Magnesium

Einleitung
- Magnesium ist ein wichtiger Mineralstoff.
- Es ist an vielen Körperprozessen beteiligt – insbesondere der Funktion der Muskeln.
- Bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können zu einem Mangel führen.
- Normalerweise nimmt man aber genügend Magnesium über die Nahrung auf.
Was ist Magnesium?
Magnesium ist ein Mineralstoff, den man über die Nahrung aufnimmt. Es ist in zahlreichen Lebensmitteln wie Gemüse, Getreide, Meeresfrüchten oder Fleisch enthalten. Im Körper befindet es sich zum größten Teil in Sehnen, Zähnen und Knochen – etwa zwei Drittel sind allein in den Knochen gebunden. Nur 1 bis 2 % des gesamten Magnesiums befinden sich im Blut.
Im Körper übernimmt der Mineralstoff viele wichtige Aufgaben: Er ist beispielsweise ein wichtiger Bestandteil von Enzymen, die für verschiedene Stoffwechselprozesse gebraucht werden. Außerdem spielt Magnesium eine wichtige Rolle bei der Arbeit der Muskeln. Das betrifft nicht nur die Skelettmuskulatur, sondern auch den Herzmuskel.
Warum wird Magnesium bestimmt?
Ärztinnen und Ärzte bestimmen die Magnesium-Konzentration im Blut, wenn sie wegen bestimmter Symptome einen Mangel oder einen Überschuss vermuten. Das sind zum Beispiel häufige Muskelkrämpfe oder auch Herzrhythmusstörungen. Magnesium wird aber auch bestimmt, um den Verlauf und den Gesundheitszustand bei verschiedenen Krankheiten zu kontrollieren, etwa einer Nierenschwäche oder Diabetes. Bei Menschen, die mit entwässernden Medikamenten (Diuretika) behandelt werden, wird der Wert ebenfalls im Auge behalten.
Häufig wird Magnesium zusammen mit anderen Mineralstoffen (Elektrolyten) wie Kalium und Kalzium gemessen.
Um den Magnesium-Wert zu bestimmen, nimmt die Ärztin oder der Arzt etwas Blut ab, in der Regel aus der Armvene. Manchmal wird zusätzlich auch die Magnesium-Ausscheidung im Urin gemessen, um den Magnesium-Haushalt besser beurteilen zu können.
Was ist der Referenzbereich?
Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, da verschiedene Testverfahren eingesetzt werden. Daher gibt jedes Labor in seinem Bericht eigene Referenzbereiche an. Als Orientierung können für den Magnesium-Gehalt im Blut folgende Werte dienen:
| Millimol pro Liter Blut (mmol/l) | Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl) | |
|---|---|---|
| Frauen über 18 Jahre | 0,70 – 1,05 | 1,7 – 2,6 |
| Männer über 18 Jahre | 0,70 – 1,05 | 1,7 – 2,6 |
Bei Kindern sind die Referenzbereiche etwas niedriger als bei Erwachsenen.
Was bedeuten erniedrigte Werte?
Ist der Magnesium-Spiegel im Blut erniedrigt, sprechen Fachleute von einer Hypomagnesiämie. Hat der Körper nicht genügend Magnesium, beeinträchtigt das unter anderem die Muskelfunktion. Dadurch kann es zu Beschwerden wie Muskelkrämpfen oder – bei einem schweren Mangel – Herzrhythmusstörungen kommen. Häufig sind bei einer Hypomagnesiämie auch die Kalzium-Werte im Blut erniedrigt.
Mögliche Ursachen
Für einen erniedrigten Wert kommen verschiedene Ursachen infrage. Auf der einen Seite ist es möglich, dass der Körper nicht genügend Magnesium aufnimmt. Das kann daran liegen, dass man sich magnesiumarm ernährt oder einen höheren Bedarf hat, weil man etwa viel Sport treibt. Andere mögliche Ursachen sind unter anderem übermäßiger Alkoholkonsum oder Magen-Darm-Erkrankungen, die dazu führen, dass der Körper das Magnesium aus der Nahrung nicht richtig aufnehmen kann.
Auf der anderen Seite kann der Körper auch zu viel Magnesium verlieren: Bei einer Behandlung mit Diuretika wird zum Beispiel mehr über den Urin ausgeschieden als normal. Das kann auch bei Diabetes vorkommen. Hormonelle Störungen – zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion – können ebenfalls dahinterstecken. Zuletzt kann der Körper auch durch anhaltenden Durchfall oder Erbrechen viel Magnesium verlieren.
Was kann ich bei erniedrigten Werten tun?
Ein leicht erniedrigter Wert ist meistens harmlos. Da hinter stark erniedrigten Werten aber auch ernstzunehmende Erkrankungen stecken können, ist es sinnvoll, die Ergebnisse von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen. Durch weitere Blutwerte und Untersuchungen kann sie oder er herausfinden, woher der Mangel kommt. Danach richtet sich dann auch, ob und was für eine Behandlung sinnvoll ist.
Oft lässt sich ein Mangel durch eine magnesiumreiche Ernährung oder Ersatzpräparate wie zum Beispiel Brausetabletten ausgleichen. Sind Medikamente die Ursache für den erniedrigten Wert, lassen sie sich in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt möglicherweise anpassen. Liegt eine Krankheit zugrunde, ist es wichtig, diese zu behandeln.
Was bedeuten erhöhte Werte?
Ist der Magnesium-Spiegel im Blut erhöht, sprechen Fachleute von einer Hypermagnesiämie. Auch zu viel Magnesium beeinträchtigt die Muskeln und andere Körperprozesse. Bei einem starken Überschuss sind daher Beschwerden wie Muskelschwäche oder – bei sehr hohem Spiegel – Herzrhythmusstörungen möglich.
Mögliche Ursachen
Im Normalfall kann der Körper überschüssiges Magnesium einfach über den Urin ausscheiden. Das gelingt allerdings nur, wenn die Nieren gesund sind. Arbeiten sie nur noch eingeschränkt – etwa bei einer akuten oder chronischen Nierenschwäche oder aufgrund von Hormonstörungen oder Flüssigkeitsmangel –, schafft der Körper es nicht mehr, genügend Magnesium auszuscheiden.
Was kann ich bei erhöhten Werten tun?
Es ist sinnvoll, einen erhöhten Magnesium-Wert ärztlich abklären zu lassen. Denn er kann auf ernstzunehmende Krankheiten hinweisen. Durch weitere Blutwerte und Untersuchungen kann die Ärztin oder der Arzt herausfinden, woher der Überschuss kommt und wie man die zugrunde liegende Ursache am besten behandelt.
Quellen
Böhm BO, Niederau C. Klinikleitfaden Labordiagnostik. München: Urban und Fischer; 2021.
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs). Laborwerte-Tabelle. 2024.
Pschyrembel online. 2024.
Thomas L. Labor und Diagnose; Release 7. 2024.