Behandlung einzelner Metastasen

Einleitung
Bei metastasiertem Brustkrebs hat der Tumor Absiedlungen in anderen Körperbereichen oder Organen gebildet, etwa in den Knochen, der Haut, der Lunge, der Leber und dem Gehirn. Manche dieser Metastasen können auch einzeln behandelt werden. Dies hängt davon ab, wo sie sich bilden.
Metastasen in den Knochen
Wenn Metastasen im Skelett auftreten, stören die Krebszellen den Auf- und Abbau von Knochen. Dadurch wird die Stabilität der Knochen beeinträchtigt, sodass sie schneller brechen können.
Knochenschmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln lindern. Die Metastasen können mit einer Strahlentherapie behandelt oder auch operiert werden. Das soll die Knochen stabiler machen, um Knochenbrüchen vorzubeugen, und ebenfalls Schmerzen lindern.
Außerdem gibt es Medikamente, die den Knochenabbau hemmen. Sogenannte Bisphosphonate können zwar nicht ganz verhindern, dass Knochen durch Metastasen geschädigt werden. Sie bremsen den Abbau aber zumindest so weit ab, dass Brüche seltener vorkommen oder vermieden werden können. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie das Absterben von Gewebe im Kieferknochen (Kiefernekrose) sind selten.
Ein weiteres Medikament, das den Knochenabbau hemmt, ist Denosumab. Der Wirkstoff kann zu Durchfall, Schwitzen und Kurzatmigkeit sowie zu Schmerzen in Muskeln und Knochen führen und den Kalziumstoffwechsel stören. Denosumab geht häufig mit einer Kiefernekrose einher und kann zudem das Risiko für einen anderen bösartigen Tumor erhöhen.
Metastasen in inneren Organen und der Haut
Wenn Metastasen in inneren Organen – etwa in der Lunge oder Leber – oder in der Haut auftreten, ist eine operative Behandlung dieser Metastasen möglich, wenn
- Metastasen nur in einem Lungenflügel oder Leberlappen auftreten (nicht in beiden),
- der Tumor nicht wieder am selben Ort aufgetreten ist (Rezidiv),
- sich kein zweiter Tumor entwickelt hat und
- die erste Behandlung bei Auftreten der Metastasen mindestens ein Jahr zurückliegt.
Metastasen in nur einem Leberlappen können auch mit einer Radiofrequenzablation (RFA), einer Chemoembolisation oder einer stereotaktischen Bestrahlung behandelt werden. Bei diesen Verfahren wird das Tumorgewebe gezielt durch Hitze, Einbringen von Medikamenten, Verschließen der Blutgefäße oder punktgenaue Bestrahlung so stark geschädigt, dass es nicht mehr wachsen kann. An diese Therapien schließt sich in der Regel eine medikamentöse Behandlung an.
Der Tumor kann auch Absiedlungen im Lungenfell bilden, das die Lungenflügel überzieht. Dadurch kann sich vermehrt Flüssigkeit in der sogenannten Pleurahöhle – dem schmalen Spalt zwischen Lunge und Rippen – ansammeln. Fachleute sprechen dann von einem Pleuraerguss. Er kann zu Atembeschwerden und Schmerzen führen. Mit einer Operation kann dieser Spalt geschlossen werden, sodass sich dort keine Flüssigkeit mehr ansammeln kann.
Begrenzte Hautmetastasen oder Metastasen in den Muskeln können operativ entfernt oder bestrahlt werden. Wenn die Metastasen noch relativ klein sind und an der Hautoberfläche liegen, kann manchmal auch eine Salbe mit einem chemotherapeutischen Wirkstoff helfen.
Metastasen im Gehirn
Metastasen im Gehirn können mit starken Schmerzen einhergehen. Diese können unter anderem durch eine Schwellung verursacht werden oder dadurch, dass sich Flüssigkeit im Gehirn ansammelt. Je nachdem wo sich die Metastasen befinden, kann es auch zu Folgeerscheinungen wie Gleichgewichtsstörungen oder Lähmungen kommen.
Einzelne Hirnmetastasen können operiert und die betroffene Stelle im Gehirn anschließend bestrahlt werden. Wenn sich mehrere Metastasen im Gehirn entwickelt haben, wird das ganze Gehirn bestrahlt. Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte Radiochirurgie: Dabei werden hoch dosierte Strahlen auf einen genau abgegrenzten Bereich im Gehirn gerichtet. Dadurch wird das umliegende Gewebe einer geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt als bei der Bestrahlung des ganzen Gehirns.
Schmerzen und andere Folgen der Schwellung des Gehirns können mit Medikamenten gelindert werden.
Quellen
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