Empagliflozin (Jardiance) bei Herzschwäche mit verminderter Auswurfleistung

Einleitung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2021 geprüft, ob Empagliflozin (Handelsname Jardiance) für Personen mit chronischer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die eine verminderte Auswurfleistung und Beschwerden haben, im Vergleich zu einer optimierten individuellen Therapie Vor- oder Nachteile hat.
Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller eine Studie mit insgesamt 3730 Personen vor: Die Hälfte von ihnen erhielt zusätzlich zu einer optimierten individuellen Therapie Empagliflozin, die andere Hälfte zusätzlich ein Scheinmedikament (Placebo).
In der Studie zeigten sich folgende Ergebnisse:
Welche Vorteile hat Empagliflozin?
Krankenhauseinweisungen aufgrund der Herzschwäche: Erste Schätzungen deuten hier auf einen Vorteil von Empagliflozin für Personen mit leichter Herzinsuffizienz (Schweregrad 2) hin: Mit Empagliflozin wurden etwa 10 von 100 Personen in ein Krankenhaus eingewiesen. Ohne Empagliflozin waren es etwa 16 von 100 Personen. Für Personen mit einer mittelschweren bis schweren Herzinsuffizienz (Schweregrad 3 und 4) zeigte sich kein Unterschied.
Schwere Nebenwirkungen insgesamt: Erste Schätzungen deuten für Personen mit leichter Herzschwäche (Schweregrad 2) auch bei den schweren Nebenwirkungen insgesamt auf einen Vorteil von Empagliflozin hin: Mit Empagliflozin hatten etwa 26 von 100 Personen schwere Nebenwirkungen. Ohne Empagliflozin waren es etwa 31 von 100 Personen. Für Personen mit einer mittelschweren bis schweren Herzinsuffizienz (Schweregrad 3 und 4) zeigte sich kein Unterschied.
Einzelne schwere Nebenwirkungen, für die erste Schätzungen auf einen Vorteil der zusätzlichen Gabe von Empagliflozin hindeuten, sind schwere Erkrankungen der Nieren und Harnwege, schwere Erkrankungen der Leber und Galle sowie schweres Vorhofflimmern bei Menschen mit leichter Herzinsuffizienz.
Welche Nachteile hat Empagliflozin?
Wo zeigte sich kein Unterschied?
Bei folgenden Aspekten zeigte sich kein (relevanter) Unterschied:
- Lebenserwartung
- Herzinfarkte und Schlaganfälle
- gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Gesundheitszustand
- Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen
- verschiedene Nebenwirkungen: Harnwegsinfekte, Erkrankungen der Geschlechtsorgane und Brustdrüse, diabetische Ketoazidose (lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung)
Welche Fragen sind noch offen?
Quellen
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
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