Neue Selbsthilfegruppe für Betroffene einer Aortendissektion im Raum Lörrach geplant
In Lörrach soll eine neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Aortendissektion gegründet werden. Hierfür werden aktuell Betroffene gesucht, die Interesse haben, sich mit anderen auszutauschen.
Bei einer Aortendissektion kommt es zu einem Riss in der inneren Wand der Hauptschlagader (Aorta). Dies gilt als einer der dringlichsten Notfälle in der Herzchirurgie. Auch nach erfolgreicher Behandlung ändert sich viel im Leben der Betroffenen.
Ziel der neuen Selbsthilfegruppe ist es, Erfahrungen zu teilen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam mit den Herausforderungen der Erkrankung umzugehen. Ein erstes Treffen findet statt, sobald sich genügend interessierte Personen gefunden haben. In der Anfangsphase wird die Gruppe durch die Kontaktstelle für Selbsthilfe unterstützt.
Eine regionale Gruppe im Raum Freiburg – Basel – Lörrach gibt es bislang nicht. Gegründet werden soll eine Ortsgruppe Lörrach in Kooperation mit der etablierten Selbsthilfeorganisation „Die Aortis“ aus Hannover.
Eingeladen sind Betroffene aus der gesamten Dreiländerregion. Interessierte können sich an die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) im Landkreis Lörrach (Telefon: 07621 410-2142, E-Mail: kiss(at)loerrach-landkreis.de) wenden oder direkt Kontakt mit dem Initiator der Selbsthilfegruppe (E-Mail: aortis.loerrach(at)gmail.com) aufnehmen.
Selbsthilfegruppen im Landkreis Lörrach
Im Landkreis Lörrach gibt es für Betroffene und Angehörige derzeit rund 100 Selbsthilfegruppen bzw. selbsthilfebezogene Initiativen zur gemeinsamen Bewältigung von Krankheiten sowie gesundheitlichen, psychischen oder sozialen Problemen. Eine Liste der Selbsthilfeangebote bietet die Internetseite der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) unter www.loerrach-landkreis.de/shg.
Die KISS ist ein Angebot des Landratsamts Lörrach. Sie leistet Unterstützungsarbeit für Selbsthilfegruppen und ihre Mitglieder, selbsthilfeinteressierte Bürgerinnen und Bürger sowie Fachkräfte aus dem psychosozialen und medizinischen Bereich. Daneben informiert die Kontaktstelle über Inhalte und Prinzipien der Selbsthilfe und unterstützt neue und bestehende Selbsthilfegruppen.
Foto von Andrea Piacquadio
Weitere Neuigkeiten
aus dem Landkreis Lörrach
Broschüre unterstützt den Krankenhaus-Aufenthalt
Was muss ich für einen Krankenhausaufenthalt vorbereiten? Welche Fragen sollte ich während der Behandlung klären? Was ist vor der Entlassung zu organisieren – und wo finde ich danach die passende Unterstützung? Die neue Broschüre „Gut begleitet – vor, während und nach dem Krankenhaus“ gibt Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen Orientierung für die Zeit rund um den Krankenhausaufenthalt. Das gemeinsame Projekt der Kliniken des Landkreises Lörrach und der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Landratsamts Lörrach wird zunächst für sechs Monate auf der Gastroenterologie-Station „Maienbühl“ im Lörracher Klinikum erprobt. Die Pilotphase soll zeigen, wie sich „Gut begleitet“ im Klinikalltag bewährt und wie das Angebot von Patientinnen und Patienten, Angehörigen sowie den Mitarbeitenden angenommen wird. Die Erfahrungen sollen anschließend in die Weiterentwicklung einfließen. Danach ist vorgesehen, das Angebot schrittweise auf weitere Stationen der Kliniken auszuweiten. Die Projektbeteiligten auf der Station Maienbühl (von links): Katharina Hemminger (Leiterin Sozialberatung Dreiland-Klinikum), Sanja Stubicar (Stationsleiterin Station „Maienbühl“), Lennart Fedder (Sozialberatung Station Maienbühl), Dubravka Kavur (Pflegedirektorin Dreiland-Klinikum), Alexander Mion (Stabsstellenleiter Gesundheitskonferenz, Landkreis Lörrach), Dr. Norbert Krauss (Chefarzt für Gastroenterologie, Onkologie und Palliativmedizin), Oli Lou Kramer (Projektleitung Digitaler Gesundheits- und Sozialkompass, Landkreis Lörrach), Isabell Dörflinger (Koordinatorin sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung, Landkreis Lörrach). Gedruckte Broschüre, digitale Vertiefung Die 16-seitige Broschüre enthält kompakte Checklisten und stellt mit QR-Codes eine Verbindung zu den jeweils passenden Informationen im Gesundheits- und Sozialkompass des Landkreises Lörrach „GesundSozial.digital“ her . Die Inhalte stehen dort zusätzlich in sieben Sprachen sowie in Leichter Sprache zur Verfügung. Über die Inhalte der Broschüre hinaus bietet GesundSozial.digital weiterführende Informationen zu Krankheitsbildern, Behandlungsmöglichkeiten, zum Gesundheitssystem sowie Hinweise auf regionale Beratungsstellen, Dienstleister und Einrichtungen der weiteren Versorgung. So wird allgemeine Orientierung mit konkreten Anlaufstellen im Landkreis verknüpft. „Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten nicht mit einer Fülle von Informationen allein zu lassen, sondern ihnen genau dann Orientierung zu geben, wenn sie diese benötigen“, sagt Katharina Hemminger, Leiterin der Sozialberatung im Dreiland-Klinikum Lörrach. „Ein Krankenhausaufenthalt bringt häufig viele Fragen mit sich – und gute Versorgung endet für uns nicht mit der Entlassung. Mit der neuen Broschüre möchten wir Patientinnen, Patienten und Angehörige unterstützen und dazu beitragen, den Übergang in die weitere Versorgung frühzeitig und gut vorbereitet zu gestalten.“ Die Broschüre ergänzt die persönliche Beratung und das bestehende Entlassmanagement der Kliniken. Fünf Phasen rund um den Krankenhausaufenthalt Die Broschüre ist in fünf Phasen gegliedert: Vor dem Aufenthalt , während des Aufenthalts , bei der Entlassung , nach dem Aufenthalt sowie zur Anschlussheilbehandlung . Für jede dieser Phasen enthält die Broschüre konkrete Hinweise. Vor einem geplanten Krankenhausaufenthalt wird beispielsweise daran erinnert, medizinische Unterlagen, einen aktuellen Medikamentenplan oder Vorsorgedokumente mitzubringen. Während des Aufenthalts geht es unter anderem darum, Fragen zur Behandlung zu stellen, Untersuchungen und Medikation zu verstehen und sich frühzeitig mit der Zeit nach der Entlassung auseinanderzusetzen. Für die Entlassung gibt die Broschüre Hinweise zu Unterlagen, Medikamenten, Verordnungen, Nachsorgeterminen, Hilfsmitteln und zur Organisation der Unterstützung zu Hause. Auch die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt und die weitere medizinische Versorgung sowie eine mögliche Anschlussheilbehandlung werden berücksichtigt. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Angehörige und andere Bezugspersonen. In allen Phasen finden sie eigene Hinweise dazu, wie sie helfen können, ohne dass die Verantwortung für die weitere Versorgung allein bei ihnen liegt. In enger Zusammenarbeit entwickelt Entstanden ist das Projekt seit Anfang 2026 in enger Zusammenarbeit zwischen der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Landratsamts Lörrach und der Sozialberatung der Kliniken des Landkreises Lörrach. Beteiligt waren auch ambulant und stationär tätige Ärztinnen und Ärzte, der Pflegestützpunkt, Krankenkassen, die Patientenfürsprache sowie die Mitglieder der Arbeitsgruppe Medizinische Versorgung. „Mit GesundSozial.digital möchten wir Menschen dabei unterstützen, sich in einer komplexen Gesundheits- und Soziallandschaft zurechtzufinden“, sagt Isabell Dörflinger, Koordinatorin für sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung. „Gerade beim Übergang vom Krankenhaus zurück nach Hause zeigt sich, wie wichtig eine gute Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung ist. Die Verbindung von Broschüre und digitalem Angebot soll den Menschen helfen, unterschiedliche Strukturen, Zuständigkeiten und Abläufe zu verstehen und zu nutzen.“ Die digitalen Inhalte von „Gut begleitet – vor, während und nach dem Krankenhaus“ sind hier erreichbar.
Demenz – (k)eine Frage des Alters
Am 21. September war Welt-Alzheimertag. Unter dem diesjährigen Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ macht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft darauf aufmerksam, dass Demenz nicht nur ältere Menschen betrifft. Auch jüngere Menschen können erkranken. Gleichzeitig sind Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Menschen aus dem persönlichen Umfeld oft über viele Generationen hinweg mit dem Thema konfrontiert. Rund um den Welt-Alzheimertag findet vom 21. bis 27. September die bundesweite Woche der Demenz statt. Sie soll das Verständnis für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stärken, über die Erkrankung informieren und auf Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen. Veranstaltungen bis Ende Oktober Auch im Landkreis Lörrach gibt es in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm. Das Netzwerk Demenz im Landkreis Lörrach organisiert gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern die Demenzwochen 2026 vom 21. September bis zum 29. Oktober. Die Veranstaltungen bieten Gelegenheit, sich mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen, mehr über den Alltag mit der Erkrankung zu erfahren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie richten sich an Menschen mit Demenz, Angehörige, Fachkräfte und alle Interessierten. Auch wenn die Demenzwochen bereits begonnen haben, lohnt sich ein Blick ins Programm: In den kommenden Wochen stehen noch verschiedene Veranstaltungen und Vorträge an. Alle Veranstaltungen und Termine finden Sie hier. Unterstützung bei Demenz im Landkreis Lörrach finden Eine Demenzerkrankung kann den Alltag der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen verändern. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass niemand mit den entstehenden Fragen und Herausforderungen allein bleiben muss. Das Netzwerk Demenz im Landkreis Lörrach setzt sich dafür ein, die Lebens- und Versorgungsqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Auf seiner Internetseite informiert es über Beratungs- und Unterstützungsangebote in der Region und hilft dabei, passende Anlaufstellen zu finden.
Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli
Am 28. Juli findet der Welt-Hepatitis-Tag statt. Unter dem Motto „Lass uns Klartext reden“ macht der Aktionstag auch 2026 auf Virushepatitis aufmerksam. Ziel ist es, über die verschiedenen Formen von Hepatitis zu informieren, Vorurteile und Falschinformationen abzubauen und Menschen dazu zu ermutigen, sich mit Schutz-, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Was ist Hepatitis? Hepatitis bedeutet zunächst einmal Leberentzündung. Eine mögliche Ursache dafür ist eine Infektion mit Hepatitisviren. Es gibt jedoch auch Formen der Hepatitis, die andere Ursachen haben und nicht ansteckend sind, beispielsweise eine Autoimmunhepatitis, Alkoholhepatitis oder Fettleberhepatitis. Bei einer Leberentzündung werden Leberzellen geschädigt. Besteht die Entzündung über einen längeren Zeitraum, kann die Leber zunehmend vernarben. Daraus kann sich eine Leberzirrhose entwickeln, bei der wichtige Funktionen der Leber beeinträchtigt werden können. Auch das Risiko für weitere schwere Folgeerkrankungen wie Leberkrebs kann steigen. Wird eine Leberentzündung frühzeitig erkannt und behandelt, lassen sich solche Spätfolgen jedoch häufig verhindern. Hepatitis ist nicht gleich Hepatitis Heute sind fünf verschiedene Hepatitisviren bekannt: Hepatitis A, B, C, D und E. Gemeinsam ist ihnen, dass sie eine Entzündung der Leber verursachen können. Gleichzeitig unterscheiden sie sich unter anderem in ihren Übertragungswegen, ihrem Verlauf sowie den Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung. Eine Neuinfektion kann bei einem Teil der Betroffenen von selbst ausheilen. Hepatitis A wird nicht chronisch. Insbesondere Hepatitis B, C und D sowie in seltenen Fällen Hepatitis E können hingegen chronisch verlaufen. Das Tückische: Chronische Hepatitisinfektionen können lange unbemerkt bleiben. Treten Beschwerden auf, sind diese häufig unspezifisch, beispielsweise Müdigkeit, Verdauungs- oder Gelenkbeschwerden. So können Infektionen über Jahre unentdeckt bleiben und die Leber schädigen. Wie wird Hepatitis übertragen und wie kann ich mich schützen? Die verschiedenen Hepatitisviren unterscheiden sich auch in ihren Übertragungswegen. Entsprechend gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, das Risiko einer Infektion zu reduzieren. Hepatitis A wird vor allem über verunreinigte Lebensmittel und Wasser sowie über Schmierinfektionen übertragen. Neben Hygienemaßnahmen steht eine Schutzimpfung zur Verfügung. Hepatitis B kann über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen werden. Eine Ansteckung ist daher auch beim Sex möglich. Schutz bieten unter anderem Safer Sex und das Vermeiden von gemeinsam benutzten Gegenständen, die mit Blut in Kontakt kommen können. Einen wirksamen Schutz bietet zudem die Impfung gegen Hepatitis B. Diese schützt gleichzeitig vor Hepatitis D, da Hepatitis D nur gemeinsam mit einer Hepatitis-B-Infektion auftreten kann. Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen. Eine sexuelle Übertragung ist möglich, insbesondere wenn es zu Blutkontakt oder Verletzungen kommt. Eine Schutzimpfung gibt es bislang nicht. Umso wichtiger ist es, mögliche Blutkontakte zu vermeiden und bei einem möglichen Infektionsrisiko Beratung und Testmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Hepatitis D kann ebenfalls über Blut und beim Sex übertragen werden. Da eine Infektion nur zusammen mit Hepatitis B möglich ist, schützt die Hepatitis-B-Impfung gleichzeitig vor Hepatitis D. Hepatitis E wird vor allem über verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen. Auch nicht ausreichend erhitztes Schweine- und Wildfleisch kann eine Infektionsquelle sein. Entsprechende Hygiene und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln können dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu reduzieren. Hepatitis und Reisen Auch bei Reisen kann das Thema Hepatitis eine Rolle spielen. Insbesondere Hepatitis A ist weltweit verbreitet und kann über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen werden. Je nach Reiseziel kann daher ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehen. Vor einer Reise kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig über mögliche Gesundheitsrisiken am Reiseziel zu informieren und den eigenen Impfschutz überprüfen zu lassen. Gegen Hepatitis A und B stehen Schutzimpfungen zur Verfügung. Auch ein bewusster Umgang mit Trinkwasser und Lebensmitteln sowie gute Hygiene können unterwegs dazu beitragen, Infektionen zu vermeiden. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Auch bei einer bereits bestehenden chronischen Infektion gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Chronische Hepatitis-B- und -D-Infektionen können medikamentös wirksam unterdrückt werden. Hepatitis C ist mit heutigen Medikamenten fast immer heilbar. Beratung und Anlaufstellen im Landkreis Lörrach Auch im Landkreis Lörrach gibt es Möglichkeiten, sich zu informieren und beraten zu lassen. Bei Fragen zu sexuell übertragbaren Infektionen, möglichen Übertragungsrisiken und Schutzmöglichkeiten können Sie sich an die STI-Beratung des Fachbereichs Gesundheit im Landratsamt Lörrach wenden. Die Beratung ist anonym und kostenlos. Auch Ärztinnen und Ärzte können bei Fragen zu Hepatitis, dem eigenen Impfschutz, möglichen Infektionsrisiken, Tests oder Behandlungsmöglichkeiten weiterhelfen. Über die Arztsuche auf finden Sie passende Ärztinnen und Ärzte im Landkreis Lörrach. Weitere Informationen zu Hepatitis A bis E, Übertragungswegen, Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten finden sie hier: https://www.gesundsozial.digital/gesundheitsinformation/glossar/hepatitis