InformationenWie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Nächstes Update: 2029

Einleitung

Bei einem Kaiserschnitt wird das Kind durch einen Schnitt in die Bauchdecke und die Gebärmutter auf die Welt geholt. Manchmal ist die Operation schon Wochen vorher geplant. Die Entscheidung kann aber auch kurzfristig während einer vaginalen Geburt fallen. Meist findet der Eingriff unter statt. Nach einem Kaiserschnitt bleiben Mutter und Kind einige Tage im Krankenhaus.

Bei Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft kann sich zeigen, dass ein erhöhtes Risiko für Geburtsprobleme besteht – etwa, weil das Kind quer in der Gebärmutter liegt oder die nicht mehr so gut arbeitet. Dann kann ein nötig sein, um das Kind oder die Frau zu schützen. Häufiger müssen die Vor- und Nachteile einer Kaiserschnittgeburt aber abgewogen werden. Dann bespricht die Schwangere mit ihrer Hebamme, ihrer Ärztin oder ihrem Arzt die medizinischen Aspekte sowie ihre Wünsche und Bedürfnisse für die Geburt. Gemeinsam können sie entscheiden, ob ein Kaiserschnitt infrage kommt.

Gut zu wissen:

Der Text „Wann kommt ein Kaiserschnitt infrage?“ informiert über mögliche Gründe für einen Kaiserschnitt sowie die Vor- und Nachteile.

In der Regel ist genug Zeit, sich auf einen Kaiserschnitt vorzubereiten. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine vaginale Geburt geplant war oder schon begonnen hat, dann aber ein rascher Kaiserschnitt nötig wird.

Was ist ein primärer, ein sekundärer und ein Notkaiserschnitt?

Von einem primären Kaiserschnitt (primäre Sectio) spricht man, wenn das Kind auf die Welt geholt wird, bevor die Wehen begonnen haben oder die Fruchtblase geplatzt ist. In der Regel wird für den Eingriff ein Termin festgelegt, der etwa eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin liegt – also zu Beginn der 40. Schwangerschaftswoche.

Findet der statt, nachdem die Geburt bereits begonnen hat, spricht man von einem sekundären Kaiserschnitt (sekundäre Sectio). Häufig bleiben der Schwangeren und ihrer Begleitperson trotzdem noch etwas Zeit, sich gemeinsam auf den Eingriff einzustellen.

Muss es schnell gehen, spricht man oft auch von einem eiligen . Ist das Kind oder die Frau akut gefährdet, wird sofort ein durchgeführt. Innerhalb von 20 Minuten ist das Kind dann meist auf der Welt.

Wie bereite ich mich auf einen Kaiserschnitt vor?

Steht vorab fest, dass das Kind mit einem zur Welt kommen soll, können bei der Vorbereitung Gespräche mit der Hebamme oder mit Frauen helfen, die bereits einen Kaiserschnitt erlebt haben. Außerdem ist es gut, vor der Geburt einige praktische Vorkehrungen zu treffen. Dazu gehört beispielsweise:

  • sich um eine Hebamme zu kümmern, die in der ersten Zeit nach der Geburt regelmäßig nach Mutter und Kind schaut
  • Hilfe zu organisieren, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bei der Versorgung des Kindes und im Haushalt unterstützt, etwa indem das andere Elternteil Urlaub oder Elternzeit in Anspruch nimmt. Manchmal kann auch eine Haushaltshilfe bei der gesetzlichen Krankenkasse beantragt werden.
  • mit der Ärztin, dem Arzt oder der Hebamme zu besprechen, wie mit Schmerzen nach dem Kaiserschnitt umgegangen werden kann und wie viel Schonung in den ersten Tagen und Wochen nötig ist

In einigen Kliniken gibt es Familienzimmer. Dort kann der Partner, die Partnerin oder eine andere Begleitperson ebenfalls übernachten und sich um das Baby kümmern. Der Aufpreis für das Familienzimmer wird normalerweise nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Welche Wünsche zum Ablauf des Kaiserschnitts kann ich einbringen?

Frauen erleben die Geburt positiver, wenn sie den Verlauf mitbestimmen können. Deshalb ist es wichtig, dass ihre Vorstellungen, Erwartungen und Bedürfnisse in die Planung einfließen. In einem Vorgespräch in der Klinik ihrer Wahl kann die Schwangere schon vorher ihre Wünsche und Fragen besprechen. Eine Begleitperson kann bei diesem Gespräch dabei sein.

Dabei kann die Schwangere zum Beispiel besprechen:

  • ob jemand sie zur Kaiserschnittgeburt begleiten wird
  • ob der Eingriff in (Peridural- oder Spinalanästhesie) oder in () erfolgen soll
  • was sie sich vor oder während des Eingriffs zur Beruhigung wünscht – zum Beispiel Musik
  • ob sie sich wünscht, die Geburt ihres Kindes durch ein Sichtfenster im OP-Tuch zu sehen oder ob der Sichtschutz zwischen Kopf und Bauch ab einem bestimmten Zeitpunkt der OP abgesenkt werden soll (sogenannte Kaisergeburt)
  • wie das Abnabeln des Babys verläuft
  • ob ihr das Baby möglichst direkt nach dem Kaiserschnitt auf die Brust gelegt werden soll
  • ob sie nach dem Kaiserschnitt stillen möchte

Was passiert vor dem geplanten Kaiserschnitt?

Wie vor jeder Operation muss eine ausführliche ärztliche Aufklärung stattfinden. Dazu gehören Informationen über den Ablauf des Kaiserschnitts und mögliche Komplikationen. Auch die wird detailliert besprochen.

Am vereinbarten Termin wird die Schwangere auf der Geburtsstation aufgenommen. Vor dem Eingriff legt sie Kleidung und Schmuck ab und zieht ein OP-Hemd an. Danach bekommt sie einen Zugang in eine Vene gelegt, meist am Unterarm. Darüber bekommt sie Medikamente und Flüssigkeit. Zudem erhält sie in der Regel ein Antibiotikum, um Infektionen vorzubeugen.

Vor dem Kaiserschnitt werden die Herztöne des Ungeborenen kontrolliert. Es bleibt genug Zeit, um sich mit der Begleitperson auszutauschen und gemeinsam auf den Eingriff einzustellen. Die Begleitperson erhält OP-Kleidung, eine Haarhaube und einen Mundschutz. Die Schwangere wird in ihrem Bett zum Operationsbereich gebracht. In der sogenannten OP-Schleuse wechselt sie aus ihrem Bett auf den OP-Tisch.

Wie funktioniert die Narkose?

Ein findet meist mit einer statt, der sogenannten Spinalanästhesie (SPA). Das bedeutet, dass nur die untere Körperhälfte betäubt ist, sodass die Frau möglichst keine Schmerzen spürt. Sie ist aber bei vollem Bewusstsein und merkt, wenn das Geburtshilfe-Team während des an ihrem Körper zieht oder drückt. Der wesentliche Vorteil im Vergleich zur : Die Frau erlebt die Geburt mit und kann das Kind danach schneller in Empfang nehmen. Zudem ist das Kind direkt nach der Geburt wacher und braucht seltener eine intensivere Überwachung. Eine kommt nur in Notfällen infrage oder wenn eine Frau dies ausdrücklich wünscht.

Bei der Spinalanästhesie wird – nach örtlicher Betäubung – im Bereich der eine Nadel bis in den sogenannten Spinalraum vorgeschoben, der mit Rückenmarksflüssigkeit gefüllt ist. Dorthin wird ein örtlich betäubendes Medikament gespritzt.

Bei einem kurzfristig nötigen kann auch eine sogenannte Periduralanästhesie (PDA) infrage kommen. Die Voraussetzung ist, dass diese bereits gelegt wurde, um Schmerzen bei einer vaginalen Geburt zu lindern. Bei einer PDA werden über einen kleinen Schlauch () Medikamente in den sogenannten der geleitet, um die Weiterleitung der Schmerzsignale über das Rückenmark zum Gehirn zu unterbinden.

Die vereinfachte anatomische Grafik zeigt eine Periduralanästhesie in Detailansicht (rechts) und ihre Position in der Wirbelsäule.

Bei beiden -Formen kann es zu vorübergehenden Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen und Übelkeit kommen. Die Kopfschmerzen bessern sich oft im Liegen. Medizinisch wird dies als „postpunktuelles “ zusammengefasst.

Wie läuft der Kaiserschnitt ab?

In einem Vorbereitungsraum oder im OP-Saal wird die oder die eingeleitet. Die Frau wird mit verschiedenen Überwachungsgeräten verbunden, etwa für Blutdruck und Sauerstoff, sowie mit einem EKG. Während des Eingriffs betreuen sie ärztliche und pflegerische Fachkräfte sowie eine Hebamme. Der genaue Ablauf kann sich je nach Klinik unterscheiden.

Findet der mit einer statt, kann in der Regel eine Begleitperson beim dabei sein. Während die Frau die erhält, wartet die Begleitperson meist außerhalb des OP-Saals. Danach darf sie dazukommen und neben dem Kopf der Schwangeren sitzen.

Die Arme der Frau liegen seitlich auf Armstützen, manchmal werden die Handgelenke locker mit Klett oder Gurten festgeschnallt. So können ihre Hände nicht versehentlich in das sterile OP-Feld geraten. Ein wird in die Harnröhre gelegt. Der OP-Bereich wird mit einem Sichtschutz auf Brusthöhe der Frau abgetrennt, der Bauch desinfiziert und mit sterilen Tüchern abgedeckt. Dann beginnt der Eingriff. Die Narkoseärztin oder der Narkosearzt überwacht während des Eingriffs, wie es der Frau geht, und kümmert sich um die Schmerzlinderung.

Die Ärztin oder der Arzt macht am Unterbauch einen Hautschnitt und eröffnet die oberste Schicht der Bauchdecke. Weitere Gewebeschichten wie die Bauchmuskeln werden in der Regel mit den Fingern aufgedehnt. Danach wird ein Schnitt in die Gebärmutter gemacht, um das Kind auf die Welt zu holen. In manchen Krankenhäusern kann dann der Sichtschutz gesenkt werden oder es gibt ein Sichtfenster im OP-Tuch, damit die Eltern sehen, wie ihr Kind geboren wird.

Die Frau spürt dabei ein kräftiges Ruckeln, Drücken und Ziehen, was unangenehm sein kann. Vom ersten Schnitt bis zum Herausholen des Kindes dauert es meist nur wenige Minuten.

Die fotorealistische Grafik zeigt die Geburt des Kindes bei einer Kaiserschnitt-Operation

Nach dem Durchtrennen der Nabelschnur wird das Kind in ein warmes Tuch gewickelt. Geht es ihm gut, können die Eltern es nun begrüßen.

Um die Ablösung der von der Gebärmutterwand zu unterstützen, erhält die Frau meist ein Medikament. Dann hebt die Ärztin oder der Arzt die durch den Bauchschnitt heraus. Anschließend wird die Operationswunde geschlossen. In der Zeit liegt das Kind auf der Brust der Mutter oder die Begleitperson hält es auf dem Arm.

Was passiert bei einem Notkaiserschnitt?

Ist das Kind oder die Frau bei einer vaginalen Geburt akut gefährdet, wird sofort ein durchgeführt. Innerhalb von 20 Minuten ist das Kind dann meist auf der Welt. Dafür ist in der Regel eine nötig. Hat die Frau für die vaginale Geburt bereits eine Periduralanästhesie (PDA), können die nötigen Medikamente darüber gegeben werden. Dann ist meist keine zusätzliche notwendig. Ob genug Zeit für eine Spinalanästhesie ist, hängt von der Situation ab. Bei einem in sind in der Regel keine Begleitpersonen wie die Partnerin oder der Partner im OP-Saal dabei.

Ein lässt meist keine Zeit, sich auf den Eingriff einzustellen. Das kann sehr belastend sein. Denn so wichtig der ist, um das Kind sicher auf die Welt zu bringen: Oft wirkt die Situation bedrohlich, hinzu kommt die Sorge um das Kind. Manche Frauen erleben einen als traumatische Erfahrung. Ärztinnen, Ärzte und Hebammen können durch eine einfühlsame Betreuung und Nachgespräche dabei helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Und sie können weitergehende Unterstützung und Beratung anbieten oder vermitteln – auch wenn sich die Belastung erst längere Zeit nach der Geburt zeigt.

Wann kann nach einem Kaiserschnitt das Bonding beginnen?

Hautkontakt und intensives Kuscheln nach der Geburt helfen dem Baby, sich sicher und geborgen zu fühlen und sich an die neue Situation zu gewöhnen. Dies fördert die Entstehung der besonderen Bindung zwischen Eltern und Kind (Bonding). Meist ist es nach einem möglich, das Kind auf die Brust der Mutter zu legen und, nachdem die Geräte und Kabel entfernt wurden, in den Arm zu nehmen. Wenn die Mutter möchte, kann sie das Baby dann schon zum ersten Mal stillen.

Wenn die Frau eine hatte oder das Kind medizinisch behandelt werden muss, kann es etwas dauern, bis sie ihr Baby zum ersten Mal in die Arme nehmen kann. Der Beginn des Bondings kann aber nachgeholt werden. Auch der Partner, die Partnerin oder eine andere nahestehende Person kann nach der Geburt mit dem Kind kuscheln.

Wie werde ich nach dem Kaiserschnitt versorgt?

Geht es der Mutter und dem Baby gut, kommen sie nach dem meistens für ein paar Stunden in den Kreißsaal. Dort überwacht sie das Geburtshilfe-Team. Anschließend geht es auf die Wochenstation. Wenn medizinisch nichts dagegenspricht, darf die Frau kurz nach dem wieder essen und trinken. Auch Aufstehen ist möglich, jedoch am Anfang oft schmerzhaft. Dann hilft das Krankenhauspersonal beim ersten Aufstehen und Gehen.

Der wird entfernt, sobald die Frau selbstständig die Toilette aufsuchen kann. Duschen kann sie, sobald ihr Kreislauf stabil ist.

Manchmal ist der Stillbeginn nach einem schwieriger – zum Beispiel nach einer oder wenn die Wunde stark schmerzt. Hebammen und Stillberaterinnen können beim Stillbeginn unterstützen.

Die Operationswunde kann noch einige Tage wehtun – besonders beim Husten, Aufstehen und Gehen. Auch kann es schwerfallen, das Baby zu tragen. Die Hebamme oder physiotherapeutisches Personal unterstützen dabei und zeigen, wie man sich schonend bewegt. Bei Bedarf kann die Frau Schmerzmittel nehmen, auch wenn sie stillt. Dafür werden Medikamente ausgewählt, die dem Baby nicht schaden.

Auch nach einem kommt es in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt zu Nachwehen. Diese sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zurückbildet.

Wie verlaufen die ersten Tage und Wochen nach einem Kaiserschnitt?

Nach einem bleiben Mutter und Kind etwa 3 bis 4 Tage im Krankenhaus. In den ersten Tagen zu Hause hat die Mutter aufgrund des Eingriffs oft Schmerzen und kann sich nur eingeschränkt bewegen. Daher ist Unterstützung im Alltag besonders wichtig.

Die Kaiserschnittwunde verheilt innerhalb von zwei Wochen – die Fäden lösen sich von selbst auf. Die Narbe kann sich noch für längere Zeit taub anfühlen oder jucken. Es kann zudem einige Wochen oder sogar Monate dauern, bis die Frau die Folgen des Eingriffs nicht mehr spürt.

Die fotorealistische Grafik zeigt die Narbe nach einer Kaiserschnitt-Operation

Während der ersten zwölf Wochen nach der Geburt haben Frauen Anspruch auf die Begleitung einer Hebamme. Sie schaut, wie es Mutter und Kind geht, beantwortet Fragen und kann hilfreiche Tipps für den Umgang mit einem Neugeborenen geben. Zudem untersucht sie bei der Mutter unter anderem die Wundheilung, den Bauch und die Brüste und unterstützt beim Stillen. Bei Problemen, das Kind zu stillen oder zu ernähren, besteht auch nach den zwölf Wochen Anspruch auf die Hilfe einer Hebamme. Zudem gehen die meisten Frauen 6 bis 8 Wochen nach der Geburt zur Nachuntersuchung zu ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.

Damit die Operationswunde heilen kann, sollten Belastungen wie schweres Heben in den ersten Wochen vermieden werden. Wie auch nach einer vaginalen Geburt können Frauen nach Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt mit einem Rückbildungskurs beginnen. Dabei geht es vor allem um Übungen zur Kräftigung der Bauch-, Beckenboden- und Rückenmuskulatur.

In den ersten Wochen nach der Geburt werden Neugeborene in regelmäßigen Abständen untersucht. Dabei werden beispielsweise die Grob- und Feinmotorik und die Wahrnehmung geprüft. Zudem werden Blutuntersuchungen durchgeführt und die Hüftgelenke per Ultraschall auf Fehlstellungen untersucht.

Gut zu wissen:

Die ersten 6 bis 8 Wochen nach der Geburt nennt man auch Wochenbett. Diese Zeit dient dem ausgiebigen Kennenlernen von Eltern und Kind und der Erholung der Mutter nach der Geburt.

Quellen

Herausgeber:gesundheitsinformation.de

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