InformationenWas passiert bei einer Schlaflabor-Untersuchung?

Was passiert bei einer Schlaflabor-Untersuchung?

Was passiert bei einer Schlaflabor-Untersuchung?
Nächstes Update: 2027
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Wann kommt eine Untersuchung im Schlaflabor infrage?

In einem Schlaflabor arbeiten Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, zum Beispiel der Inneren Medizin, Neurologie, Kardiologie, Lungenheilkunde und Psychologie. Sie befassen sich vor allem mit Schlafstörungen, die über mehr als ein halbes Jahr nicht erfolgreich behandelt werden konnten und die Psyche oder die Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen. Ursachen können zum Beispiel sein:

Wie bereitet man sich darauf vor?

Wer Probleme beim Ein- oder Durchschlafen bemerkt, kann über einige Zeit ein Schlafprotokoll in Tabellenform führen: Hier wird nach jeder Nacht eingetragen, wann man ins Bett gegangen und wann man aufgestanden ist, welche Medikamente eingenommen wurden und wie man den eigenen Schlaf und nächtliche Wachzeiten selbst bewertet. Ebenso lässt sich festhalten, wann man was gegessen oder getrunken hat und ob man abends sportlich oder anderweitig aktiv war. Wichtig ist auch, besondere Tagesereignisse oder seelische Belastungen zu notieren.

Für die Untersuchung im Schlaflabor ist meist ein Aufenthalt von 2 oder 3 Nächten nötig. Am Tag der Ankunft sollte man ab 14 Uhr keinen Kaffee, schwarzen Tee oder Alkohol mehr trinken und tagsüber nicht schlafen. Es wird geraten, mit frisch gewaschenen Haaren zur Untersuchung zu kommen und keine Haarstyling-Produkte zu verwenden, weil Elektroden auf der Kopfhaut angebracht werden, die gut haften müssen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung im Schlaflabor beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Dabei fragt die Ärztin oder der Arzt nach den konkreten Schlafproblemen und Erkrankungen, nach körperlicher Aktivität, bestimmten Gewohnheiten sowie dem Kaffee- und Alkoholkonsum. Um Aussagen über nächtliche Atemaussetzer und Schnarchen geben zu können, kann es hilfreich sein, die Partnerin oder den Partner zum Gespräch mitzunehmen.

Wenn man sich dann am Abend hinlegt, werden verschiedene Messgeräte angeschlossen: An Kopf und Körper werden Elektroden angebracht und an Bauch und Brustkorb ein Gurt angelegt. Das Tragen der Elektroden und Gurte kann anfangs etwas unangenehm sein, ist aber nicht schmerzhaft. In einigen Testlaboren werden die Schlafsignale ohne Kabel übertragen. Werden Kabel verwendet, werden diese zusammengebunden, um mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Man kann also seine übliche Schlafposition einnehmen. Unter solchen Umständen einzuschlafen, ist zwar ungewohnt, gelingt aber den meisten besser als gedacht.

Nach dem Einschlafen wird der gesamte Schlaf überwacht und analysiert. Gemessen werden:

  • die Gehirnströme mit einem Elektroenzephalogramm (EEG),
  • die Herzfrequenz mit dem Elektrokardiogramm (EKG),
  • die Augenbewegungen mit dem Elektrookulogramm (EOG),
  • die Muskelaktivität mit der Elektromyografie (EMG) sowie
  • die Sauerstoffsättigung im Blut (sogenannte Pulsoxymetrie). Dafür wird in der Regel ein Sensor auf die Fingerspitze geklebt.

Zusätzlich ist eine Videoaufzeichnung möglich.

Diese Art der nächtlichen Untersuchung wird auch Polysomnografie genannt. Manchmal können auch tagsüber im Schlaflabor Tests oder Befragungen nötig sein. Wenn keine weiteren Untersuchungen anstehen, bieten manche Schlaflabore bei mehrtägigen Aufenthalten auch an, dass man tagsüber nach Hause geht und erst abends wiederkommt.

Was passiert danach?

Bei den nächtlichen Aufzeichnungen fällt eine große Datenmenge an, die ausgewertet werden muss. Deshalb erhält man meist nicht sofort ein Ergebnis. In der Regel wird ein Termin für eine Nachbesprechung vereinbart. Dabei werden die und die Behandlungsmöglichkeiten erläutert.

Quellen

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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