Seborrhoisches Ekzem

Einleitung
Entzündungshemmende und gegen Pilze wirkende Cremes und Shampoos können die Symptome eines seborrhoischen Ekzems bei Jugendlichen und Erwachsenen lindern. Diese Mittel helfen aber nur zeitlich begrenzt – das heißt, sie lassen den Hautausschlag nicht dauerhaft verschwinden.
Wer als Jugendlicher oder Erwachsener ein seborrhoisches Ekzem bekommt, hat immer wieder mit geröteten oder aufgehellten, schuppenden Flecken am Kopf und im Gesicht zu tun. In manchen Zeiten beruhigt sich die Haut, aber das Ekzem kehrt oft wieder zurück.
Verschiedene Mittel können den Ausschlag in akuten Phasen der Hauterkrankung in Schach halten. Die jeweiligen Wirkstoffe werden zum Beispiel als Cremes, Gele oder Lotionen angewendet. Es ist ratsam, mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, welches Präparat zum eigenen Hauttyp passt – bei trockener Haut zum Beispiel ein fetthaltigeres Mittel. Wer den Ausschlag auf dem Kopf hat, kann ein wirkstoffhaltiges Shampoo verwenden. Für eher trockenes oder lockiges Haar, das keine so häufige Haarwäsche braucht, gibt es zur Behandlung auch speziellen Haarschaum, der nicht ausgespült werden muss.
Ein seborrhoisches Ekzem bei Babys heilt von selbst aus und muss nicht behandelt werden.
Symptome
Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind Hautflecken, die mit gelblichen, fettig glänzenden Schuppen besetzt sind. Auf heller Haut erscheinen die Flecken rot. Auf dunkler Haut sehen die schuppigen Stellen eher wie hellere Flecken aus. Sie jucken normalerweise nicht.
Die Flecken bilden sich vor allem an Hautstellen mit vielen Talgdrüsen, typischerweise
- an der behaarten Kopfhaut und am Haaransatz,
- an und zwischen den Augenbrauen,
- an den Wangen und dort vor allem in den Hautfalten, die von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln ziehen.
Der Ausschlag kann sich auch auf andere Körperbereiche ausbreiten, häufig über dem Brustbein und auf dem Rücken im Bereich der Brustwirbelsäule. Auch Hautfalten können betroffen sein – zum Beispiel unter der Brust sowie in der Achsel- oder Leistenregion. Bei Männern kommen die Flecken manchmal auch im Genitalbereich vor.
Bei Säuglingen ist meist der Kopf betroffen.
Ursachen und Risikofaktoren
Vermutlich führen mehrere Faktoren zu den schuppigen Hautflecken. Zum Beispiel können eine erhöhte Talgbildung der Talgdrüsen und die normalerweise unproblematische Besiedlung der Haut mit einem Hefepilz (Malassezia furfur) an der Entstehung des Ekzems beteiligt sein.
Auch Bakterien, Stress, eine familiäre Veranlagung, Hormone, Nervenerkrankungen wie etwa Parkinson und ein geschwächtes Abwehrsystem können eine Rolle spielen. Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem haben zudem ein erhöhtes Risiko, an einer schwereren Form des seborrhoischen Ekzems zu erkranken, die sich auf die gesamte Haut ausbreitet und nicht so leicht behandeln lässt.
Häufigkeit und Verlauf
Das seborrhoische Ekzem kommt häufig vor: Etwa 3 bis 10 von 100 Menschen haben damit zu tun. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Typischerweise tritt der schuppige Hautausschlag zum ersten Mal im jüngeren Erwachsenenalter oder ab dem 50. Lebensjahr auf.
Die Erkrankung verläuft bei Jugendlichen und Erwachsenen chronisch mit mal mehr, mal weniger stark ausgeprägten Symptomen. Die Hautveränderungen können auch für eine gewisse Zeit ganz abklingen – oft im Sommer. Sie kehren dann aber zum Beispiel im Winter oder in Stressphasen wieder zurück.
Diagnose
Wenn schuppige, nicht juckende Hautrötungen oder -aufhellungen an den typischen Stellen auftreten, ist die Diagnose einfach. Meist reichen ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese) und eine anschließende körperliche Untersuchung aus. Die Ärztin oder der Arzt versucht dabei vor allem, andere Hauterkrankungen auszuschließen, die dem seborrhoischen Ekzem ähneln können. Dazu gehören die Schuppenflechte (Psoriasis) oder die Neurodermitis (atopische Dermatitis). Bei diesen Erkrankungen verändert sich die Haut aber in der Regel an anderen Körperstellen. Bei Neurodermitis jucken die entzündlichen Hautveränderungen und bestehen auf heller Haut aus unscharf begrenzten Rötungen und teilweise kleinen Bläschen. Auf dunkler Haut wirken von Neurodermitis betroffene Stellen noch dunkler als die umgebende Haut. Außerdem entstehen anstatt Bläschen eher kleine, feste Knötchen (Papeln).
Nur selten sind weitere Untersuchungen erforderlich. So kann mithilfe eines Abstrichs im Labor geprüft werden, ob es sich um eine bakterielle Hautinfektion wie die Borkenflechte handelt. Eine Gewebeprobe (Biopsie) ist in der Regel nicht nötig.
Behandlung
Jugendliche und Erwachsene können die entzündeten Hautstellen mit bestimmten Medikamenten zum Auftragen behandeln, um die Beschwerden zu lindern. Infrage kommen zum Beispiel:
- teerhaltige Shampoos
- Cremes mit Salicylsäure
- Cremes oder Shampoos mit Antipilzmitteln
- entzündungshemmende Cremes oder Gele mit Kortison
Medikamente einzunehmen, ist in der Regel nicht nötig. Weil das Ekzem durch Sonnenlicht zurückgehen kann, probieren manche auch eine Fototherapie mit UV-B-Licht aus.
Eine Behandlung, die ein seborrhoisches Ekzem dauerhaft heilen kann, gibt es nicht.
Bei Säuglingen ist normalerweise keine Behandlung nötig, da das Ekzem bei ihnen von allein abheilt.
Leben und Alltag
Ein seborrhoisches Ekzem ist harmlos, kann für Jugendliche und Erwachsene aber dennoch belastend sein: Die schuppigen Flecken bilden sich oft im Gesicht und sind dann für andere sichtbar. Zudem können sie einen ein Leben lang begleiten. Wer sich in seiner Haut sehr unwohl fühlt, kann mit seiner Ärztin oder seinem Arzt über Möglichkeiten sprechen, zum Beispiel mithilfe einer Verhaltenstherapie anders mit der Erkrankung umgehen zu lernen.
Die entzündeten Hautstellen aus Scham ständig unter einem dicken Make-up zu verbergen, ist nicht sinnvoll, da dies die Hautporen verschließt. Ab und zu ein leichtes Make-up aufzutragen, ist aber kein Problem. Zur Pflege der Haut eignen sich milde, nicht zu fetthaltige Pflegeprodukte.
Ein besonderer Sonnenschutz ist bei einem seborrhoischen Ekzem nicht nötig. Licht und Luft an die Haut zu lassen, zum Beispiel am Strand, kann die Beschwerden vielmehr lindern. Es genügt, sich je nach Hauttyp angemessen vor UV-Strahlen zu schützen. Dazu sind schützende Lotionen mit geringem Fettgehalt besser geeignet als sehr fetthaltige Sonnencremes.
Weitere Informationen
Die Hausarzt- oder Kinderarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man selbst oder ein Kind krank ist oder man bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Arztpraxis zu finden. Mit dieser Frageliste kann man sich auf den Arztbesuch vorbereiten.
Mehr Wissen
Quellen
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