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Schmerzmittel bei rheumatoider Arthritis

Schmerzmittel bei rheumatoider Arthritis
Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Entzündungshemmende Schmerzmittel und können Rheumabeschwerden lindern. Sie schützen aber nicht vor Gelenkschäden. Sie eignen sich, um akute Schmerzen zu lindern und die Zeit zu überbrücken, bis die Wirkung krankheitsmodifizierender Mittel einsetzt.

Bestimmte Medikamente gegen rheumatoide Arthritis können Entzündungsreaktionen im Körper hemmen und dadurch Gelenkschäden vorbeugen und Beschwerden lindern. Man bezeichnet sie als krankheitsmodifizierende Mittel. Bis ihre Wirkung einsetzt, kann es allerdings mehrere Wochen dauern. In der Zwischenzeit lassen sich Rheumabeschwerden mit Schmerzmitteln und Kortisonpräparaten lindern.

Welche Schmerzmittel helfen gegen Gelenkschmerzen?

Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika () können gegen Gelenkschmerzen helfen. Dazu gehören:

  • Celecoxib
  • Diclofenac
  • Etoricoxib
  • Naproxen

In Studien linderten diese Mittel die Beschwerden bei etwa 15 von 100 Personen.

Welche Nebenwirkungen können nicht steroidale Antirheumatika haben?

Mögliche Nebenwirkungen entzündungshemmender Schmerzmittel sind:

  • Magenverstimmungen: bei etwa 3 von 100 Personen.
  • Magengeschwüre und Magenblutungen: bei bis zu 2 von 100 Personen, die über 1 Jahr regelmäßig nehmen.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: bei bis zu 1 von 100 Personen, die über 1 Jahr regelmäßig nehmen.

Wie hoch das Risiko für Nebenwirkungen und Komplikationen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Dosis und dem Wirkstoff. Celexocib und Etoricoxib führen beispielsweise seltener zu Magenbeschwerden als andere .

Die genannten können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte etwas erhöhen. Unter allen ist bei Naproxen dieses Risiko am geringsten. Daher ist es für Menschen mit Rheuma und einer Herz-Kreislauf-Erkrankung am besten geeignet.

Bei langfristiger Einnahme können Magengeschwüre verursachen. Dies macht sich in der Regel durch drückende Schmerzen im Oberbauch bemerkbar, die vor allem nach dem Essen auftreten, wenn der Magen mehr Säure produziert. Manchmal bleibt ein aber auch unbemerkt und wird erst festgestellt, wenn es zu ernsthaften Komplikationen wie einer Magenblutung kommt.

Wann ist das Risiko für Nebenwirkungen erhöht?

Magengeschwüre oder Blutungen treten eher bei Menschen auf, die

  • über 65 Jahre alt sind,
  • andere ernsthafte Erkrankungen haben, insbesondere des Magen-Darm-Trakts, wie oder ,
  • bereits eine Magenschleimhautentzündung, ein Magengeschwür oder eine Magenblutung hatten,
  • eine mit Helicobacter-pylori-Bakterien haben,
  • viel Alkohol trinken,
  • gerinnungshemmende Herzmedikamente einnehmen, zum Beispiel „Marcumar“ oder ( wie in „Aspirin“),
  • ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI),
  • Kortikosteroide () oder
  • mehrere entzündungshemmende Schmerzmittel gleichzeitig einnehmen.

Bei Menschen mit Nierenerkrankungen können unter Umständen die Nierenfunktion dauerhaft weiter verschlechtern.

Wie kann man Nebenwirkungen vermeiden?

sollten nur bei Bedarf und nicht über längere Zeit eingenommen werden – also nur, wenn es bei akuten Schmerzen nötig ist. Wichtig ist, sie möglichst niedrig zu dosieren und die tägliche Höchstdosis nicht zu überschreiten. Wer in Erwägung zieht, bespricht am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt, welches Mittel und welche Dosierung geeignet ist.

Das Risiko für Komplikationen des Magen-Darm-Trakts lässt sich deutlich senken, wenn zusammen mit Mitteln zum Schutz der Magenschleimhaut eingenommen werden. Dazu gehören insbesondere sogenannte Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol und Pantoprazol.

Eine Alternative ist, Diclofenac oder als Salbe oder Gel auf die schmerzenden Gelenke aufzutragen. Das Risiko für Nebenwirkungen ist dann deutlich geringer als bei der Tabletten-Einnahme.

Hilft Paracetamol bei Rheuma?

Das Schmerzmittel wirkt nur schwach entzündungshemmend. Studien zeigen, dass es Menschen mit Rheuma kaum hilft und ihre Schmerzen deutlich schlechter lindert als .

Wenn man dennoch nimmt, ist es wichtig, auf die richtige Anwendung zu achten: In höherer Dosierung kann es Leber und Nieren schädigen. Daher sollen Erwachsene laut Beipackzettel höchstens 4 Gramm (4000 Milligramm) pro Tag einnehmen. Dies entspricht zum Beispiel 8 Tabletten mit je 500 Milligramm (mg) . Zudem wird empfohlen, zwischen der Einnahme der Tabletten einen Abstand von mindestens 6 Stunden einzuhalten. Die maximale Tagesdosis wäre also erreicht, wenn jemand über einen Tag verteilt im Abstand von 6 Stunden jeweils 2 Tabletten mit je 500 mg einnimmt.

Wann ist eine Behandlung mit Kortison sinnvoll?

Kortisonpräparate (auch: Glukokortikoide) wie zum Beispiel Prednisolon helfen gegen Schmerzen und Gelenkschwellungen. Ihre Wirkung setzt schnell ein und ist stärker als die von . Sie können helfen, die Zeit zu überbrücken, bis die Basistherapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten wirkt. Kortisonpräparate können auch zur vorübergehenden Behandlung von Rheumaschüben eingesetzt werden. Fachleute empfehlen aber, die Mittel höchstens 3 bis 6 Monate lang einzunehmen – auch weil die Wirksamkeit der Medikamente mit der Zeit nachlassen kann.

Wenn sie längerfristig eingenommen werden, können Kortisonpräparate eine Reihe von ernsthaften Nebenwirkungen haben. Unter anderem können sie das Risiko für Infektionen erhöhen. Für Menschen mit kann es außerdem sinnvoll sein, sie mit anderen Mitteln zu kombinieren, wie Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten, um Knochenbrüchen vorzubeugen.

Wenn die Behandlung mit zu schnell beendet wird, können sich die Beschwerden verstärken. Deshalb ist es wichtig, die Dosis langsam zu verringern.

Kortisonpräparate können auch als örtliche Behandlung in einzelne Gelenke gespritzt werden, um stärker entzündete Gelenke gezielt zu behandeln. Das Risiko von Nebenwirkungen, die den gesamten Körper betreffen, ist dann geringer. Trotzdem können örtliche Nebenwirkungen auftreten, wie eine im betroffenen Gelenk. Allerdings gibt es bislang nur wenige aussagekräftige Studien, in denen die Vor- und Nachteile solcher Spritzen untersucht wurden.

Quellen

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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