InformationenWann kommt ein Kaiserschnitt infrage?

Wann kommt ein Kaiserschnitt infrage?

Nächstes Update: 2029

Einleitung

Etwa jedes dritte Kind in Deutschland wird per Kaiserschnitt geboren. Manchmal ist ein Kaiserschnitt aus medizinischen Gründen nötig – in vielen Situationen ist er aber nicht zwingend. Dann kann die Frau gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt und ihrer Hebamme das Für und Wider abwägen.

Die Entscheidung für einen Kaiserschnitt kann schon Wochen vor der Geburt feststehen. Es ist aber auch möglich, dass sie erst kurz vor oder während einer vaginalen Geburt fällt. Für – oder gegen – einen Kaiserschnitt kann es unterschiedliche Gründe geben.

Was ist ein Kaiserschnitt?

Ein Kaiserschnitt ist eine Bauchoperation, um das Baby auf die Welt zu bringen. Dafür wird ein etwa 8 bis 12 cm langer Hautschnitt quer in den Unterbauch der Frau gemacht. Die weiteren Gewebeschichten wie die Bauchmuskeln werden meist mit den Fingern aufgedehnt. Durch einen Schnitt in die Gebärmutter wird das Kind geboren.

Der Kaiserschnitt wird auch genannt. In der Fachsprache heißt er „“ oder kurz „Sectio“. Der Eingriff findet meist unter (Peridural- oder Spinalanästhesie) statt, seltener unter . Bei der ist die Frau bei Bewusstsein, spürt aber keine oder kaum noch Schmerzen in der unteren Körperhälfte.

Gut zu wissen:

Darüber, was bei einer Kaiserschnitt-Operation genau passiert, informiert der Text „Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?“.

Wann ist ein Kaiserschnitt unbedingt nötig?

Während der Schwangerschaft oder bei der Geburt kann es zu Komplikationen kommen, die eine vaginale Geburt zu risikoreich oder sogar unmöglich machen. Dann kann das Kind mit einem Kaiserschnitt sicher auf die Welt geholt werden.

Zu den Situationen, die einen Kaiserschnitt nötig machen können, gehören:

  • Das Kind liegt so, dass eine vaginale Geburt riskant oder unmöglich ist (zum Beispiel in einer Querlage).
  • Die liegt vor dem Muttermund und blockiert den Geburtsweg.
  • Die Nabelschnur liegt zwischen Kind und Geburtsweg (Nabelschnurvorfall).
  • Die Gebärmutterwand droht zu reißen.
  • Die löst sich zu früh von der Gebärmutterwand.
  • Die Herztonaufzeichnung (CTG) beim Kind weist darauf hin, dass es dem Kind nicht gut geht.
  • Es besteht der Verdacht, dass das Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Weniger als 10 von 100 Kaiserschnitten werden aus solch zwingenden Gründen durchgeführt.

Welche anderen medizinischen Gründe kann es für einen Kaiserschnitt geben?

Manchmal ist eine vaginale Geburt mit leicht erhöhten Risiken verbunden. Dann kann die Frau gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt und ihrer Hebamme abwägen, welche Art der Geburt für sie und ihr Kind am besten ist. Denn auch ein Kaiserschnitt hat gewisse Risiken.

In diesen Situationen ist ein Kaiserschnitt nicht zwingend erforderlich, aber möglich:

  • ein vorangegangener Kaiserschnitt: Meist ist nach einem früheren Kaiserschnitt eine vaginale Geburt möglich und ausreichend sicher. Durch die Narbe erhöht sich jedoch das Risiko für einen Gebärmutterriss bei einer vaginalen Geburt. Es ist auch wahrscheinlicher, dass die bei nachfolgenden Schwangerschaften ungünstig liegt. Das können Ärztinnen und Ärzte durch Untersuchungen feststellen. Spricht medizinisch nichts dagegen, hat die Schwangere die Wahl, ob sie eine vaginale Geburt oder einen erneuten Kaiserschnitt möchte.
  • Beckenendlage (Steißlage): Die meisten Kinder werden mit dem Kopf voran geboren. Bei einer Beckenendlage liegt das Kind mit dem Po oder den Füßen nach unten. Auch dann ist oft eine vaginale Geburt möglich, die Frau kann sich aber auch für einen Kaiserschnitt entscheiden. Außerdem kann die Ärztin oder der Arzt wenige Wochen vor der Geburt versuchen, das Kind im Bauch von außen in die Schädellage zu drehen. Das nennt man äußere Wendung.
  • verzögertes Wachstum des Kindes: Manchmal wird beim Ultraschall festgestellt, dass das Kind kleiner ist als erwartet, weil es über die zu wenig Nährstoffe und Sauerstoff erhält. Dann stellt sich die Frage, ob eine vaginale Geburt für das Kind zu belastend ist. Die Entscheidung für oder gegen einen Kaiserschnitt hängt unter anderem davon ab, wie auffällig der Ultraschallbefund ist und in welcher Schwangerschaftswoche sich die Frau befindet.
  • Mehrlingsgeburt: Ist eine Frau mit zwei oder mehr Kindern schwanger, richtet sich die Entscheidung für oder gegen einen Kaiserschnitt zum Beispiel danach, wie das Kind im Bauch liegt, das zuerst geboren wird. Eine Rolle spielen auch Komplikationen in der Schwangerschaft – etwa, wenn die die Kinder nicht mehr ausreichend versorgen kann. Mit dem Kaiserschnitt soll dann zum Beispiel eine Unterversorgung der Kinder vermieden werden. Bei Schwangerschaften mit mehr als zwei Kindern wird fast immer ein Kaiserschnitt empfohlen.
  • Frühgeburt: Kommt es mehrere Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zu Wehen oder einem vorzeitigen Blasensprung, bestehen erhöhte Risiken für das Kind, da es noch nicht „reif“ für eine Geburt ist. Ob ein Kaiserschnitt dann sicherer ist als eine vaginale Geburt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die das Geburtshilfe-Team mit der Schwangeren oder den werdenden Eltern bespricht.
  • übertragbare Erkrankungen: Die Mutter kann bei der Geburt bestimmte Erkrankungen auf das Kind übertragen. Bei HIV ist eine vaginale Geburt möglich, wenn sie Medikamente gegen das einnimmt und dadurch die Viruslast im Körper sehr niedrig ist. Ansonsten wird ein Kaiserschnitt empfohlen. Auch wenn im letzten Drittel der Schwangerschaft ein Genitalherpes auftritt, wird in der Regel ein Kaiserschnitt angeraten. Bei Hepatitis B und C hingegen ist nicht belegt, dass ein Kaiserschnitt das Übertragungsrisiko senkt. Auch bei einer HPV-Infektion wird kein Kaiserschnitt empfohlen.
  • Geburtsstillstand: Manchmal öffnet sich der Muttermund langsamer als erwartet und das Baby rutscht nicht oder nur sehr langsam tiefer. Dann kann erst einmal abgewartet und zum Beispiel versucht werden, die Geburt durch Bewegung und unterschiedliche Positionen wieder in Gang zu bringen. Wenn die Frau sehr erschöpft ist, sich weitere Komplikationen abzeichnen oder die Geburt länger nicht vorangeht, wird oft ein Kaiserschnitt empfohlen.

Etwa 90 von 100 Kaiserschnitten werden aus solchen nicht zwingenden Gründen durchgeführt.

Hat die Wahl der Klinik einen Einfluss auf die Art der Geburt?

Ob ein Kaiserschnitt empfohlen wird oder nicht, kann auch von der Klinik abhängen: In manchen Krankenhäusern wird eher zu einem Kaiserschnitt geraten als in anderen. Das kann unter anderem an der Personalsituation sowie an der Erfahrung der Geburtshelferinnen und -helfer liegen.

Kaiserschnitte lassen sich besser planen und gehen meist schneller als eine vaginale Geburt. Dies mag in manchen Kliniken Einfluss auf die Beratung haben. So wurde beobachtet, dass Kaiserschnitte in kleineren Abteilungen sowie in Belegabteilungen häufiger vorkommen. Auch sind in bestimmten Regionen Kaiserschnitte häufiger als in anderen – ohne dass es dafür medizinische Gründe gibt. Die Kaiserschnittrate einer Klinik hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählt zum Beispiel, ob eine Klinik vor allem Schwangere ohne besondere Risiken begleitet oder ob eine Klinik auf Geburten mit erhöhten Risiken spezialisiert ist.

Wie hoch die Kaiserschnittrate einer Klinik ist, kann man beispielsweise bei einem Infoabend für Schwangere oder beim Anmeldegespräch erfragen. Auf der Website des Vereins Mother Hood e. V. kann man nach den Kaiserschnittraten in deutschen Kliniken suchen.

Wie gehe ich mit der Angst vor einer vaginalen Geburt um?

Manche Frauen haben Angst vor einer vaginalen Geburt – sei es, dass sie die Wehenschmerzen fürchten oder dass sie bei einer früheren Geburt schlechte Erfahrungen gemacht haben. Andere fürchten längerfristige Nachteile, wie Schäden am Beckenboden, oder sexuelle Beeinträchtigungen. Aber auch andere schwierige Erfahrungen oder Angsterkrankungen können eine Rolle spielen.

Es ist hilfreich, offen mit der Ärztin, dem Arzt und der Hebamme über mögliche Sorgen und Bedenken zu sprechen. Gemeinsam mit ihnen lässt sich überlegen, welche Vor- und Nachteile ein Kaiserschnitt und eine vaginale Geburt in der persönlichen Situation haben. Sie informieren auch über verschiedene Geburtsorte wie Klinik, Hebammenkreißsaal, und Hausgeburt sowie über Möglichkeiten der Schmerzlinderung.

Frauen, die sich mit früheren Geburtserfahrungen auseinandersetzen möchten, können sich an die damalige Geburtsklinik wenden und um ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt und einer Hebamme bitten.

Zusammen mit dem Fachpersonal kann die Schwangere auch überlegen: Was wünsche ich mir für die nächste Geburt? Welche Unterstützung brauche ich, um mich sicher zu fühlen? Wie kann ich mit den Herausforderungen während der Geburt umgehen? Die Antworten auf diese Fragen können auch bei der Auswahl des Geburtsorts und der Begleitperson helfen.

Auch psychologische Fachkräfte und Schwangerschaftsberatungsstellen können unterstützen. Letztere bieten kostenlose Beratung an.

Wann wird entschieden, ob das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt kommt?

Manchmal zeigt sich schon in der Schwangerschaftsvorsorge, dass ein Kaiserschnitt notwendig wird oder zumindest infrage kommt. Dann wird in der Regel ein Termin ab der 40. Schwangerschaftswoche festgelegt. Das ist eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin. Fachleute sprechen dann von einem primären Kaiserschnitt.

Findet der Kaiserschnitt statt, wenn die vaginale Geburt bereits begonnen hat, spricht man von einem sekundären Kaiserschnitt.

Manchmal kommt es während einer vaginalen Geburt zu Problemen – etwa, wenn die Geburt nicht vorangeht oder sich die Herztöne des Kindes verschlechtern. Dann kann ein Kaiserschnitt die Geburt schnell beenden. Häufig ist während der Geburt noch genug Zeit, um dies gemeinsam mit den Ärztinnen, Ärzten und Hebammen zu entscheiden. Je nach Dringlichkeit wird das auch eiliger Kaiserschnitt genannt.

Selten treten während der Geburt Notfallsituationen auf, in denen Frau oder Kind akut gefährdet sind und schnell gehandelt werden muss. Dann wird das Kind meist innerhalb von 20 Minuten per Kaiserschnitt geboren (). 4 von 100 Kaiserschnitten sind Notkaiserschnitte.

Welche Vorteile hat ein Kaiserschnitt für die Frau?

In Notfallsituationen oder bei hohen Risiken einer vaginalen Geburt liegen die Vorteile des Kaiserschnitts auf der Hand: Dann ist er notwendig, um Gesundheit oder Leben des Kindes oder der Frau zu schützen.

Bestimmte Geburtsfolgen sind bei einem Kaiserschnitt, verglichen mit einer vaginalen Geburt, seltener:

Wie wahrscheinlich solche Folgen einer vaginalen Geburt sind, hängt von der individuellen Situation der Frau ab – beispielsweise von ihrem Alter, der Größe des Kindes sowie davon, ob und wie oft sie bereits geboren hat. Auch der Geburtsablauf spielt eine Rolle. So ist das Risiko für eine Stuhlinkontinenz beispielsweise dann erhöht, wenn Instrumente wie eine angewendet wurden. Die Folgen können zudem unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Ein Teil der Frauen hat längerfristig damit zu tun.

Welche unmittelbaren Nachteile hat ein Kaiserschnitt für die Frau?

Wie bei jeder Operation können auch bei einem Kaiserschnitt Komplikationen auftreten. Dazu zählen:

  • Schmerzen, Infektionen oder Heilungsstörungen an der Operationswunde
  • starker Blutverlust
  • Verletzungen benachbarter Organe (Blase, Harnleiter, Darm)
  • gängige Risiken einer wie Kreislaufprobleme – in der Regel verläuft sie jedoch komplikationsfrei. Mögliche Narkose-Nebenwirkungen sind Übelkeit oder Kopfschmerzen.

Bei etwa 2 von 1000 Kaiserschnitten muss aufgrund einer Verletzung die Gebärmutter entfernt werden.

Der Kaiserschnitt selbst ist mit weniger Schmerzen verbunden als eine vaginale Geburt. Allerdings führt die OP-Wunde dazu, dass die Schmerzen anschließend stärker sind. Die Frauen bleiben etwa 1 bis 2 Tage länger im Krankenhaus und brauchen in den ersten Tagen und Wochen oft mehr Erholung und Hilfe bei der Versorgung des Kindes.

Wirkt sich ein Kaiserschnitt auf spätere Schwangerschaften und Geburten aus?

Die meisten Frauen können nach einem Kaiserschnitt wieder schwanger werden. Studien zeigen zwar, dass Frauen nach einem Kaiserschnitt etwas seltener erneut schwanger werden. Es wird aber noch erforscht, ob das an einer eingeschränkten Fruchtbarkeit liegt oder andere Gründe hat.

Eine Ursache könnte die Kaiserschnittnarbenkrankheit (Sectionarbenkrankheit) sein. Dabei bildet sich in der Gebärmutterwand im Bereich der Narbe eine Einkerbung oder Aussackung. Weitere mögliche Beschwerden sind Schmierblutungen und eine schmerzhaftere Periode.

Nach einem Kaiserschnitt besteht bei einer erneuten Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für folgende Komplikationen:

  • Die ist an der Gebärmutterwand festgewachsen (Placenta accreta) oder durch die Wand durchgewachsen. Dazu kommt es bei etwa 1 von 1000 Schwangerschaften nach einem Kaiserschnitt. Wenn die gelöst wird, kann dies starke Blutungen auslösen.
  • Bei etwa 3 von 1000 Frauen reißt die Wand der Gebärmutter – meist während der Wehen. Dies liegt daran, dass die Gebärmutter durch die Kaiserschnittnarbe nicht mehr so stabil ist. Ein solcher Riss ist ein Notfall. Meistens wird das Kind dann innerhalb von 20 Minuten mit einem Notkaiserschnitt geholt.

Geburt nach einem Kaiserschnitt: vaginale Geburt oder erneuter Kaiserschnitt?

Hatte eine Frau einen Kaiserschnitt und ist wieder schwanger, steht sie vor der Wahl, ob sie erneut einen Kaiserschnitt möchte oder versuchen will, dass Kind vaginal auf die Welt zu bringen. Diese Entscheidungshilfe unterstützt dabei und bei den Gesprächen mit dem Geburtshilfe-Team.

In Zahlen: gesundheitliche Folgen für die Frau

Bei den gesundheitlichen Auswirkungen einer Geburt lassen sich drei Arten unterscheiden:

  • unmittelbare Folgen (noch während oder direkt nach der Geburt)
  • Folgen für spätere Schwangerschaften
  • Folgen für den Beckenboden

Die folgenden Tabellen zeigen die Unterschiede zwischen Kaiserschnitt und vaginaler Geburt.

Tabelle: Unmittelbare gesundheitliche Folgen beim Kaiserschnitt: Häufigkeit im Vergleich zur vaginalen Geburt
  Kaiserschnitt vaginale Geburt
häufiger beim Kaiserschnitt:
Entfernung der Gebärmutter aufgrund einer Verletzung bei 2 von 1000 Geburten bei 1 von 1000 Geburten
Schmerzen oder Heilungsstörungen an der Operationswunde am Unterbauch möglich nicht vorhanden
seltener beim Kaiserschnitt:
Schmerzen während der Geburt kaum zu spüren häufig stärker
schwerer (3. oder 4. Grad) nicht vorhanden bei 15 von 1000 Geburten ohne und
Tabelle: Folgen für eine weitere Schwangerschaft beim Kaiserschnitt: Häufigkeit im Vergleich zur vaginalen Geburt
  Kaiserschnitt vaginale Geburt
häufiger beim Kaiserschnitt:
spätere Schwangerschaft: ist an der Gebärmutterwand festgewachsen bei 1 von 1000 nachfolgenden Schwangerschaften bei weniger als 1 von 1000 nachfolgenden Schwangerschaften
spätere Schwangerschaft: Gebärmutterriss bei 3 von 1000 nachfolgenden Schwangerschaften bei weniger als 1 von 1000 nachfolgenden Schwangerschaften
Tabelle: Längerfristige gesundheitliche Folgen beim Kaiserschnitt: Häufigkeit im Vergleich zur vaginalen Geburt
  Kaiserschnitt vaginale Geburt
seltener beim Kaiserschnitt:
Harninkontinenz bei 200 von 1000 Geburten bei 490 von 1000 Geburten
Stuhlinkontinenz bei 80 von 1000 Geburten bei 150 von 1000 Geburten mit Instrumenten

Welche Vor- und Nachteile hat ein Kaiserschnitt für das Kind?

Beide Arten der Geburt sind ähnlich sicher und führen nur selten zu schweren Komplikationen. Selten kommt es vor, dass ein Kind bei einem Kaiserschnitt verletzt wird. Dabei handelt es sich meist um kleine Schnittwunden, die schnell wieder abheilen. Auch bei einer vaginalen Geburt kann es zu Verletzungen des Kindes kommen, die ebenfalls meist unproblematisch sind, zum Beispiel zu Blutergüssen.

Das Risiko, dass das Kind unmittelbar nach der Geburt auf eine Intensivstation kommt oder bei der Geburt oder im ersten Lebensjahr stirbt, ist bei Kaiserschnitt und vaginaler Geburt gleich niedrig.

Studien deuten darauf hin, dass zum Beispiel Asthma und Übergewicht nach einem Kaiserschnitt etwas häufiger auftreten. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch nur geringfügig erhöht. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Fachleute vermuten unter anderem, dass per Kaiserschnitt geborene Kinder ein schwächeres haben, weil sie nicht – wie bei einer vaginalen Geburt – mit den Keimen im Geburtsweg in Kontakt gekommen sind.

Unklar ist, ob ein Kaiserschnitt die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Kind eine Entwicklungsstörung oder psychische Probleme bekommt. In manchen Studien war die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Diagnosen zwar etwas erhöht – zum Beispiel ADHS und Autismus. Es ist aber unklar, ob dies am Kaiserschnitt lag oder andere Gründe hatte. Ein Zusammenhang ist daher nicht erwiesen.

Wo kann ich mich beraten lassen?

Werdende Eltern können die Vor- und Nachteile eines Kaiserschnitts mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprechen. Auch Hebammen können dazu beraten.

Bei besonderen Geburtsrisiken, wie zum Beispiel einer Beckenendlage, informieren spezialisierte Kliniken.

In einer Schwangerschaftsberatungsstelle können besonders die persönlichen und emotionalen Aspekte der Entscheidung besprochen werden. Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym. Weitere Informationen zur Beratung gibt es beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

Quellen

Herausgeber:gesundheitsinformation.de

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Inhalt teilen und drucken