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Was passiert bei der Reifeteilung (Meiose)?

Aktualisiert am: 22.07.2026· Nächstes Update: 2029

Einleitung

Die Reifeteilung (Meiose) spielt bei der Fortpflanzung des Menschen eine wichtige Rolle: Durch die Reifeteilung entstehen Ei- und Samenzellen, auch Keimzellen genannt. Samenzellen (Spermien) werden in den Hoden und Eizellen in den Eierstöcken gebildet. Keimzellen haben eine besondere Eigenschaft: Sie tragen – vereinfacht gesagt – nur die Hälfte des Erbguts eines Menschen in sich. Erst wenn Spermium und Eizelle verschmelzen, wird daraus wieder eine Zelle mit vollständigem Erbgut. So geben beide Elternteile jeweils die Hälfte ihres Erbguts an ihre Kinder weiter.

Die Reifeteilung ist also eine besondere Art der Zellteilung, bei der das Erbgut einer sogenannten Vorläuferzelle zuerst verdoppelt und dann zweimal aufgeteilt wird. Nur so kann der Körper Eizellen und Spermien mit einem halben Chromosomensatz bilden:

Grafik: Im Zellkern einer Vorläuferzelle befindet sich das gesamte Erbgut Im Zellkern der Vorläuferzellen befindet sich das vollständige Erbgut eines Menschen: 46 Chromosomen.
Grafik: Bevor sich die Vorläuferzelle teilt, verdoppelt sie das Erbgut Bevor sich die Vorläuferzelle zum ersten Mal teilt, verdoppelt sie das gesamte Erbgut: Von jedem Chromosom wird eine Kopie hergestellt.
Grafik: Die DNA-Fäden wickeln sich zu sichtbaren Körperchen auf Die Chromosomen sind jetzt sehr eng aufgewickelt und jedes Chromosom hängt fest mit seiner Kopie zusammen.

Wie bei vielen anderen Lebewesen gehören beim Menschen immer zwei Chromosomen zusammen.

Grafik: Zusammengehörige Chromosomenpaare lagern sich in der Zellmitte zusammen Anders als bei einer normalen Zellteilung (Mitose) lagern sich bei der Reifeteilung zunächst die zusammengehörigen Chromosomenpaare in der Zellmitte zusammen.
Grafik: Die Chromosomenpaare werden getrennt und auf beide Zellhälften verteilt Dort werden die Paare getrennt: Von jedem Paar wandert ein Chromosom mitsamt seiner angehefteten Kopie jeweils in eine Hälfte der Zelle. Die Zellhülle schnürt sich ein und die Zelle teilt sich.
Grafik: Bei zweiter Teilung trennen sich die Kopien der Chromosomen voneinander Anschließend folgt noch eine zweite Zellteilung. Dabei werden die Kopien der Chromosomen voneinander getrennt.
Grafik: Aus der Vorläuferzelle entstehen vier Keimzellen Aus der Vorläuferzelle entstehen schließlich vier Keimzellen, die in ihren Zellkernen die Hälfte des ursprünglichen Erbguts – also 23 Chromosomen – in sich tragen.
Grafik: Beim Mann reifen die vier Keimzellen zu Spermien heran Beim Mann reifen diese Zellen zu Spermien heran.
Grafik: Bei der Frau entsteht bei der Reifeteilung nur eine Eizelle Dagegen entsteht bei der Frau nur aus einer der vier Keimzellen eine befruchtungsfähige Eizelle. Sie erhält während der Reifeteilung den größten Teil des Zellleibs der Ursprungszelle. Die drei kleineren Zellen werden Polkörperchen genannt und verkümmern.
Grafik: Bei der Befruchtung verschmelzen eine Ei- und Samenzelle Kommen ein Spermium und eine Eizelle zusammen, verschmelzen die beiden Keimzellen und anschließend die Zellkerne.
Grafik: Eine neue Zelle mit vollständigem Erbgut ist entstanden Es ist eine Zelle mit dem vollständigen Erbgut eines Menschen entstanden – eine Hälfte stammt von der Mutter, die andere vom Vater. Aus der Zelle kann sich nun ein Kind entwickeln.
Quellen

Herausgeber:gesundheitsinformation.de

Alberts B. Lehrbuch der Molekularen Zellbiologie. Weinheim: Wiley-VCH; 2021.

Brandes R, Lang F, Schmidt R. Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie. Berlin: Springer; 2019.

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