Sie Ihren aktuellen Medikamentenplan und wichtige medizinische Unterlagen mitnehmen.
Denken Sie auch daran, wichtige Informationen aktuell und gut auffindbar aufzubewahren. Gerade für einen Notfall gibt es verschiedene Möglichkeiten, Informationen bereitzuhalten – beispielsweise eine Notfalldose oder einen digitalen Notfalldatensatz.