Hilft eine Arthroskopie bei Kniearthrose?

Einleitung
Zur Behandlung von Kniearthrose wird mitunter eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) empfohlen. Dabei wird das Kniegelenk gespült, manchmal werden auch die Knorpelflächen geglättet. Studien zeigen jedoch, dass dieser Eingriff nicht hilft.
Eine Kniearthrose entsteht, wenn der Knorpel an den Gelenkflächen des Knies dünner wird und seine Schutzfunktion nicht mehr richtig erfüllt. Dies führt zu Schmerzen und verminderter Beweglichkeit. Die Schmerzen treten zunächst nur bei Belastung auf, später auch in Ruhe oder nachts. Wenn die Arthrose fortschreitet, kann das Gelenk verknöchern und sich verformen.
Zur Behandlung empfehlen manche Ärztinnen und Ärzten eine Kniearthroskopie. Das oft erklärte Ziel – die Beschwerden dauerhaft zu beseitigen oder zumindest zu lindern – lässt sich mit dem Eingriff jedoch nicht erreichen. Er kann zudem Nebenwirkungen haben und zu Komplikationen führen. Dazu gehören tiefe Venenthrombosen, Blutungen, Infektionen und Schmerzen. Außerdem dauert es einige Wochen, bis man sich von einer Arthroskopie erholt hat.
Was passiert bei einer Arthroskopie?
Eine Arthroskopie ist ein chirurgischer Eingriff, der eine örtliche Betäubung oder Vollnarkose erfordert. Dabei wird durch einen kleinen Schnitt in die Haut und Gelenkkapsel zunächst ein Arthroskop in das Kniegelenk eingeführt. Das Arthroskop ist eine Sonde mit kleiner Kamera, die es ermöglicht, in das Gelenkinnere zu sehen. Die Gelenkspiegelung eignet sich deshalb auch zur Untersuchung des Kniegelenks.
Meist wird die Arthroskopie aber nicht nur zur Diagnose, sondern auch therapeutisch eingesetzt. Dazu werden über einen zweiten Schnitt feine Instrumente wie Scheren oder Fräsen in das Gelenk eingeführt.
Bei der therapeutischen Arthroskopie gibt es zwei Möglichkeiten:
- Lavage (Gelenkspülung): Dabei wird das Gelenk mit einer Kochsalzlösung gespült. Durch die Spülung sollen in der Gelenkflüssigkeit schwimmende Partikel wie Knorpel- und Gewebefasern entfernt und eine vielleicht bestehende Entzündungsreaktion im Gelenk beruhigt werden.
- Debridement: Beim Debridement (englisch = Wundsanierung) werden mit verschiedenen Instrumenten raue Knorpeloberflächen geglättet und losgelöste Knorpelteile entfernt. Anschließend wird das Gelenk gespült.
Kann eine Arthroskopie helfen?
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Bern (Schweiz) untersucht, ob eine therapeutische Arthroskopie bei Kniearthrose hilft. Dazu wertete die Forschergruppe 11 Studien mit insgesamt etwa 1200 Frauen und Männern aus. Die Studien dauerten zwischen 6 und 36 Monaten.
In fünf Studien wurde untersucht, ob es Patientinnen und Patienten nach einer Kniespülung besser ging als solchen, die diese Behandlung nicht bekamen. In einigen Studien erhielt eine Teilnehmergruppe eine Arthroskopie, in den anderen wurde der Eingriff nur vorgetäuscht.
Das Ergebnis dieser Studien zeigte eindeutig, dass die therapeutische Arthroskopie nicht hilft: Nach einer Arthroskopie hatten die Teilnehmenden nicht weniger Schmerzen und Beschwerden als die der Vergleichsgruppen ohne diese Behandlung.
In den anderen sechs Studien wurde untersucht, wie die therapeutische Arthroskopie im Vergleich zu anderen Behandlungen abschneidet. Auch hier zeigten sich keine Vorteile.
Quellen
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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