Teprotumumab (Tepezza) bei Orbitopathie
Einleitung
Teprotumumab (Handelsname Tepezza) ist seit Juni 2025 für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie zugelassen.
Eine endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunerkrankung, die häufig im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberfunktion bei Morbus Basedow auftritt. Dabei greift das körpereigene Immunsystem irrtümlich das Gewebe hinter den Augen an.
Die Folge: Das Binde- und Fettgewebe in der Augenhöhle entzündet sich und schwillt an. Dadurch werden die Augäpfel nach vorne gedrückt, die Augen quellen hervor (Exophthalmus). Folgen können unter anderem Bewegungseinschränkungen der Augen, Sehstörungen (wie Doppelbilder), Schmerzen und Druckgefühl sein.
Die Erkrankung verläuft in zwei Phasen:
- einer akuten (aktiv entzündlichen) Phase, die meist 12 bis 18 Monate andauert und mit Medikamenten behandelt wird, sowie
- einer chronischen (inaktiven) Phase, in der eine Operation infrage kommen kann.
Der Verlauf einer endokrinen Orbitopathie kann sehr unterschiedlich sein.
Teprotumumab ist als Antikörper für beide Phasen zugelassen und soll die Entzündung hemmen und die Beschwerden verbessern.
Anwendung
Andere Behandlungen
Bei der endokrinen Orbitopathie richtet sich die Behandlung in der akuten Phase danach, ob eine Behandlung bereits versucht wurde und welche Grunderkrankungen (wie zum Beispiel ein Morbus Basedow) bestehen. Dann kommen Methylprednisolon (mit oder ohne Mycophenolat Mofetil), Kortison mit Strahlentherapie, Cyclosporin oder Azathioprin sowie Rituximab infrage. In der chronischen Phase kommt abwartendes Beobachten infrage. Zudem kann den Betroffenen auch eine Operation angeboten werden.
Bewertung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2026 geprüft, ob Teprotumumab bei mittelschwerer bis schwerer Orbitopathie im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.
Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.
Weitere Informationen
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Teprotumumab (Tepezza).
Quellen
Herausgeber:gesundheitsinformation.de
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Teprotumumab (endokrine Orbitopathie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A26-18. 22.05.2026. (IQWiG-Berichte; Band 2248); DOI: 10.60584/A26-18.
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.