Thrombozyten

Einleitung
- Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, sind für die Blutgerinnung wichtig.
- Sie werden im Rahmen eines kleinen Blutbilds bestimmt.
- Hat der Körper zu wenig Thrombozyten, kann er eine Blutung schlechter stillen.
- Bei erhöhten Thrombozyten-Werten ist das Risiko für ein Blutgerinnsel erhöht.
Was sind Thrombozyten?
Thrombozyten sind Blutplättchen im Blut.
Ihre wichtigste Aufgabe ist die Blutgerinnung: Thrombozyten sorgen zusammen mit anderen Bestandteilen des Blutes dafür, dass sich ein Blutpfropf bilden kann. Damit kann der Körper eine frische Wunde verschließen und die Blutung stoppen.
Warum werden die Thrombozyten bestimmt?
Der Thrombozyten-Wert kann vor allem dabei helfen, eine Störung der Blutgerinnung festzustellen. Zusammen mit anderen Gerinnungswerten lässt sich einschätzen, ob der Körper länger braucht, um Wunden zu verschließen und sie dadurch lange bluten – oder ob das Blut zur Bildung von Blutgerinnseln neigt. Diese können ein Gefäß verschließen und beispielsweise einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.
Die Menge der Thrombozyten im Blut wird standardmäßig als Teil des kleinen und großen Blutbilds bestimmt. Das ist zum Beispiel wichtig, um anhaltende Beschwerden oder den Verdacht auf verschiedene Krankheiten abzuklären.
Um den Thrombozyten-Wert zu messen, nimmt die Ärztin oder der Arzt etwas Blut ab, in der Regel aus der Armvene.
Was ist der Referenzbereich?
Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, da verschiedene Testverfahren eingesetzt werden. Daher gibt jedes Labor in seinem Bericht eigene Referenzbereiche an. Als Orientierung können folgende Werte dienen:
| Milliarde Zellen pro Liter Blut (109/l) | Tausend Zellen pro Mikroliter Blut (103/µl) | Gramm pro Liter Blut(g/l) | |
|---|---|---|---|
| Frauen über 18 Jahre | 170 – 450 | 170 – 450 | 170 – 450 |
| Männer über 18 Jahre | 140 – 390 | 140 – 390 | 140 – 390 |
Die Referenzbereiche hängen nicht nur vom Geschlecht ab – auch das Alter spielt eine Rolle. Bei Kindern sind sie üblicherweise niedriger.
Was bedeuten erniedrigte Werte?
Deutlich erniedrigte Mengen an Thrombozyten führen dazu, dass der Körper Blutungen nicht mehr so gut stoppen kann, beispielsweise nach einer Verletzung. Außerdem kann bereits ein leichter Stoß oder Druck Blutergüsse, Nasen- und Zahnfleischbluten auslösen. Bei besonders niedrigen Thrombozyten-Werten sind auch spontane Blutungen möglich, zum Beispiel im Gehirn oder Darm.
Mögliche Ursachen
Erniedrigte Thrombozyten-Werte können viele unterschiedliche Ursachen haben.
Bestimmte Medikamente – wie etwa Chemotherapien bei Krebs – oder eine Strahlentherapie können ein Grund dafür sein. Denn diese Behandlungen beeinflussen das Knochenmark, in dem die Thrombozyten gebildet werden. Dadurch kann die Herstellung der Thrombozyten eingeschränkt werden. Erniedrige Werte können auch bei oder nach einer Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Heparin auftreten. Dies ist jedoch sehr selten.
Außerdem verringern verschiedene Erkrankungen die Thrombozyten-Zahl. Hierzu zählt die Immunthrombozytopenie, bei der Thrombozyten zu schnell abgebaut werden. Auch chronische Leberkrankungen wie eine Hepatitis-C-Virusinfektion, eine vergrößerte Milz, Erkrankungen des Knochenmarks einschließlich Leukämie oder eine HIV-Infektion können den Thrombozyten-Wert verringern. Eine weitere Möglichkeit ist ein Vitamin-B12- oder Folsäuremangel – dadurch kann der Körper nicht genügend Blutplättchen bilden.
Was bedeuten erhöhte Werte?
Erhöhte Mengen an Thrombozyten führen dazu, dass sich leichter Blutgerinnsel bilden. Dadurch erhöht sich das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall, eine Thrombose oder eine Lungenembolie.
Mögliche Ursachen
Erhöhte Thrombozyten-Werte können unterschiedliche Ursachen haben.
Starke Blutungen, Verletzungen oder Operationen gehören dazu. Dann produziert der Körper als Reaktion auf den Blutverlust zunächst übermäßig viele Thrombozyten. Auch eine durch Eisenmangel verursachte Blutarmut kann die Menge an Thrombozyten vergrößern.
Erhöhte Thrombozyten-Werte treten außerdem als normale Abwehrreaktion des Immunsystems bei akuten oder chronischen Entzündungen auf, beispielsweise eines Atemwegsinfekts oder einer chronischen-entzündlichen Darmerkrankung. Nach einer akuten Erkrankung normalisieren sich die Werte schnell wieder.
Auch Tumoren oder Blutkrebs-Erkrankungen einschließlich Leukämie können die Werte erhöhen.
Die Menge an Thrombozyten steigt außerdem im Blut, wenn die Milz entfernt wurde. Denn dort werden die Thrombozyten normalerweise abgebaut.
Was kann ich bei erhöhten Werten tun?
Leicht erhöhte Thrombozyten-Werte haben meist eine harmlose Ursache. Da aber auch ernstzunehmende Erkrankungen dahinterstecken können, ist es sinnvoll, die Ergebnisse von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen. Sie oder er kann durch weitere Untersuchungen herausfinden, woher die Veränderung kommt, und wie man sie am besten behandelt.
Quellen
Böhm BO, Niederau C. Klinikleitfaden Labordiagnostik. München Urban und Fischer; 2021.
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs). Laborwerte-Tabelle. 2024.
Pschyrembel online. 2024.
Thomas L. Labor und Diagnose; Release 7. 2024.