Donidalorsen (Dawnzera) bei erblichem Angioödem
Einleitung
Donidalorsen (Handelsname Dawnzera) ist seit Januar 2026 für Personen ab 12 Jahren mit vererbbarem (hereditärem) Angioödem zugelassen. Es wird zur Vorbeugung von wiederkehrenden Ödem-Attacken eingesetzt.
Das hereditäre Angioödem ist eine seltene Erbkrankheit, die durch eine genetische Veränderung verursacht wird. Dabei wird ein bestimmtes Eiweiß im Blut, der sogenannte C1-Inhibitor, nicht ausreichend oder gar nicht gebildet. Die Genveränderung führt dazu, dass die Blutgefäße durchlässiger werden und Flüssigkeit in das Gewebe austreten kann. Dadurch kommt es zu wiederkehrenden Schwellungen (Ödemen), die sich meist nach wenigen Tagen wieder zurückbilden. Sie treten am häufigsten an Lippen, Armen und Beinen oder den Genitalien auf. Angioödeme der Haut jucken nicht, sind aber meist mit einem Spannungsgefühl und Brennen verbunden. Schmerzen treten seltener auf. Ist der Magen-Darm-Trakt betroffen, kommt es in der Regel zu starken Krämpfen. Selten treten die Schwellungen im Mund- oder Rachenraum auf. Sie können durch Atemnot und Erstickungsgefahr lebensbedrohlich werden.
Da die Schwellungen meist spontan und ohne erkennbare Ursache auftreten, werden sie auch als Ödem-Attacken bezeichnet.
Donidalorsen soll den Flüssigkeitsaustritt aus den Gefäßen verhindern und so Ödem-Attacken vorbeugen.
Anwendung
Den Wirkstoff gibt es als Fertigpen in einer Dosierung von 80 mg. Er wird einmal monatlich unter die Haut in den Bauch, in den Oberschenkel oder von einer betreuenden Person in die Rückseite des Oberarms gespritzt. Auch eine Behandlung alle 2 Monate ist möglich. Zeigt die Therapie nach 4 Monaten keine Verbesserung der Beschwerden, sollte ein Therapieabbruch erwogen werden.
Andere Behandlungen
Bewertung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2026 geprüft, ob Donidalorsen für Personen mit hereditärem Angioödem im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.
Der Hersteller legte einen indirekten Vergleich vor. In diesem Fall wurde in einer Studie Donidalorsen mit einem Placebo verglichen, in der anderen Studie wurde Berotralstat ebenfalls mit einem Placebo verglichen. Daraus wurde dann ein Vergleich von Donidalorsen mit Berotralstat abgeleitet.
Es zeigten sich folgende Ergebnisse:
Welche Vorteile hat Donidalorsen?
Die Studien deuten auf einen Vorteil von Donidalorsen im indirekten Vergleich bei monatlichen Ödem-Attacken hin.
Weitere Informationen
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Donidalorsen (Dawnzera).
Quellen
Herausgeber:gesundheitsinformation.de
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Donidalorsen (hereditäres Angioödem) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A26-15. 28.05.2026. (IQWiG-Berichte; Band 2255); DOI: 10.60584/A26-15.
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