Behandlung einer Gehirnerschütterung

Einleitung
Nach einer Gehirnerschütterung reichen meist einige Tage Ruhe, um sich zu erholen. Danach ist es sinnvoll, Alltagsaktivitäten langsam wieder zu steigern. Kopfschmerzen und Übelkeit lassen sich mit Medikamenten lindern. Wenn die Beschwerden länger anhalten, können rehabilitative und psychotherapeutische Maßnahmen möglicherweise helfen.
Die Ursache für eine Gehirnerschütterung (leichtes Schädel-Hirn-Trauma) ist meist ein Sturz, ein Verkehrsunfall oder eine Sportverletzung. Dadurch wird das Gehirn verletzt. Typische körperliche Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Außerdem kann es für kurze Zeit zu Problemen bei Gedächtnis, Orientierung und Denkleistung kommen.
Die Symptome verschwinden meist nach wenigen Tagen oder Wochen. Wichtig ist zunächst eine körperliche und geistige Ruhephase – und anschließend eine langsame, schrittweise Rückkehr zu den gewohnten Aktivitäten.
Manchmal halten die Beschwerden auch länger an. Das kann den Alltag erschweren und belastend sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen und die Symptome zu lindern.
Ist ein Krankenhausaufenthalt nötig?
Oft wird empfohlen, nach einer Gehirnerschütterung für 24 Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus zu bleiben. Das ist vor allem eine Vorsichtsmaßnahme: Falls eine seltene Komplikation wie eine Hirnblutung auftritt, kann diese schnell behandelt werden.
Nach Hause zu gehen, ist in der Regel möglich, wenn sich in den 24 Stunden keine Komplikationen zeigen. Es wird empfohlen, dort in den ersten Tagen nicht alleine zu sein.
Falls die Beschwerden innerhalb weniger Tage nach der Verletzung nicht nachlassen oder sich sogar verschlechtern, ist es notwendig, die Ursache wieder im Krankenhaus abklären zu lassen.
Wie verläuft die Genesung?
Normalerweise lässt sich die Genesung in zwei Phasen einteilen:
- Ruhephase (bis zu drei Tage nach der Verletzung): In den ersten Tagen sollte man sich schonen und ausreichend schlafen. Eine vollständige Bettruhe ist nicht nötig – wohl aber, körperliche und geistige Anstrengungen zu vermeiden. Dazu gehört auch, auf Handy, Computer und Fernsehen möglichst zu verzichten.
- Schrittweise Rückkehr zu normalen Aktivitäten (bis zu drei Monate nach der Verletzung): Nach der kurzen Ruhephase ist es sinnvoll, langsam wieder aktiver zu werden. Ob Schule, Job, Hausarbeit oder Bewegung – körperliche und geistige Aktivitäten können nach und nach gesteigert werden. Dabei ist es wichtig, auf den Körper zu hören: Treten Beschwerden auf oder werden diese stärker, sind Pausen nötig. Als Sport eignet sich anfangs leichtes Training wie Gehen oder langsames Radfahren. Anschließend kommen Übungen infrage, bei denen der Kopf nur wenig bewegt wird. Fachleute empfehlen, mit Kontaktsportarten wie Fußball oder Kampfsport zu warten, bis die Symptome vollständig verschwunden sind.
Welche Medikamente helfen gegen akute Beschwerden?
Um akute Beschwerden wie Kopfschmerzen und Übelkeit zu lindern, können vorübergehend Medikamente eingenommen werden. Schmerzmittel wie Paracetamol erhält man ohne Rezept in der Apotheke. Gegen Übelkeit und Erbrechen können Ärztinnen oder Ärzte sogenannte Antiemetika verschreiben.
Was kann ich bei länger anhaltenden Symptomen tun?
Manche Menschen haben nach einer Gehirnerschütterung noch über mehrere Wochen Beschwerden. Möglich sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Langanhaltende Beschwerden können den Alltag einschränken und auch Angehörige belasten.
Viele Menschen finden Wege, besser mit den Beschwerden umzugehen, zum Beispiel:
- Ausruhen: Bei Müdigkeit oder Konzentrationsproblemen können regelmäßige Pausen helfen.
- Vermeiden von Auslösern: Es kann helfen, bestimmte Aktivitäten zu vermeiden oder zu verringern – etwa, zu lange am Computer zu sitzen oder laute Musik zu hören.
- Entspannungstechniken: Um Stress besser zu bewältigen, versuchen einige Menschen Entspannungstechniken wie Meditation.
- Struktur im Alltag: Einigen Menschen hilft es, den Tag bewusst zu strukturieren und zu planen. Dazu können Tages- oder Wochenpläne geeignet sein.
Wie können länger andauernde Beschwerden behandelt werden?
Manchmal lassen sich länger anhaltende Symptome mit solchen Anpassungen im Alltag nicht ausreichend lindern. Dann kommen verschiedene Therapien aus dem Bereich der Rehabilitation, Physio- und Psychotherapie infrage. Welche Behandlung sich eignet, bespricht man am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt. Sie oder er kann bei Bedarf zu einer Facharztpraxis für Neurologie, Neurochirurgie, Rehabilitationsmedizin oder Psychiatrie oder in eine spezialisierte Klinik überweisen.
Studien liefern Hinweise, dass folgende Behandlungen helfen können:
- Physiotherapeutische Verfahren: Mit ihnen können anhaltende Beschwerden wie Schwindel, Kopf- und Nackenschmerzen behandelt werden. Dazu zählen beispielsweise leichtes Ausdauertraining, Bewegungs- und Gleichgewichtsübungen.
- Psychotherapeutische Verfahren: Bei Problemen wie Ängsten, Reizbarkeit oder Antriebslosigkeit sind Behandlungen wie eine kognitive Verhaltenstherapie eine Möglichkeit.
- Interdisziplinäre Ansätze: Um länger anhaltende Symptome nach einer Gehirnerschütterung zu lindern, werden rehabilitative und psychologische Verfahren häufig kombiniert.
Quellen
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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