Dapagliflozin (Forxiga) bei Herzschwäche mit erhaltener Auswurfleistung

Einleitung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2023 geprüft, ob Dapagliflozin (Handelsname Forxiga) für Personen mit Beschwerden infolge einer chronischen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) mit leicht eingeschränkter und erhaltener Auswurfleistung im Vergleich zu einer optimierten individuellen Therapie Vor- oder Nachteile hat.
Für diesen Vergleich legte der Hersteller eine Studie mit 6263 Patientinnen und Patienten vor. Die eine Hälfte bekam Dapagliflozin und die Vergleichsgruppe ein Placebo. Zusätzlich erhielten alle Patientinnen und Patienten eine optimierte Standardtherapie. Unklar blieb, ob die optimierte Standardtherapie bestmöglich an die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten angepasst wurde. Zudem bleibt unklar, ob die Ergebnisse auch für Personen gelten, die an einem Typ-2-Diabetes mellitus, aber nicht an einer chronischen Nierenerkrankung erkrankt sind. Die Teilnehmenden wurden im Mittel (Median) etwa zwei Jahre behandelt. Für diese Personen zeigten sich folgende Ergebnisse:
Welche Vorteile hat Dapagliflozin?
Krankenhauseinweisungen aufgrund der Herzschwäche: Hier deutet die Studie auf einen Vorteil von Dapagliflozin hin: Mit Dapagliflozin wurden 11 von 100 Personen aufgrund der Herzinsuffizienz in ein Krankenhaus eingewiesen, ohne Dapagliflozin waren es 13 von 100 Personen.
Auch bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität deutet die Studie auf einen Vorteil für Dapagliflozin hin.
Schwere Magen-Darm-Erkrankungen: Bei diesen schweren Nebenwirkungen deutet die Studie ebenfalls auf einen Vorteil der Behandlung mit Dapagliflozin hin. Mit Dapagliflozin traten sie bei 3 von 100 Personen auf. In der Gruppe ohne Dapagliflozin war das bei 5 von 100 Personen der Fall.
Welche Nachteile hat Dapagliflozin?
Schwere Covid-19-Infektionen: Hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Dapagliflozin hin: Mit Dapagliflozin traten sie bei 6 von 100 Personen auf. In der Gruppe ohne Dapagliflozin war das bei 5 von 100 Personen der Fall.
Wo zeigte sich kein Unterschied?
Lebenserwartung: Hier gab es keinen Unterschied. In beiden Gruppen waren je 16 von 100 Personen verstorben.
Bei folgenden Aspekten zeigte sich ebenfalls kein Unterschied:
- Herzinfarkte und Schlaganfälle
- Schwere Nebenwirkungen insgesamt
- Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen
- Diabetische Ketoacidose (lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung)
- Gesundheitszustand
Welche Fragen bleiben offen?
Quellen
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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