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Bilirubin (direkt)

Bilirubin (direkt)
Aktualisiert am: 20.03.2025· Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

  • Bilirubin entsteht beim Abbau roter Blutkörperchen.
  • Das direkte Bilirubin ist eine wasserlösliche Form, die aus dem Blut bereits zur Leber transportiert und dort umgewandelt wurde.
  • Normalerweise wird Bilirubin über die Leber, die Galle und den Darm ausgeschieden.
  • Erhöhte Werte können sich durch eine Gelbsucht äußern.
  • Eine häufige Ursache eines erhöhten direkten Bilirubins ist ein Stau der Gallenflüssigkeit.

Was ist direktes Bilirubin?

Bilirubin ist ein orange-gelber Farbstoff, der im Blut und Urin nachgewiesen werden kann. Es handelt sich um ein Abfallprodukt, das entsteht, wenn der rote Blutfarbstoff Hämoglobin abgebaut wird.

Rote Blutkörperchen haben eine Lebensdauer von rund 120 Tagen und werden im Körper ständig neu gebildet und wieder abgebaut. Daher ist es normal, dass sich immer etwas Bilirubin im Blut befindet. Man unterscheidet zwischen dem direkten und dem indirekten Bilirubin. Das direkte Bilirubin ist die Form, die bereits aus dem Blut in die Leber transportiert und dort weiterverarbeitet wurde.

Bilirubin liegt im Blut zunächst in wasserunlöslicher Form vor. In der Leber wird es in eine wasserlösliche Form umgewandelt und wieder in den Blutkreislauf abgegeben. Aus dem Blut wird es von bestimmten Zellen aufgenommen und über die Gallenflüssigkeit in den Darm transportiert. Im Darm wird es von den Darmbakterien zersetzt und mit dem Stuhl ausgeschieden. Das zersetze Bilirubin gibt dem Stuhl seine braune Farbe.

Im Blut gibt es unterschiedliche Formen des Bilirubins:

  • Direktes Bilirubin: Dies macht etwa 20 % des Bilirubins im Blut aus und besteht zum größten Teil aus konjugiertem und damit wasserlöslichem Bilirubin.
  • Indirektes Bilirubin: Dies macht etwa 80 % des Bilirubins im Blut aus und besteht hauptsächlich aus unkonjugiertem und damit wasserunlöslichem Bilirubin.
  • Gesamt-Bilirubin: Dies entspricht der Gesamtmenge an Bilirubin im Blut.

Warum wird direktes Bilirubin bestimmt?

Wenn die Bilirubin-Menge im Blut steigt, kann es zu einer Gelbsucht kommen. Sie äußert sich durch eine gelblich verfärbte Haut oder Augen. Die Bilirubin-Werte werden bestimmt, um den Ursachen nachzugehen.

In der Regel wird zunächst das Gesamt-Bilirubin gemessen. Wenn es einen bestimmten Wert übersteigt, bestimmt man auch direktes Bilirubin. Das indirekte Bilirubin wird in der Regel nicht gemessen, sondern aus Gesamt-Bilirubin minus direktem Bilirubin berechnet. Welche Form des Bilirubins erhöht ist, gibt weitere Hinweise auf die Ursache der Gelbsucht.

In der Regel wird Bilirubin zusammen mit anderen Leberwerten gemessen, wie der Alanin-Aminotransferase (ALAT), der Gamma-GT (GGT), der LDH und der Alkalischen Phosphatase (AP).

Die Bilirubin-Werte können zur Diagnose und Verlaufskontrolle genutzt werden. Um sie zu bestimmen, nimmt die Ärztin oder der Arzt etwas Blut ab, in der Regel aus einer Armvene. Bei Säuglingen reichen wenige Tropfen Blut aus der Ferse.

Was ist der Referenzbereich?

Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, da verschiedene Testverfahren eingesetzt werden. Daher gibt jedes Labor in seinem Bericht eigene Referenzbereiche an. Als Orientierung können folgende Werte dienen:

  Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl) Mikromol pro Liter Blut (μmol/l)
Erwachsene ab 18 Jahre unter 0,1 unter 2
Säuglinge ab 1 Monat unter 0,1 unter 2

Die Bilirubin-Werte können durch verschiedene Medikamente beeinflusst werden. Daher ist es sinnvoll, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren, welche Medikamente man nimmt.

Was bedeuten erniedrigte Werte?

Erniedrigte Werte haben keine medizinische Bedeutung. Gegebenenfalls können sie nach einigen Monaten kontrolliert werden.

Was bedeuten erhöhte Werte?

Für erhöhte Werte oder eine Gelbsucht gibt es viele Gründe.

Mögliche Ursachen

Wenn das direkte Bilirubin erhöht ist, deutet das darauf hin, dass die Gelbsucht durch eine Lebererkrankung oder einen Stau der Gallenflüssigkeit verursacht wird. Die Auslöser können ganz unterschiedlich sein und umfassen zum Beispiel Leberentzündungen (Hepatitis), Leberzirrhosen, Vergiftungen und Gallensteine. Auch eine durch starken Alkoholkonsum oder Ernährung ausgelöste Fettleber kann eine Ursache sein. Manche genetisch bedingte Krankheiten können die Werte ebenfalls erhöhen.

Was kann ich bei erhöhten Werten tun?

Erhöhte Werte sollten ärztlich abgeklärt werden, um behandlungsbedürftige Erkrankungen rechtzeitig zu entdecken. Die Ursache kann aber auch harmlos sein.

Quellen

Böhm BO, Niederau C. Klinikleitfaden Labordiagnostik. München: Urban und Fischer; 2021.

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs). Laborwerte-Tabelle. 2024.

Pschyrembel online. 2024.

Thomas L. Labor und Diagnose; Release 7. 2024.

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