Grippe
Einleitung
Vormittags fühlt man sich noch fit – am Abend liegt man mit Fieber und Schüttelfrost im Bett und fühlt sich richtig krank. So ein plötzlicher Beginn ist typisch für eine Grippe (Influenza). Manchmal verursacht eine Grippe aber auch keine oder nur leichte Beschwerden wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Dann ähnelt sie einer Erkältung. Erkältungen – auch grippale Infekte genannt – sind aber etwas anderes als eine „echte“ Grippe: Sie sind viel häufiger, entwickeln sich meist allmählich und verlaufen meist harmlos.
Bei einer Grippe sind im weiteren Verlauf Komplikationen wie eine Lungenentzündung möglich. Das gilt insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen wie einer chronischen Lungenerkrankung oder Diabetes.
Die Grippe wird durch Viren ausgelöst. Gegen Grippeviren gibt es bisher nur Medikamente, die allenfalls die Dauer der Erkrankung leicht verkürzen. Man kann jedoch einiges tun, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Außerdem gibt es eine Impfung, die beispielsweise für ältere und chronisch kranke Menschen empfohlen wird.
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Symptome
Typisch für eine Grippe ist, dass sie nicht nur die Atemwege, sondern den ganzen Körper betrifft. Oft setzt sie schnell und mit recht starken Beschwerden wie Fieber, Schmerzen und Abgeschlagenheit ein. Dieses typische Bild hat aber nur etwa ein Drittel der Erkrankten. Die Grippe-Beschwerden können auch milder oder weniger typisch sein und einer Erkältung ähneln. Ein weiteres Drittel der Erkrankten bemerkt die Infektion gar nicht.
Zu den Symptomen einer Grippe gehören:
- Fieber zwischen 38° C und 40° C oder höher
- Muskel- und Gelenkschmerzen im ganzen Körper („Myalgie“ und „Arthralgie“)
- Kopfschmerzen
- Halsschmerzen
- Schüttelfrost
- starke Abgeschlagenheit und ausgeprägtes Krankheitsgefühl
- trockener Husten ohne Schleim
- verstopfte und / oder laufende Nase
- Appetitlosigkeit
- starke Müdigkeit
Selten kommt es zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.
Bei grippeähnlichen Symptomen kann es ratsam sein, eine Ärztin oder einen Arzt hinzuzuziehen. Dies gilt vor allem für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen.
Verlauf und Folgen
Eine Grippe kann unterschiedlich verlaufen. Wie sie sich entwickelt, lässt sich nicht anhand der Beschwerden zu Beginn vorhersagen. Auch wenn die Symptome anfangs nur leicht sind: Die Grippe kann später stärker werden und zu Komplikationen führen.
Meist merkt man die ersten Symptome 1 bis 2 Tage, nachdem man sich mit den Grippeviren angesteckt hat. Das Schlimmste ist dann in der Regel innerhalb einer Woche überstanden. Bis die Symptome ganz verschwunden sind, kann es aber etwas länger dauern. Vor allem der Husten kann hartnäckig sein: Manchmal dauert er 2 bis 3 Wochen.
Recht häufig führt die Grippe zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Dabei füllen sich die Hohlräume rund um die Nase mit Flüssigkeit und Schleim. Eine Nasennebenhöhlenentzündung äußert sich häufig durch Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase. Bei Kindern kommt es hingegen oft zu einer Mittelohrentzündung.
Selten nimmt die Grippe einen schweren Verlauf und führt zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung (Pneumonie). Ob es dazu kommt, hängt beispielsweise vom eigenen Gesundheitszustand ab und davon, welche Grippeviren in einem Jahr zirkulieren. Weitere mögliche Komplikationen sind eine Herzmuskel- oder Gehirnentzündung. Ein schwerer Verlauf zeigt sich häufig nach 3 bis 10 Tagen. Dieses Risiko für einen schweren Verlauf mit Komplikationen haben insbesondere Menschen mit einem schwächeren Immunsystem. Das sind zum Beispiel:
- Menschen ab 60 Jahren
- Säuglinge und Kleinkinder
- schwangere Frauen, im letzten Drittel der Schwangerschaft
- Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Leber- oder Nierenkrankheiten, multipler Sklerose oder HIV
Vorbeugung
Grippeviren verbreiten sich über sogenannte Tröpfcheninfektionen: Wer infiziert ist, versprüht insbesondere in den ersten Tagen beim Sprechen, Husten oder Niesen winzige virenhaltige Tröpfchen. Die werden dann von anderen Menschen eingeatmet oder lagern sich auf Oberflächen ab. Auch beim Naseputzen gelangen Viren auf das Taschentuch und die Hände. Über Gegenstände wie Türklinken oder Haltegriffe in Bus und Bahn, die von vielen Menschen angefasst werden, werden Viren leicht von Person zu Person übertragen. Durch direkten Kontakt wie Händeschütteln oder Umarmungen werden Erkältungs- und Grippeviren ebenfalls übertragen.
Für eine Ansteckung müssen die Viren von den Händen in Auge, Mund oder Nase gelangen. Das passiert leicht, wenn man sich im Gesicht berührt.
Um sich und andere vor Grippeviren zu schützen, ist es daher am besten, ihre Verbreitung zu verhindern. Konkret bedeutet das zum Beispiel:
- häufig gründlich die Hände mit Seife waschen
- in die Armbeuge oder ein Taschentuch und nicht in die Hände husten oder niesen
- sich möglichst wenig ins Gesicht fassen
- regelmäßig lüften
- keine benutzten Taschentücher herumliegen lassen
- bei Erkältungsbeschwerden insbesondere in den ersten Tagen mit möglichst wenigen Menschen Kontakt haben
Auch ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz kann dabei helfen, sich selbst und andere vor einer Ansteckung zu schützen.
Eine wirksame Möglichkeit zum Schutz vor Grippeviren ist die Grippeimpfung. Sie wird jedes Jahr im Herbst vor allem Menschen mit einem höheren Risiko für Komplikationen angeboten.
Behandlung
Bei einer Grippe ist es zunächst wichtig, sich zu schonen, bis die Beschwerden vorüber sind. Insbesondere bei Fieber oder Husten empfehlen Ärztinnen und Ärzte, ausreichend zu trinken.
Um Grippebeschwerden zu lindern oder weil es ihnen guttut, nutzen viele Menschen Hausmittel wie Hühnerbrühe, Kräutertees oder das Einatmen von Wasserdampf (Inhalieren). Wissenschaftliche Belege, dass sich dadurch die Genesung beschleunigt, gibt es allerdings nicht.
Schmerzmittel wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS, zum Beispiel in „Aspirin“) und Ibuprofen können Schmerzen lindern und das Fieber senken.
Gegen eine verstopfte Nase kommen abschwellendes Nasenspray oder Nasentropfen für ein paar Tage infrage. Um den Hustenreiz zu lindern, kann man durch Trinken den Rachen feucht halten und Auslöser wie trockene Luft oder Rauch meiden. Man kann auch pflanzliche Mittel beispielsweise mit Efeu-, Thymian- oder Primelwurzel-Extrakten ausprobieren.
Neben diesen rezeptfreien Medikamenten gibt es spezielle Grippemedikamente. Sie kommen für Menschen mit Grippe infrage, die ein erhöhtes Risiko für ernsthafte Komplikationen haben. Grippemedikamente sollen die Erkrankungsdauer verkürzen. In Deutschland wird insbesondere Oseltamivir (Handelsname Tamiflu) und Zanamivir (Handelsname Relenza) eingesetzt. Oseltamivir ist verschreibungspflichtig und sollte innerhalb von zwei Tagen nach Erkrankungsbeginn eingenommen werden.
Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und nicht gegen Grippe-Viren. Daher können sie nur helfen, wenn sich zusätzlich zur Virusinfektion Bakterien in den Atemwegen angesiedelt haben. Wenn keine Folgeerkrankungen auftreten, die auf eine bakterielle Infektion hindeuten, ist die Einnahme von Antibiotika bei Grippe sinnlos.
Weitere Informationen
Die kinderärztliche oder hausärztliche Praxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Praxis zu finden. Mit einer Frageliste kann man sich auf das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten.
Das Robert Koch-Institut hat auf seiner Website Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippe zusammengestellt.
Quellen
Herausgeber:gesundheitsinformation.de
Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Influenza (Grippe). 2025.
Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Pandemievorsorge. 2023.
Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Preventing Seasonal Flu. 2025.
Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Signs and Symptoms of Flu. 2024.
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Robert Koch-Institut (RKI). Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Grippe (Influenza). 2026.
Robert Koch-Institut (RKI). Influenza (Teil 1): Erkrankungen durch saisonale Influenzaviren. RKI-Ratgeber. 2026.
Robert Koch-Institut (RKI). Masken zur Infektionsprävention. 2023.
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