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Bettnässen: Was kann den Alltag erleichtern?

Nächstes Update: 2029

Einleitung

Manche Eltern fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht haben, wenn ihr Kind nicht trocken durch die Nacht kommt. An Bettnässen ist aber niemand schuld. Das zu wissen, ist für das Kind und seine Familie tröstlich. Etwas Gelassenheit und praktische Maßnahmen können helfen, mit den nächtlichen Störungen umzugehen.

Wenn das Bettnässen den Familienalltag empfindlich stört oder zu einer emotionalen Belastung wird, kann eine Behandlung sinnvoll sein – vorausgesetzt, das Kind ist bereit dazu. Außerdem kann man Verschiedenes tun, um allen Beteiligten den Umgang mit dem Bettnässen zu erleichtern.

Praktisch sind zum Beispiel ein Nachtlicht und leicht zugängliche Lichtschalter im Flur, Bad oder WC. Sie helfen dem Kind, möglichst rasch die Toilette zu erreichen. Ist der Weg dorthin zu lang oder die Eile groß, ist auch ein Nachttöpfchen in Bettnähe eine Möglichkeit. Wenn das Zimmer des Kindes eher weit vom WC entfernt ist, kann – falls möglich – auch ein Zimmertausch eine Überlegung wert sein. Zudem gibt es Windeln und spezielle Höschen („Windelpants“) auch für ältere Kinder. Manchen Kindern geben sie Sicherheit, andere lehnen sie ab.

Gut zu wissen:

Wenn ein Kind sehr unter dem Bettnässen leidet, kann eine Behandlung infrage kommen. Welche Möglichkeiten es gibt, erklärt der Text „Wie lässt sich Bettnässen behandeln?“.

Was tun, wenn das Bett nass wird?

Mit einer guten Vorbereitung ist das Bett schnell wieder frisch bezogen, und alle können sich wieder schlafen legen. Hilfreich ist:

  • die Matratze des Kindes mit wasserdichten Auflagen oder Matratzenschonern vor Nässe schützen. Auch für Bettdecke und Kissen sind spezielle waschbare Schutzbezüge erhältlich.
  • einen sauberen Schlafanzug, frische Bettwäsche und Laken bereitlegen – oder eine zweite, schon fertig bezogene Bettgarnitur
  • morgens genügend Zeit einplanen, damit das Kind duschen und man sich um die Wäsche kümmern kann

Je nach Alter kann das Kind mithelfen oder lernen, sein Bett selbst zu beziehen.

Manchmal übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Hilfsmittel wie Bettauflagen. Voraussetzung ist ein ärztliches Rezept.

Was kann man gegen schlechte Gerüche unternehmen?

Gegen den Uringeruch ist gründliches Duschen wichtig. Ausgiebiges Lüften hilft, den Geruch im Kinderzimmer zu vertreiben. Zusätzlich können Duftöle oder -sprays eingesetzt werden.

Manchmal riechen Schutzbezüge, Bettwäsche oder Kleidungsstücke nach dem Waschen noch immer. Dagegen hilft Einweichen mit warmem Wasser, das mit Soda oder einigen Tropfen versetzt wurde. Beim Waschen können auch Hygienespüler zugefügt werden.

Was hilft gegen Hautreizungen durch Urin?

Morgendliches Duschen und Eincremen sind auch wichtig, um Hautausschläge zu vermeiden. Dazu kann es kommen, wenn die Haut über Stunden Kontakt mit Urin hatte. Falls es zu einem Hautausschlag kommt, kann eine Ärztin oder ein Arzt zum Beispiel Wundschutzsalbe oder -creme mit Zinkoxid oder Dexpanthenol verschreiben. Ein Ausschlag entwickelt sich eher bei Kindern, die nachts eine Windel oder eine wasserdichte Hose tragen, weil die Haut dem Urin dann längere Zeit ausgesetzt ist. Auch bei Kindern mit Neurodermitis oder anderen Hauterkrankungen sind Probleme wahrscheinlicher.

Wie spricht man mit dem Kind über das Bettnässen?

Neben Geduld und Verständnis ist es wichtig, mit dem Kind über das Bettnässen zu sprechen und herauszufinden, ob und wie sehr es darunter leidet. Am besten entscheidet man gemeinsam mit dem Kind, ob man etwas gegen das nächtliche Einnässen unternehmen möchte oder erst mal abwartet.

Zu erfahren, was die Ursachen für Bettnässen sind und dass viele Kinder damit zu tun haben, kann ein Kind entlasten. Es weiß dann, dass Bettnässen nichts Ungewöhnliches ist und früher oder später von selbst aufhört. Dem Kind zu erklären, dass andere Kinder in der Schule vielleicht dasselbe Problem haben, auch wenn sie nie darüber sprechen, kann ebenfalls helfen.

Es kann für ein Kind auch tröstlich sein, zu erfahren, dass die Gene beeinflussen, wie schnell sich die Kontrolle über die Blase entwickelt – und dass deshalb Bettnässen in verschiedenen Generationen einer Familie immer wieder vorkommen kann.

Wichtig ist, dass ein Kind versteht, dass es keineswegs ein Nachzügler ist, nur weil es etwas länger braucht, bis es nachts trocken ist. Darauf hinzuweisen, kann das Selbstbewusstsein des Kindes stärken und ihm den Umgang mit dem Bettnässen erleichtern.

Wie kann sich Bettnässen emotional auswirken?

Schon lange wird darüber diskutiert, ob es psychische Auslöser für das Bettnässen gibt. Kummer und emotionale Probleme sind jedoch eher die Folge oder Begleiterscheinung des Bettnässens und nicht deren Ursache: So haben betroffene Kinder häufiger mit Scham- und Schuldgefühlen und geringem Selbstbewusstsein zu kämpfen. Einigen Kindern ist die fehlende Kontrolle über ihre Blase peinlich.

Am besten ist es, wenn Eltern und Familien versuchen, geduldig und möglichst gelassen mit dem Thema umzugehen. Sie helfen dem Kind so gut es ihnen möglich ist und warten ab, bis es da herauswächst.

Emotionale Probleme als Ursache für Bettnässen spielen eher eine Rolle, wenn ein zuvor bereits trockenes Kind wieder anfängt, ins Bett zu machen. Man spricht dann von einer sekundären .

Quellen

Herausgeber:gesundheitsinformation.de

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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