InformationenZanubrutinib (Brukinsa) als Folgetherapie bei chronisch lymphatischer Leukämie (CLL)

Zanubrutinib (Brukinsa) als Folgetherapie bei chronisch lymphatischer Leukämie (CLL)

Zanubrutinib (Brukinsa) als Folgetherapie bei chronisch lymphatischer Leukämie (CLL)
Erstellt am: 23.03.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2023 geprüft, ob Zanubrutinib (Handelsname Brukinsa) für Personen mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat, wenn eine vorherige erfolglos war oder der Krebs nach einer wieder auftritt.

Der Hersteller legte hierzu eine Studie vor, in der die Daten von 652 Patientinnen und Patienten ausgewertet werden konnten. Die eine Hälfte erhielt Zanubrutinib, die andere Gruppe wurde mit Ibrutinib behandelt. Die meisten Personen waren zuvor mit einer Chemoimmuntherapie behandelt worden und waren zu Beginn der Studie in einem guten Allgemeinzustand. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Zanubrutinib?

Lebenserwartung: Hier deutet die Studie auf einen Vorteil für Personen im Alter unter 65 Jahren hin. Mit Zanubrutinib waren im Laufe von knapp drei Jahren 6 von 100 Personen gestorben. Mit Ibrutinib waren es 15 von 100 Personen.

Für Personen ab 65 Jahren zeigte sich kein Unterschied. In beiden Behandlungsgruppen waren 20 von 100 Patientinnen und Patienten gestorben.

Schwere Nebenwirkungen insgesamt: Hier deutet die Studie auf einen Vorteil für Zanubrutinib hin. Mit Zanubrutinib traten schwere Nebenwirkungen bei 42 von 100 Patientinnen und Patienten auf. Mit Ibrutinib traten sie bei 50 von 100 Personen auf.

Schwere Herzerkrankungen: Auch bei dieser schweren Nebenwirkung deutet die Studie auf einen Vorteil von Zanubrutinib hin.

Muskelspasmen: Bei dieser Nebenwirkung deutet die Studie bei Männern auf einen Vorteil von Zanubrutinib hin.

Für Frauen zeigte sich kein Unterschied.

Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen: Auch hier deutet die Studie auf einen Vorteil von Zanubrutinib hin. In der Gruppe mit Zanubrutinib brachen 15 von 100 Patientinnen und Patienten die aufgrund von Nebenwirkungen ab. Mit Ibrutinib war das bei 22 von 100 Personen der Fall.

Welche Nachteile hat Zanubrutinib?

Es zeigten sich keine Nachteile von Zanubrutinib im Vergleich zu Ibrutinib.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigte sich bei allen Aspekten wie dem allgemeinen Gesundheitszustand, der körperlichen, emotionalen, kognitiven oder sozialen Funktion sowie bei der Rollenfunktion kein Unterschied.

Auch bei folgenden Aspekten zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien:

  • Erschöpfung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schmerzen
  • Appetitverlust
  • Atemnot
  • Schlaflosigkeit
  • Verstopfung
  • Gesundheitszustand
  • schweren Infektionen
  • Blutungen

Bei Durchfall zeigte sich kein relevanter Unterschied.

Quellen

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Inhalt teilen

Passende Anbieter zu diesem Thema