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Alzheimer-Krankheit: Was ist der CDR?

Alzheimer-Krankheit: Was ist der CDR?
Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Der CDR ist ein Fragebogen, den Ärztinnen und Ärzte nutzen, um bei Patientinnen und Patienten den Schweregrad einer Alzheimer-Krankheit zu bewerten. Er wurde mit dem Ziel entwickelt, über die Zeit Veränderungen in den Beschwerden aufzuzeigen. CDR ist eine Abkürzung für den englischen Namen des Fragebogens „Clinical Dementia Rating“ (etwa: klinische Bewertung der Demenz)

Inhalte des CDR

Mithilfe des CDR möchten Ärztinnen und Ärzte erkennen, ob die geistigen Fähigkeiten einer Patientin oder eines Patienten beeinträchtigt sind und wie sich dieser Verlust auf die Selbstständigkeit im Alltag auswirkt. Die Fragen werden in einem persönlichen Gespräch mit einer Patientin oder einem Patienten und einer nahestehenden Person gestellt. Das kann beispielsweise eine Angehörige, ein Angehöriger oder eine Pflegeperson sein.

Das Interview dauert etwa 30 Minuten.

Um die Auswirkungen einer Alzheimer-Krankheit zu erfassen, beinhaltet der CDR-Fragebogen verschiedene Fragen zur Denk- und Gedächtnisleistung (Kognition) und wie man im Alltag zurechtkommt (Funktion).

Die Fragen zur Kognition betreffen die drei Themenbereiche

  • Gedächtnis,
  • Orientierungsvermögen,
  • Urteilsvermögen und Problemlösung.

Die Fragen zur Funktion im Alltag betreffen die drei Themenbereiche

  • Leben in der Gemeinschaft,
  • Haushalt und Hobbys,
  • Körperpflege.

Auswertung des CDR

Die Ärztin oder der Arzt bewertet die Antworten für jeden Themenbereich: Liegt jeweils keine, eine fragliche, leichte, mäßige oder schwere Beeinträchtigung vor? Für „keine Beeinträchtigung“ werden dann 0 Punkte vergeben, für eine schwere Beeinträchtigung 3 Punkte.

Je höher der Punktwert ist, desto stärker ist die Patientin oder der Patient eingeschränkt. Diese Übersicht hilft einzuschätzen, was der Verlust der Fähigkeiten in den verschiedenen Themenbereichen im Alltag praktisch bedeuten kann.

Diese Grafik zum CDR in Tabellenform zeigt, was der Verlust von Fähigkeiten in verschiedenen Themenbereichen im Alltag praktisch bedeutet.
Diese Grafik zum CDR in Tabellenform zeigt, was der Verlust von Fähigkeiten in verschiedenen Themenbereichen im Alltag praktisch bedeutet.

Interpretation der Ergebnisse

Die in der Befragung ermittelten Punkte geben Auskunft über den Schweregrad der Alzheimer-Krankheit.

Eine geläufige Auswertung ist die „CDR-Sum of Boxes (CDR-SB)“ (etwa: Summe der Fragen): Für diese Berechnung des CDR-SB werden alle Punkte addiert. Da für jeden der insgesamt 6 Themenbereiche bis zu 3 Punkte vergeben werden können, liegt die CDR-SB-Summe zwischen 0 und 18 Punkten.

Dabei gilt: Je höher die Summe ist, desto stärker sind die Beschwerden und Einschränkungen durch die Erkrankung.

Der Schweregrad der Alzheimer-Krankheit wird anhand der CDR-SB-Kennzahl üblicherweise so interpretiert:

  • 0 Punkte: keine Beeinträchtigung
  • 0,5 bis 4 Punkte: leichte kognitive Beeinträchtigung
  • 4,5 bis 9 Punkte: leichte Demenz
  • 9,5 bis 15,5 Punkte: mittelschwere Demenz
  • 16 bis 18 Punkte: schwere Demenz
Quellen

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Allgemeine Methoden; Version 7.0 [online]. 2023 [Zugriff: 21.09.2023].

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Lecanemab. Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V: Dossierbewertung; Projekt A25-111 [online]. 2025.

O'Bryant SE, Waring SC, Cullum CM et al. Staging dementia using Clinical Dementia Rating Scale Sum of Boxes scores: a Texas Alzheimer's research consortium study. Arch Neurol 2008; 65(8): 1091-1095.

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