Voclosporin (Lupkynis) bei Lupusnephritis

Einleitung
Voclosporin (Handelsname Lupkynis) ist seit September 2022 zur Behandlung von Erwachsenen mit aktiver schwerer Lupusnephritis zugelassen. Es wird mit dem Wirkstoff Mycophenolatmofetil kombiniert.
Eine Lupusnephritis ist eine Entzündung der Nieren, die als Folge des systemischen Autoantikörper-positiven Lupus erythematodes (SLE) bei etwa der Hälfte der Betroffenen auftritt. SLE zählt zu den chronischen Autoimmunerkrankungen: Das Abwehrsystem greift den eigenen Körper an, indem es Antikörper gegen körpereigene Eiweißstoffe (Autoantikörper) bildet. Die Autoantikörper lösen in verschiedenen Organen Entzündungen aus. Dadurch werden Organe geschädigt, insbesondere die Nieren. Folgen einer Lupusnephritis sind beispielsweise:
- eine Proteinurie, bei der zu viel Eiweiß über den Urin ausgeschieden wird
- Blut im Urin, das aber mit bloßem Auge nicht sichtbar ist
- Nierenversagen
- Bluthochdruck
- Kopfschmerzen
- Fieber
Eine Lupusnephritis wird anhand einer Biopsie der Niere in 6 Klassen eingeteilt. Voclosporin ist für die Klassen 3 bis 5 zugelassen und ist ein Calcineurin-Inhibitor, der das Immunsystem hemmen und dadurch die Entzündung lindern soll.
Anwendung
Den Wirkstoff gibt es als Kapsel in einer Dosierung von 7,9 mg. Die empfohlene Dosis beträgt 2-mal täglich 23,7 mg (3 Kapseln mit 7,9 mg). Zwischen den Einnahmen sollte ein Mindestabstand von acht Stunden eingehalten werden. Nach sechs Monaten wird mit der Ärztin oder dem Arzt abgewogen, ob die Therapie fortgeführt wird.
Andere Behandlungen
Bewertung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2023 geprüft, ob Voclosporin (Lupkynis) bei Patientinnen und Patienten mit aktiver schwerer Lupusnephritis im Vergleich zu den individuellen Therapien Vor- oder Nachteile hat.
Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.
Weitere Informationen
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Voclosporin (Lupkynis).
Quellen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Voclosporin (Lupusnephritis) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A23-16. 30.05.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1568).
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Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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