Inebilizumab (Uplizna) bei Immunglobulin G4-assoziierter Erkrankung
Einleitung
Inebilizumab (Handelsname Uplizna) ist seit Februar 2026 für Erwachsene mit Immunglobulin G4-assoziierter Erkrankung als Langzeitbehandlung zugelassen.
Mit IgG4-assoziierte Erkrankungen (IgG4-RD) bezeichnet man seltene, chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem greift dabei körpereigenes Gewebe an. Es kommt dabei zu schmerzlosen Schwellungen, knotigen Veränderungen oder einer Verdickung von Organen. Meist sind Bauchspeicheldrüse, Speichel- und Tränendrüsen, Nieren, Gallengänge oder die Gefäße betroffen. Auslöser ist ein erhöhter Serumspiegel von dem Antikörper IgG4. Warum es zu einer Erhöhung kommt, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Erste Anzeichen können eine hohe Infektanfälligkeit der Atemwege, der Lunge, des Magen-Darm-Trakts und der Ohren sein.
Inebilizumab soll die Erhöhung von IgG4 abschwächen und die Erkrankung aufhalten.
Anwendung
Der Wirkstoff wird als Infusion gegeben. Die Therapie wird mit 300 mg begonnen und dann 2 Wochen später erneut verabreicht. Dann kommt Inebilizumab alle 6 Monate zum Einsatz. Die Infusionsdauer beträgt etwa 1,5 Stunden.
Die Patientin oder der Patient sollte während der Infusion und für mindestens eine Stunde danach auf Infusionsreaktionen hin überwacht werden.
Andere Behandlungen
Für Personen mit Immunglobulin G4-assoziierter Erkrankung kommen Kortisone (Glukokortikoide), und wenn diese als Therapie nicht ausreichend wirken, auch zusätzlich Rituximab infrage.
Bewertung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2026 geprüft, ob Inebilizumab für Erwachsene mit Immunglobulin G4-assoziierter Erkrankung im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.
Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.
Weitere Informationen
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Inebilizumab (Uplizna).
Quellen
Herausgeber:gesundheitsinformation.de
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Inebilizumab (Immunglobulin G4-assoziierte Erkrankung) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A26-26. 10.06.2026. (IQWiG-Berichte; Band 2263); DOI: 10.60584/A26-26.
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.