Difelikefalin (Kapruvia) bei Juckreiz aufgrund einer Nierenerkrankung

Einleitung
Difelikefalin (Handelsname Kapruvia) ist seit April 2022 zur Behandlung von mäßigem bis schwerem Juckreiz bei Erwachsenen mit einer chronischen Nierenerkrankung zugelassen. Infrage kommt der Wirkstoff nur für Patientinnen und Patienten, die eine regelmäßige Hämodialyse bekommen.
Die Nieren reinigen das Blut und beeinflussen viele Körperfunktionen. Wenn sie länger als drei Monate nur noch eingeschränkt arbeiten oder dauerhaft geschädigt sind, spricht man von einer chronischen Nierenerkrankung. Die häufigsten Ursachen sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Meist fällt die Erkrankung erst auf, wenn es zu Beschwerden kommt oder die Nieren versagen. Der Körper scheidet dann zu wenig Wasser aus und Abfallstoffe aus dem Stoffwechsel sammeln sich langsam an. Dann kann es beispielsweise zu Schwellungen, Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Luftnot und Juckreiz kommen. Bei Nierenversagen kommt eine Dialyse oder eine Nierentransplantation infrage.
Difelikefalin ist ein Opioid und soll durch seine Wirkung auf die Nerven- und Immunzellen den Juckreiz lindern.
Anwendung
Difelikefalin wird 3-mal wöchentlich am Ende oder nach der Dialyse in den venösen Zugang gegeben. Die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht.
Andere Behandlungen
Bei Juckreiz durch eine chronische Nierenerkrankung kommt eine individuell angepasste Therapie, abhängig von den Vortherapien und der Stärke der Beschwerden, infrage. Hierbei können Salben, Antihistaminika oder bestimmte Antiepileptika sowie eine Lichttherapie eingesetzt werden.
Bewertung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2022 geprüft, ob Difelikefalin bei Erwachsenen mit einer chronischen Nierenerkrankung und Juckreiz, im Vergleich zu den individuell angepassten Therapien, Vor- oder Nachteile hat.
Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.
Weitere Informationen
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Difelikefalin (Kapruvia).
Quellen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Difelikefalin (Pruritus) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A22-105. 20.12.2022. (IQWiG-Berichte; Band 1474).
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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