Erythrozyten

Einleitung
- Die Erythrozyten nennt man auch rote Blutkörperchen.
- Sie sind für den Sauerstofftransport im Körper zuständig.
- Ihre Konzentration im Blut wird bei vielen Blutuntersuchungen bestimmt.
- Ein erniedrigter Wert deutet auf eine Blutarmut hin – häufig ist ein Eisenmangel die Ursache.
- Ein erhöhter Wert deutet auf zu viele Blutzellen hin – zum Beispiel durch einen chronischen Sauerstoffmangel.
Was sind Erythrozyten?
Erythrozyten sind Blutzellen, die wegen ihrer Farbe auch rote Blutkörperchen genannt werden. Sie enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und sehen unter dem Mikroskop aus wie kleine, in der Mitte eingedellte Scheiben oder auch Drops. Blut besteht fast zur Hälfte aus Erythrozyten.
Ihre wichtigste Aufgabe ist der Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid: Das Hämoglobin nimmt in der Lunge Sauerstoff aus der Atemluft auf. Das Blut verteilt den Sauerstoff überall im Körper. Umgekehrt transportieren die roten Blutkörperchen auch Kohlendioxid aus dem Gewebe zur Lunge zurück.
Warum werden Erythrozyten bestimmt?
Die Menge der Erythrozyten im Blut wird standardmäßig als Teil des kleinen und großen Blutbilds bestimmt, zum Beispiel um anhaltende Beschwerden abzuklären. Der Wert kann zeigen, ob eine Blutarmut (Anämie) besteht oder ob das Blut zu viele rote Blutkörperchen enthält. Das kann wichtig sein, um Erkrankungen zu diagnostizieren, aber auch um zu kontrollieren, ob sich der Gesundheitszustand ändert.
Um die Erythrozyten-Zahl zu bestimmen, nimmt die Ärztin oder der Arzt etwas Blut ab, in der Regel aus der Armvene. Manchmal reicht auch ein Tropfen Blut aus einer Fingerspitze.
Was ist der Referenzbereich?
Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, da verschiedene Testverfahren eingesetzt werden. Daher gibt jedes Labor in seinem Bericht eigene Referenzbereiche an. Als Orientierung können folgende Werte dienen:
| Millionen Zellen pro Mikroliter Blut (106/µl) | Billionen Zellen pro Liter Blut (1012/l) | |
|---|---|---|
| Frauen über 18 | 4,1 – 5,1 | 4,1 – 5,1 |
| Männer über 18 | 4,5 – 5,9 | 4,5 – 5,9 |
Was bedeuten erniedrigte Werte?
Mögliche Ursachen
Für eine Blutarmut kann es viele verschiedene Ursachen geben. Oft ist ein Eisenmangel der Grund – ohne Eisen kann der Körper kein Hämoglobin und keine neuen Erythrozyten bilden. Etwa die Hälfte aller Anämien entsteht so. Daneben kann aber auch ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B12 zu erniedrigten Erythrozyten-Werten führen.
Manchmal entsteht eine Blutarmut auch durch eine chronische Krankheit, zum Beispiel der Nieren, des Knochenmarks oder des Darms. Auch angeborene Störungen der Blutbildung sind möglich. Bestimmte Infektionskrankheiten können ebenfalls Anämien verursachen. Eine weitere mögliche Ursache sind akute oder chronische Blutungen.
Was kann ich bei erniedrigten Werten tun?
Leicht erniedrigte Erythrozyten-Werte können eine harmlose Ursache haben. Da aber auch ernstzunehmende Erkrankungen dahinterstecken können, ist es sinnvoll, die Ergebnisse immer von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen. Sie oder er kann durch weitere Untersuchungen herausfinden, woher die Veränderung kommt, und wie man sie am besten behandelt.
Wenn ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin-B12 die Ursache ist, reicht es manchmal schon aus, die Ernährung zu ändern oder Ersatzpräparate zu nehmen. Nach einer Weile sollten die Blutwerte dann wieder im Referenzbereich liegen.
Bei einer starken Blutarmut ist die Sauerstoffversorgung des Körpers gefährdet. Daher kann in solchen Fällen eine Bluttransfusion nötig sein.
Was bedeuten erhöhte Werte?
Mögliche Ursachen
Für eine Polyglobulie kann es verschiedene Ursachen geben. Eine davon ist chronischer Sauerstoffmangel – beispielsweise nach einem längeren Aufenthalt im Hochgebirge. Der Körper bildet dann mehr rote Blutkörperchen, um die Sauerstoffversorgung des Körpers aufrecht zu erhalten. Starkes Rauchen und bestimmte Herz- und Lungenerkrankungen können ebenfalls zu einer erhöhten Zahl an Erythrozyten führen.
Auch ohne Sauerstoffmangel können sich Blutzellen krankhaft vermehren, was zu erhöhten Werten führen kann.
Quellen
Böhm BO, Niederau C. Klinikleitfaden Labordiagnostik. München Urban und Fischer; 2021.
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs). Laborwerte-Tabelle. 2024.
Pschyrembel online. 2024.
Thomas L. Labor und Diagnose; Release 7.2024.