Wie wird Syphilis behandelt?

Einleitung
Eine Syphilis lässt sich gut mit Antibiotika behandeln. Die Wirkstoffe müssen dazu aber lange genug im Körper bleiben. Deshalb wird meist eine Depot-Spritze gegeben. Aber auch Infusionen oder Tabletten sind möglich.
Syphilis kann Geschwüre, Fieber und Ausschlag auslösen und unbehandelt Gehirn, Nerven und Blutgefäße stark schädigen. Die sexuell übertragbare Infektion lässt sich jedoch gut mit Antibiotika behandeln.
Die Behandlung dauert bei Syphilis allerdings länger als bei anderen sogenannten Geschlechtskrankheiten wie zum Beispiel Gonorrhoe (Tripper): Das Antibiotikum muss für mindestens zehn Tage im Körper wirken. Gegen mögliche Nebenwirkungen erhält man zu Therapiebeginn einmalig Kortison.
Wie läuft die Behandlung ab?
Das Antibiotikum Penicillin eignet sich gut, um die Syphilis-Erreger abzutöten. Es wird als sogenanntes Depot-Penicillin in den Muskel – in der Regel in den Gesäßmuskel – gespritzt. Der Wirkstoff ist so aufbereitet, dass er sich nach und nach im Körper verteilt. Dadurch ist über den nötigen Zeitraum von zehn Tagen immer genügend Penicillin vorhanden, um die Erreger wirksam zu bekämpfen.
Um zu kontrollieren, ob die Therapie gewirkt hat, wird vier Wochen nach Ende der Behandlung das Blut untersucht. Danach folgen jeweils im Abstand von drei Monaten vier Kontrolluntersuchungen.
Warum bekomme ich zusätzlich Kortison?
Zu Beginn der Behandlung stirbt ein großer Teil der Syphilis-Erreger sofort ab. Dabei zerfallen also auf einen Schlag sehr viele Bakterien. Der Körper kann darauf mit Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen und verstärktem Hautausschlag reagieren. Damit diese möglichen Beschwerden unterdrückt werden, erhält man meist eine oder eine halbe Stunde vor Beginn der Antibiotika-Behandlung eine Tablette oder Spritze mit Kortison.
Gibt es Alternativen zur Depot-Spritze?
Wer gegen Penicillin allergisch ist, kann das Antibiotikum Doxycyclin zwei Wochen lang als Tabletten einnehmen. Auch der Wirkstoff Ceftriaxon ist eine Alternative zur Behandlung der Syphilis – er wird für zehn Tage als tägliche Kurzinfusion gegeben.
Wie werden Spätstadien der Syphilis behandelt?
In Deutschland kommt es heutzutage nur selten vor, dass eine Syphilis in ein Spätstadium übergeht. Auch dann ist aber eine Behandlung möglich. Sie stoppt die Infektion und verhindert, dass sich bereits eingetretene Schäden verschlimmern oder neue Komplikationen auftreten. Es kommen die gleichen Antibiotika zum Einsatz, die auch im frühen Stadium helfen – in erster Linie Penicillin. Allerdings dauert die Therapie dann länger.
Statt einer einzigen Penicillin-Spritze werden im Abstand von jeweils einer Woche insgesamt drei Depot-Spritzen gegeben. Liegen Nervenschäden vor (sogenannte Neurosyphilis), wird stattdessen über 10 bis 14 Tage täglich mehrmals Penicillin gespritzt – dann nicht in den Muskel, sondern direkt in die Blutbahn. Werden alternativ Doxycyclin-Tabletten eingenommen, dauert die Behandlung vier Wochen. Die Therapie mit Ceftriaxon-Infusionen wird auf 14 Tage ausgedehnt.
Je nachdem, welche Komplikationen bestehen, können neben der Antibiotika-Behandlung zusätzliche Therapien nötig sein – etwa Schmerzmittel oder Medikamente gegen Krampfanfälle.
Welche Behandlung ist für Schwangere und Säuglinge möglich?
Penicillin ist auch zur Syphilis-Behandlung in der Schwangerschaft und für Säuglinge das Mittel der Wahl. Bei einer Allergie gegen Penicillin kann eine Frau jedoch nicht einfach auf Doxycyclin-Tabletten ausweichen, weil dieses Medikament für ungeborene und kleine Kinder schädlich ist. Ceftriaxon-Infusionen sind zwar möglich, können aber bei einer Penicillin-Allergie ebenfalls zu allergischen Reaktionen führen.
Um eine Behandlung mit Penicillin dennoch zu ermöglichen, wird zunächst überprüft, ob tatsächlich eine Allergie vorliegt. Wenn ja, kann eine sogenannte Desensibilisierung durchgeführt werden. Dabei wird der Körper unter ärztlicher Kontrolle langsam an das Penicillin gewöhnt.
Quellen
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.