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Medikamente zum Auftragen auf die Haut

Medikamente zum Auftragen auf die Haut
Aktualisiert am: 03.09.2025· Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Einige Medikamente können auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen werden, um von dort in den Körper zu gelangen – oder um Probleme wie Schmerzen an einer bestimmten Körperstelle zu behandeln.

Äußerlich anzuwendende Medikamente können aber auch die Haut pflegen und vor schädlichen Einflüssen schützen. Es gibt Darreichungsformen zur örtlichen (lokalen) Behandlung und solche, bei denen die Wirkstoffe über die Haut in den ganzen Körper gelangen sollen.

Pasten, Salben und Öle

Salben sind streichfähige Mischungen verschiedener Fette. Sie bestehen aus Fett, Öl, Wachs oder einer Kombination daraus. Typisch sind die fetthaltigen Wund- und Heilsalben.

Öle bestehen meist aus Fetten, die bei Raumtemperatur flüssig sind. Sie werden als Zusatz für Ölbäder, als Massageöle oder als ätherische Öle wie Pfefferminzöl verwendet.

Pasten sind spezielle Salben, die neben fettigen auch einen großen Anteil pulverförmiger Zusätze enthalten. Sie sind daher sehr fest und schwerer zu verstreichen. Ein Beispiel ist Zinkpaste.

Verschiedene Produkte zum Auftragen auf die Haut
Verschiedene Produkte zum Auftragen auf die Haut

Cremes, Lotionen und Schaum

Eine Creme ist eine streichfähige Mischung aus Fett und Wasser. Da der fettige und der wässrige Anteil sich normalerweise schlecht miteinander verbinden, braucht man einen Zusatzstoff (Emulgator). Er verbindet diese zwei Bestandteile miteinander und hält sie stabil. Das Ergebnis wird als Emulsion bezeichnet. Flüssigere Emulsionen auf Wasserbasis werden auch Lotion oder Milch genannt. Ist die Emulsion durch Luft aufgelockert, entsteht ein Schaum zum Auftragen.

Emulsionen aus Wasser und Öl unterscheidet man nach dem Mengenverhältnis von Öl und Wasser:

  • Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W-Emulsionen) enthalten mehr Wasser. Zu ihnen gehören zum Beispiel leichtere Cremes, die schnell einziehen, nach dem Auftragen kühlen und die Haut schnell mit Feuchtigkeit versorgen.
  • Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O-Emulsionen) enthalten dagegen mehr Öl als Wasser. Sie bilden eine Schutzschicht und speichern die Feuchtigkeit in der Haut. Sie werden für reichhaltigere Cremes und Spezialcremes für trockene Haut wie bei Neurodermitis verwendet.

Gele, Tinkturen und Puder

Gele sind eine Sonderform einer Creme auf Wasserbasis. Sie bestehen vor allem aus Quellstoffen wie Stärke, die viel Wasser mit darin gelösten Wirkstoffen binden können. Gele sind fettfrei, lassen sich gut auf der Haut verteilen und können verschiedene Wirkstoffe enthalten. Es gibt zum Beispiel Gele zur Schmerzlinderung oder juckreizstillende Mittel. Gele bilden auf der Haut einen Film und haben eine kühlende Wirkung, die dadurch entsteht, dass Wasser auf der Haut verdunstet.

Tinkturen sind flüssige Medikamente zum Auftragen. Sie werden gewonnen, indem man mit einem Lösungsmittel die Wirkstoffe aus getrockneten Pflanzen (Extrakt) herauslöst. Es können auch andere Mittel aufgelöst und als Tinktur verwendet werden – beispielsweise Jod. Als Lösungsmittel wird meistens Alkohol verwendet.

Puder werden auf die Haut gestreut und bleiben dort haften. Sie können neben dem festen Wirkstoff auch Hilfsstoffe wie Talk enthalten. Puder haben einen trocknenden Effekt und bilden einen Film, der die Haut schützt. Es gibt beispielsweise Puder gegen Juckreiz oder gegen Pilzerkrankungen.

Schüttelmixturen sind eine Mischung aus Flüssigkeit und festen Bestandteilen. Schüttelmixturen bestehen zu mindestens 50 Prozent aus Feststoffen, deswegen können sie als eine Art „flüssiger Puder“ angesehen werden. Sie enthalten sehr wenig oder gar kein Fett. Eine weiße Schüttelmixtur mit Zink wird beispielsweise bei Windpocken und Gürtelrose eingesetzt, um die Hautbläschen auszutrocknen. Da sich das Pulver absetzt, müssen diese Mixturen vor der Verwendung erst aufgeschüttelt werden.

Sprays und Pflaster

Manche Arzneistoffe können als Spray auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen werden. Solche Mittel gibt es zum Beispiel zur Wundbehandlung, Desinfektion oder zum Abschwellen der Nasenschleimhaut.

Manche Medikamente können mithilfe eines Pflasters zugeführt werden. Es gibt zum Beispiel Schmerzmittel-, Hormon- oder Nikotinpflaster. Sie geben ihren Wirkstoff über einen oder mehrere Tage in die Haut ab.

Die Gabe per Pflaster hat verschiedene Vorteile: Der Wirkstoff wird sehr gleichmäßig aufgenommen und Magen und Darm werden nicht belastet. Außerdem ist die Anwendung bequem. Solche Pflaster werden auch „Transdermale Therapeutische Systeme“ (TTS) genannt. Wichtig ist es, vor dem Aufkleben eines neuen Pflasters das alte zu entfernen und das Pflaster nicht immer an der gleichen Stelle anzubringen.

Quellen

Friedland J. Arzneiformenlehre für PTA. Stuttgart: WVG; 2013.

Hein L, Fischer JW. Taschenatlas Pharmakologie. Stuttgart: Thieme; 2019.

Herdegen T. Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie. Stuttgart: Thieme; 2024.

Kretz FJ, Reichenberger S. Medikamentöse Therapie. Arzneimittellehre für Gesundheitsberufe. Stuttgart: Thieme; 2007.

Plötz H. Kleine Arzneimittellehre für Fachberufe im Gesundheitswesen. Heidelberg: Springer; 2017.

Pschyrembel Online. 2025.

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