InformationenMund und ZähneWie funktioniert das Gebiss?

Wie funktioniert das Gebiss?

Wie funktioniert das Gebiss?
Aktualisiert am: 24.01.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Das Gebiss macht es möglich, feste Nahrung weich zu kauen und auch von harten Lebensmitteln wie etwa einem Apfel ein Stück abzubeißen und es im Mund zu zerkleinern. Neben den Zähnen ist dabei auch das Zusammenspiel aus Kieferknochen und Kaumuskeln wichtig.

Wie ist das Gebiss aufgebaut?

Die Zähne bestehen aus harter knochenähnlicher Substanz. Sie stecken in kleinen Mulden im Ober- und Unterkieferknochen, den Zahnfächern oder . Dort sind sie mit festen Fasern verankert. Die Zähne sind so in die Kieferknochen eingelassen, dass sie jeweils einen Bogen bilden. Schließt man den Mund, legen sich die beiden Zahnbögen normalerweise leicht versetzt aufeinander – sie „verzahnen“ sich.

Erwachsene haben im Ober- und Unterkiefer jeweils maximal 16 Zähne:

  • 4 Schneidezähne in der Mitte
  • links und rechts der Schneidezähne jeweils 1 Eckzahn und
  • auf jeder Seite 5 Backenzähne, auch Seitenzähne genannt.
Grafik: Ober- und Unterkiefer mit Weisheitszähnen

Warum unterscheiden sich die einzelnen Zähne?

Die Schneidezähne haben eine schmale Kante, die Eckzähne enden spitz. Beim Zubeißen schieben sich die unteren Schneidezähne an die Rückseiten der oberen Schneidezähne. Dadurch können diese vorderen Zähne mundgerechte Stücke abbeißen, zum Beispiel von einer Möhre oder einem Butterbrot.

Die Backenzähne sehen anders aus: Sie haben breite Kauflächen mit erhabenen Höckern und kleinen Vertiefungen. Beim Zusammenbeißen legen sich die Höcker der oberen Zähne in die Vertiefungen der unteren. Dadurch können sie einen Bissen zermahlen. Deshalb heißen die hinteren Backenzähne auch Mahlzähne (Molaren).

Was ist mit „Zahnwechsel“ gemeint?

Jeder Zahn ist als kleine Knospe im Kieferknochen angelegt, aus der sich der gesamte Zahn entwickelt. Wenn er sich durch das Zahnfleisch schiebt und sichtbar wird, sagt man dazu auch: „Der Zahn bricht durch.“

Die Zähne brechen ab dem sechsten Lebensmonat durch. Das Zahnen kann für ein Kind schmerzhaft sein und manchmal auch zu Fieber führen. Meist ist das erste Gebiss in einem Alter von etwa zwei Jahren vollständig und besteht dann aus 20 sogenannten Milchzähnen.

Der Schädel hat bei Kleinkindern noch nicht seine volle Größe erreicht. Da die Milchzähne nicht mitwachsen, treten ab dem sechsten Lebensjahr allmählich 32 größere Zähne an ihre Stelle – die bleibenden Zähne. Dieser Austausch wird als Zahnwechsel bezeichnet. Er gewährleistet, dass das Gebiss auch bei Erwachsenen perfekt auf die Mundgröße abgestimmt ist. Der Zahnwechsel ist in der Regel um das 18. Lebensjahr abgeschlossen, wenn die hinteren Backenzähne, die sogenannten Weisheitszähne, durchgebrochen sind. Diese Zähne sind jedoch nicht bei jedem angelegt oder brechen nur teilweise oder gar nicht durch.

Das Milchgebiss besteht nur aus 20 Zähnen
Das Milchgebiss besteht nur aus 20 Zähnen

Welche Rolle spielen Knochen und Muskeln?

Der Schädel setzt sich aus mehreren plattenförmigen Knochenstücken zusammen. Dazu gehören auch der Oberkieferknochen (Maxilla) und der Unterkieferknochen (Mandibula). In ihnen sind die Zähne verankert.

Der Oberkiefer ist fest mit anderen Schädelknochen verwachsen, der Unterkiefer jedoch nicht: Ähnlich wie eine Schaukel ist er über die beiden Kiefergelenke nur mit den Schläfenknochen beweglich verbunden.

Kiefergelenk im Detail
Kiefergelenk im Detail

Zwischen Unterkiefer und Schädel verlaufen mehrere Muskelstränge. Spannen sich die Muskeln an, ziehen sie den Unterkiefer fest an den Oberkiefer heran. Dadurch können die Zähne kräftig zusammenbeißen. Lassen die Muskeln locker, öffnet sich der Mund wieder. Einige Muskelfasern können das Öffnen aktiv unterstützen. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Muskelgruppen kann der Unterkiefer auch leicht zur Seite oder nach vorn und hinten verschoben werden. Dadurch lässt sich die Nahrung zwischen den Backenzähnen gut zermahlen.

Die Kiefergelenke verbinden den Unterkiefer mit dem Schädel
Die Kiefergelenke verbinden den Unterkiefer mit dem Schädel
Quellen

Lippert H. Lehrbuch Anatomie. München: Urban und Fischer; 2020.

Menche N. Biologie Anatomie Physiologie. München: Urban und Fischer; 2023.

Pschyrembel Online. 2025.

Inhalt teilen

Passende Anbieter zu diesem Artikel