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Wie werden Lungenentzündungen unterschieden?

Wie werden Lungenentzündungen unterschieden?
Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Fachleute teilen Lungenentzündungen in unterschiedliche Gruppen ein. Das ermöglicht, die Erkrankung genauer zu beschreiben – und vor allem, die passende Behandlung zu finden.

Ärztinnen und Ärzte beurteilen Lungenentzündungen (Pneumonien) vor allem nach dem Schweregrad und nach dem Ort der Ansteckung. Für die Behandlung ist es vor allem wichtig, ob die Betroffenen die Lungenentzündung zu Hause, im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung bekommen haben.

Ambulante oder nosokomiale Lungenentzündung

Wenn jemand zu Hause an einer Lungenentzündung erkrankt, spricht man von einer erworbenen Lungenentzündung – auch dann, wenn im Verlauf der Erkrankung ein Krankenhausaufenthalt erforderlich wird. Die erworbene Lungenentzündung wird auch als CAP (englisch: community-aquired pneumonia) abgekürzt.

Wenn jemand im Krankenhaus eine Lungenentzündung bekommt, spricht man von einer im Krankenhaus erworbenen oder nosokomialen . Sie wird auch als HAP (englisch: hospital-aquired pneumonia) bezeichnet. Als nosokomiale gilt eine Lungenentzündung, die sich frühestens 2 Tage nach der Aufnahme im Krankenhaus bemerkbar macht – oder innerhalb von 3 Monaten nach einem Krankenhausaufenthalt auftritt.

Nosokomiale Erkrankungen können auch in Senioren- oder Pflegeheimen und in medizinischen Einrichtungen wie Dialyse-Zentren auftreten.

Warum die Einteilung wichtig für die Behandlung ist

Ambulant erworbene bakterielle Lungenentzündungen werden meist durch verursacht. Bei nosokomialen Lungenentzündungen kommen aber oft auch Staphylokokken, verschiedene Darmbakterien und spezielle Keime wie zum Beispiel Pseudomonas aeruginosa infrage. Einige dieser Erreger können multiresistent sein – also widerstandsfähig gegen mehrere . Deshalb sind dann meist andere nötig als bei der erworbenen Lungenentzündung.

Leichte, mittelschwere oder schwere Lungenentzündung

Um richtig behandeln zu können, teilen Ärztinnen und Ärzte erworbene Lungenentzündungen außerdem in leicht, mittelschwer und schwer ein. Dabei berücksichtigen sie auch das Risiko für Komplikationen.

Als leicht gilt eine Lungenentzündung, wenn die oder der Erkrankte all diese Eigenschaften erfüllt:

  • Alter unter 65 Jahre
  • klares Bewusstsein
  • normaler Blutdruck und Puls
  • nicht zu schnelle Atmung (weniger als 30 Atemzüge pro Minute)
  • genügend Sauerstoff im Blut
  • keine Antibiotika-Einnahme in den vergangenen drei Monaten
  • kein Krankenhausaufenthalt in den letzten drei Monaten
  • keine schweren Begleiterkrankungen

Dann ist auch das Risiko für Komplikationen nicht erhöht. Leicht erkrankte Menschen können zu Hause behandelt werden und erhalten ein Antibiotikum in Tablettenform.

Merkmale einer mittelschweren Lungenentzündung sind unter anderem Bewusstseinsstörungen, niedriger Blutdruck, zunehmende Atemnot oder Risikofaktoren wie höheres Alter und Begleiterkrankungen. Betroffene werden dann im Krankenhaus behandelt. Manche erhalten – zumindest zu Beginn der Behandlung – eine Kombination aus zwei verschiedenen .

Von einer schweren Lungenentzündung spricht man, wenn lebenswichtige Organe wie das Herz, die Nieren oder der Kreislauf zu versagen drohen oder wenn die Lungen nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen können. Dann ist meist eine Infusionsbehandlung mit auf der Intensivstation nötig, manchmal auch zusätzliche Medikamente wie Kortison oder eine künstliche Beatmung.

Lungenentzündungen bei Kindern werden nur in „nicht schwer“ und „schwer“ eingeteilt.

Wie lässt sich die Lungenentzündung genauer beschreiben?

Außer nach dem Ort der Ansteckung und dem Schweregrad teilen Fachleute Lungenentzündungen noch nach anderen Gesichtspunkten ein. Meist hat das aber keine Konsequenzen für die Behandlung, sondern dient eher dazu, die Erkrankung genauer zu beschreiben.

Atypische Lungenentzündung

Eine typische Lungenentzündung beginnt meist mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber und Schüttelfrost, später kommen Husten und Auswurf dazu.

Eine atypische Lungenentzündung wird von anderen, sogenannten atypischen Erregern verursacht. Vor allem ältere Menschen haben bei einer atypischen Lungenentzündung oft weniger oder etwas andere Symptome: Sie beginnt eher langsam mit leichtem Fieber und / oder Kopf- und Gliederschmerzen. Statt Husten mit Auswurf tritt eher ein trockener Reizhusten auf.

Atypische Symptome bedeuten allerdings nicht, dass die Lunge weniger stark entzündet ist oder die Erkrankung milder verläuft.

Oberlappen-, Mittellappen- oder Unterlappenpneumonie

Bei dieser Einteilung spielt das Röntgenbild eine wichtige Rolle: Ist zu erkennen, dass ein gesamter Lungenlappen (Lobus) entzündet ist, sprechen Fachleute von einer Lobärpneumonie. Je nachdem, welcher Lungenlappen betroffen ist, handelt es sich um eine Ober-, Mittel- oder Unterlappenpneumonie.

Sind in der Lunge mehrere lappenübergreifende Entzündungsherde zu erkennen, spricht man von einer Herdpneumonie. Wenn die Herde von entzündeten Atemwegen () ausgegangen sind, verwenden manche Fachleute den Begriff Bronchopneumonie.

Manchmal sind eher die entzündet (alveoläre ), manchmal eher das Gewebe zwischen den Bläschen (interstitielle ).

Quellen

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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