Was ist eine Laparoskopie?

Einleitung
Mit einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) kann eine Erkrankung der Organe in der Bauchhöhle und im Beckenraum festgestellt und bei Bedarf auch gleich behandelt werden. Anders als bei einer offenen Operation (Laparotomie) sind dazu nur kleine Hautschnitte nötig. Deshalb wird die Bauchspiegelung auch als minimalinvasiv bezeichnet. Durch die Hautschnitte werden die für den Eingriff nötigen Instrumente in den Bauchraum eingeführt. Die Laparoskopie ist eine Variante der Endoskopie.
Wann wird eine Bauchspiegelung eingesetzt?
Eine Bauchspiegelung kann sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung eingesetzt werden. Entsprechend unterscheiden Fachleute die diagnostische und die therapeutische Laparoskopie. Die beiden Formen lassen sich auch kombinieren: Entdeckt die Ärztin oder der Arzt beispielsweise Verwachsungen im Bauchraum, können diese direkt entfernt werden. Das hat den Vorteil, dass kein zweiter Eingriff nötig ist.
Diagnostische Laparoskopie
Wenn andere Untersuchungen keine Ursache für anhaltende Beschwerden gefunden haben, kann eine Bauchspiegelung Aufschluss geben.
Sie wird unter anderem eingesetzt, um
- Bauch- und Beckenorgane anzuschauen und auf krankhafte Veränderungen zu prüfen,
- eine Gewebeprobe zu entnehmen und diese im Labor zu untersuchen,
- zu beurteilen, wie weit eine Erkrankung fortgeschritten ist – zum Beispiel, ob sich ein Tumor bereits ausgebreitet hat –, oder
- einzuschätzen, ob eine offene Operation notwendig ist.
Therapeutische Laparoskopie
Steht die Diagnose fest, kann oft auch direkt operativ behandelt werden. Möglich ist zum Beispiel die laparoskopische Entfernung von:
- Gallenblase
- Wurmfortsatz bei einer Blinddarmentzündung
- Verwachsungen im Bauchraum
- erkrankten oder verletzten Darmabschnitten
Eine wichtige Rolle spielt die therapeutische Laparoskopie auch bei der Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen, wie etwa bei Endometriose oder Myomen der Gebärmutter.
Sind Vorbereitungen nötig?
Da die Bauchspiegelung unter Vollnarkose vorgenommen wird, ist es wichtig, nüchtern zu der Untersuchung oder Behandlung zu kommen – das heißt, etwa 6 bis 8 Stunden vorher nichts mehr zu essen oder zu trinken. Je nach Untersuchungs- oder Operationsbereich kann es zusätzlich nötig sein, ein Abführmittel zu nehmen.
Zur Vorbereitung überprüft die Ärztin oder der Arzt einige Blutwerte. Der Bauchbereich wird rasiert und desinfiziert.
Wie läuft der Eingriff ab?
Nach Einsetzen der Narkose macht die Chirurgin oder der Chirurg dicht am Bauchnabel einen kleinen Schnitt in die Bauchhaut. Über eine spezielle Kanüle oder ein Röhrchen leitet sie oder er ein harmloses Gas – meist Kohlendioxid (CO2) – in die Bauchhöhle. Dadurch wird der Bauchraum etwas aufgeblasen, sodass die Organe leichter zugänglich und besser sichtbar sind.
Durch die entstandene Öffnung in der Bauchdecke wird ein Röhrchen in den Bauch vorgeschoben und anschließend ein Instrument mit einer Videokamera und einer Lampe (Laparoskop) hindurchgeführt. Die Kamera ist mit einem Bildschirm verbunden, auf dem dann die Organe und die Bauchhöhle zu sehen sind.
Für einen operativen Eingriff sind in der Regel noch zwei weitere kleine Hautschnitte nötig. Durch diese führt die Chirurgin oder der Chirurg ebenfalls über Röhrchen die Instrumente ein, die für den Eingriff benötigt werden – etwa kleine Zangen, Sauggeräte oder Scheren.
Je nach Ziel der Bauchspiegelung dauert der Eingriff unterschiedlich lange: eine diagnostische Laparoskopie etwa 30 bis 60 Minuten, eine therapeutische Laparoskopie etwas länger. Das hängt davon ab, was operiert wird.
Was passiert danach?
Nach der Bauchspiegelung zieht die Chirurgin oder der Chirurg die Instrumente heraus und entfernt die Röhrchen. Das Gas entweicht aus dem Bauchbereich. Die Hautschnitte werden zugenäht.
Während die Narkose nachlässt, wird man für etwa 1 bis 3 Stunden im Aufwachraum überwacht. Um Schmerzen zu lindern, werden Schmerzmittel gegeben. Je nachdem wie groß der Eingriff war, kann es nötig sein, für einige Tage im Krankenhaus zu bleiben. Nach kleineren Eingriffen ist es meist möglich, sich nach der Beobachtungszeit im Aufwachraum abholen zu lassen und nach Hause zu gehen.
Quellen
Andreae S, Avelini P, Berg M et al. Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Stuttgart: Thieme; 2008.
Carus T. Operationsatlas Laparoskopische Chirurgie: Indikationen - Operationsablauf - Varianten - Komplikationen. Berlin: Springer; 2014.
Largiadèr F, Saeger HD, Keel M, Bruns C. Checkliste Chirgurgie. Stuttgart: Thieme 2022.
Pschyrembel Online. 2024.
