Operationen

Einleitung
Ein verkrümmter Penis kann operativ begradigt werden. Der Ursprungszustand lässt sich aber nicht wiederherstellen: Je nach OP-Verfahren kann es beispielsweise sein, dass die Vorhaut entfernt werden muss oder der Penis nach der Operation etwas kürzer ist. Weil die Eingriffe auch Risiken und Nebenwirkungen haben, lohnt es sich, die Vor- und Nachteile gut abzuwägen.
Eine Penisverkrümmung entsteht, weil Teile des Bindegewebes rund um die Schwellkörper des Penis vernarben und Knötchen bilden – sogenannte Plaque. Da sich das verhärtete Gewebe nicht mehr ausdehnen kann, verformt sich der Penis bei einer Erektion.
Aus medizinischer Sicht ist eine Peniskrümmung ungefährlich. Wenn sich ein Mann nicht daran stört, ist keine Behandlung nötig. Eine nur leichte Penisverkrümmung wirkt sich normalerweise kaum auf das Sexualleben aus.
Penisverkrümmungen können zunächst konservativ, also ohne OP behandelt werden, insbesondere mit Geräten zur Streckung des Penis. Bei stärkeren Krümmungen, Dellen und anderen Verformungen kommt eine Operation infrage – oder wenn es mit konservativen Behandlungen nicht gelingt, den Penis ausreichend zu begradigen. Jede Operation hat aber Risiken und Nebenwirkungen. Dazu gehören die allgemeinen Risiken einer Narkose wie Übelkeit oder Kreislaufprobleme sowie die besonderen Risiken des jeweiligen Eingriffs.
Vorbereitung
Wie umfangreich die Vorbereitung ist, richtet sich nach der Art der Operation und danach, ob eine ansonsten gesunde Person, ein älterer Mensch oder ein Kind operiert werden soll. Muss in einem Notfall rasch operiert werden, ist zudem oft keine Zeit für eine Vorbereitung.
Bei größeren Eingriffen können viele Voruntersuchungen in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus nötig sein. Bei den meisten Operationen reicht es aber aus, kurz vorher in die Klinik zu gehen.
Wichtig ist, dass die operierenden Ärztinnen und Ärzte über Vorerkrankungen, Allergien oder Blutgerinnungsstörungen sowie über die Einnahme von Medikamenten informiert sind.
Das Aufklärungsgespräch
Im Aufklärungsgespräch vor einer OP erklärt die Ärztin oder der Arzt den Eingriff, seinen Umfang und Ablauf. Bei der Aufklärung müssen außerdem die Erfolgsaussichten und die Risiken der Operation beschrieben werden. Thema ist auch, welche Folgen wie etwa Schmerzen die OP hat, was in der Zeit der Nachbehandlung zu beachten ist und wie lange man nicht arbeiten kann. Im Krankenhaus gehört zur Aufklärung zudem ein Gespräch mit einer Narkoseärztin oder einem Narkosearzt. Es kann helfen, sich Fragen vorab aufzuschreiben. Außer in Notfällen darf ohne Aufklärungsgespräch nicht operiert werden. Nach dem Gespräch wird per Unterschrift bestätigt, dass man über den Eingriff und seine Risiken aufgeklärt wurde und der OP zustimmt.
Zur Vorbereitung auf das Aufklärungsgespräch ist es hilfreich, alle noch offenen eigenen Fragen zur OP aufzuschreiben. Im Gespräch selbst sollte man sich nicht scheuen, Ängste und Unsicherheiten anzusprechen. Auch organisatorische Fragen können geklärt werden – zum Beispiel, wer einen nach einer ambulanten Operation nach Hause begleitet.
Wie lange muss man vor einer Vollnarkose nüchtern bleiben?
In der Regel dürfen Kinder und Erwachsene sechs Stunden vor einer Vollnarkose nichts mehr essen und zwei Stunden vorher nichts mehr trinken. Säuglinge dürfen meist vier Stunden vor einer Operation nicht mehr gestillt werden oder Flaschennahrung erhalten.
Vor der OP werden meist Medikamente gegeben, die das Einleiten der Narkose erleichtern – zum Beispiel Beruhigungsmittel oder Mittel, die die Speichel- oder Magensäureproduktion hemmen.
Die Operation
Bei größeren Eingriffen im Krankenhaus wird man zuerst in den sogenannten Einleitungsraum des OP-Bereichs gebracht. Meist wird hier die Narkose (Anästhesie) vorbereitet und eingeleitet. Sie ist nötig, damit während des Eingriffs keine Schmerzen spürbar sind. Es gibt drei verschiedene Arten der Narkose:
- örtliche Betäubung (lokale Anästhesie) bei kleineren, meist oberflächlichen Eingriffen.
- Betäubung größerer Bereiche (regionale Anästhesie) wie ein Arm, ein Bein oder auch die untere Körperhälfte.
- Vollnarkose bei größeren Eingriffen oder wenn keine Lokal- oder Regionalanästhesie möglich oder gewünscht ist. Eine Vollnarkose kann auch bei Kindern oder Menschen nötig sein, die große Angst vor dem Eingriff haben.
Bei einer Klinik-OP unter Vollnarkose sind im Operationssaal neben den operierenden Ärztinnen und Ärzten auch OP-Schwestern, -Pfleger und andere Fachkräfte anwesend. Eine Narkoseärztin oder ein Narkosearzt überwacht während der gesamten OP den Kreislauf, die Herzfunktion und die Atmung. Dazu wird man an spezielle Geräte angeschlossen, bei einer Vollnarkose auch an ein Beatmungsgerät.
Die Operationsrisiken hängen sehr stark von der Art des Eingriffs ab, aber auch vom Alter oder den Vorerkrankungen einer Patientin oder eines Patienten. Auch die Erfahrungen der Operateure spielen eine Rolle. Bei jeder Narkose besteht zudem ein Risiko für Komplikationen, zum Beispiel für Abfall oder Anstieg des Blutdrucks oder des Pulses. Bei Vollnarkosen sind Nebenwirkungen häufiger als bei Teilnarkosen. Ernsthafte Probleme durch die Narkose sind heute jedoch sehr selten.
Nachbehandlung
In Krankenhäusern werden frisch Operierte nach einer Vollnarkose in den sogenannten Aufwachraum gebracht. Hier werden sie noch eine Zeit lang von Anästhesie-Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten betreut und überwacht, bevor sie wieder zurück auf die Station verlegt werden. Geräte messen den Puls, den Blutdruck und die Herzaktivität.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen direkt nach Operationen gehören Benommenheit, Übelkeit, Kreislaufprobleme durch die Vollnarkose, aber auch Schmerzen infolge des Eingriffs. Es ist wichtig, das medizinische Personal auf solche Beschwerden aufmerksam zu machen, damit sie ausreichend behandelt werden können. Denn wer starke Schmerzen hat, erholt sich meist nur langsam von einem Eingriff. In der Regel lassen sich Neben- und Folgewirkungen einer OP gut mit Medikamenten lindern.
Nach einer Bauchoperation darf meist solange nichts gegessen werden, bis sich der Darm wieder bewegt. Nach anderen Operationen ist Essen und Trinken wieder möglich, sobald die Narkose abgeklungen ist.
Nach größeren Eingriffen ist es normalerweise nötig, noch einige Tage im Krankenhaus zu bleiben. In der Zeit der Nachbehandlung kommt es vor allem darauf an, dass die Operationswunden gut heilen und man so schnell es geht wieder auf die Beine kommt. Längere Bettruhe nach Operationen ist heute die Ausnahme. Meist werden Patientinnen und Patienten dazu ermuntert, nach dem Eingriff sobald es geht wieder aufzustehen und sich zu bewegen.
Nach kleineren Eingriffen ist es oft möglich, sich schon kurz nach dem Abklingen der Betäubung abholen zu lassen und nach Hause zu gehen.
Rehabilitation
An manche Operationen schließt sich eine Rehabilitation an, die mehrere Wochen dauern kann. Diese „Anschlussheilbehandlung“ kann ambulant oder stationär angeboten werden. Durch eine Rehabilitation sollen Patientinnen und Patienten nach einem Eingriff so zu Kräften kommen, dass sie ihren normalen Alltag wiederaufnehmen können. Ein wichtiger Bestandteil einer Rehabilitation ist oft eine physiotherapeutische Behandlung. Ihr Ziel ist, zum Beispiel ein operiertes Gelenk wieder beweglich zu machen und die Muskulatur zu kräftigen.
Weitere Informationen
Vor jeder Behandlung haben Patientinnen und Patienten das Recht, sich ausführlich und verständlich über Vor- und Nachteile und über Alternativen aufklären zu lassen. Diese Rechte sind im deutschen Patientenrechtegesetz verankert.
Bei bestimmten Eingriffen sind Ärzte dazu verpflichtet, auf das Recht auf eine zweite Meinung hinzuweisen.
In Deutschland gibt es zudem ein breites Angebot zur persönlichen Beratung und Unterstützung im Krankheitsfall.
Weitere Informationen bietet die Broschüre „Ratgeber Krankenhaus“ des Bundesministeriums für Gesundheit. Suchportale für Kliniken wie zum Beispiel die „Weisse Liste“ helfen bei der Suche nach dem passenden Krankenhaus für eine bestimmte Operation.
Was Studien sagen
Mehr Wissen
Extras
Quellen
Berufsverband deutscher Anästhesisten (BDA). Die meistgestellten Fragen zur Allgemeinanästhesie. 2021.
Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Ratgeber Krankenhaus - Was Sie zum Thema Krankenhaus wissen sollten. 2021.
Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). Informiert und selbstbestimmt - Ratgeber für Patientenrechte. 2017.
Sawicki PT. Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Ein randomisierter simultaner Sechs-Länder-Vergleich aus Patientensicht. Med Klin 2005; 100(11): 755-768.
Statistisches Bundesamt (Destatis). Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik): Operationen und Prozeduren der vollstationären Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern (4-Steller) - 2018. 2019.