Fieber bei Kindern

Fieber bei Kindern
Aktualisiert am: 14.12.2022· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Die meisten Kinder mit Fieber haben eine harmlose . Wenn das Fieber steigt, machen sich aber viele Eltern Sorgen. Wann es besser ist, ärztliche Hilfe zu suchen, ist an bestimmten Anzeichen erkennbar.

Wenn ihr Kind Fieber hat, stellen sich viele Eltern Fragen wie: Ist es etwas Ernstes? Soll ich eine Ärztin oder einen Arzt um Rat fragen? Ist es nötig, das Fieber zu senken? Allgemein gilt: Wenn man unsicher ist und sich Sorgen macht, ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen. Oft reicht schon ein Anruf in der Praxis, denn manche Fragen lassen sich auch am Telefon klären.

Die Höhe der Körpertemperatur sagt meist nur wenig darüber aus, ob ein Arztbesuch notwendig ist. Entscheidender sind oft andere Kriterien. Viele typische Kinderkrankheiten machen sich zum Beispiel außer durch Fieber durch einen typischen Hautausschlag bemerkbar. Dann ist nach telefonischer Absprache ein Arztbesuch ratsam. Eine ärztliche Untersuchung ist auch wichtig, wenn das Fieber anhaltend hoch ist oder sich der Gesundheitszustand des Kindes verschlechtert. Ein umgehender Arztbesuch oder notärztliche Hilfe ist zudem wichtig, wenn das Kind einen ersten Fieberkrampf hatte.

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Symptome

Bei Kindern spricht man ab einer Körpertemperatur von 38,5 Grad Celsius (°C) von Fieber, bei Säuglingen unter drei Monaten schon ab 38,0 °C.

Oft kann man Kindern bereits ansehen, dass sie Fieber haben. Ein gerötetes Gesicht, müde wirkende oder glasige Augen und eine ansonsten blasse Haut sind typische Anzeichen. Auch wenn sich Stirn oder Nacken heiß anfühlen, kann das auf Fieber hindeuten. Manche Kinder haben keinen Appetit oder weinen schnell.

Ein Besuch in der Arztpraxis oder Notfallambulanz ist in diesen Situationen nötig:

  • Ein Baby unter 3 Monaten hat eine Temperatur von 38 °C und höher.
  • Das Fieber hält länger als drei Tage an.
  • Das Kind hat einen Fieberkrampf.
  • Das Kind hat einen steifen Nacken.
  • Das Kind schreit ungewöhnlich schrill oder hat starke Schmerzen.
  • Das Kind ist teilnahmslos, unruhig oder verwirrt.
  • Das Kind bekommt nicht richtig Luft oder atmet sehr schnell.
  • Das Kind hat einen Hautausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt, wenn man zum Beispiel mit einem Glas darauf drückt, durch das man schaut.
  • Ein Säugling lässt sich wiederholt nicht stillen oder füttern.
  • Dem Kind geht es seit dem letzten Arztbesuch schlechter.


Ursachen

Bereits heftiges Toben, größere Aufregung oder sehr warme Kleidung können dazu führen, dass sich ein Kind heiß anfühlt, ohne dass es Fieber hat und krank ist. Das liegt unter anderem daran, dass Kinder erst später anfangen zu schwitzen als Erwachsene.

Auch wenn ein Kind Zähne bekommt, kann die Körpertemperatur ansteigen.

Fieber ist jedoch meist eine Reaktion auf Krankheitserreger. Der Körper reagiert, indem er den Stoffwechsel und die Immunabwehr schneller arbeiten lässt und dabei mehr Wärme erzeugt. Fieber ist also keine Erkrankung, sondern eine normale Antwort des Körpers.

Ursachen für Fieber können sein:

Falls nach einer Fernreise Fieber auftritt – auch nach einigen Wochen –, ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darauf hinzuweisen. Eine gezielte Untersuchung kann dann klären, ob sich das Kind während der Reise zum Beispiel mit einem Virus angesteckt haben könnte.

Folgen

Viele Eltern sorgen sich, dass hohes Fieber gefährlich werden kann. Fieber an sich schadet ansonsten gesunden Kindern jedoch nicht und steigt selten auf über 41 °C an.

Bei Fieber schwitzt ein Kind stärker. Das kann zu einem Flüssigkeitsmangel führen. Ärztliche Hilfe wird nötig, wenn ein Kind das Trinken verweigert, in den letzten zwölf Stunden kein Wasser gelassen hat oder Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels länger bestehen bleiben, zum Beispiel:

  • eine eingesunkene Fontanelle bei Kleinkindern
  • ein trockener Mund und trockene Lippen
  • eingesunkene Augen
  • fehlende Tränen
  • ein insgesamt schlechtes Aussehen des Kindes

Manchmal kommt es durch das Fieber zu einem Fieberkrampf – vor allem bei Kindern zwischen 3 Monaten und 5 Jahren. Ein einfacher Fieberkrampf kann zwar beängstigend wirken, dauert aber meist nur wenige Minuten und ist normalerweise harmlos. Dennoch ist ein Arztbesuch nach einem Fieberkrampf sinnvoll.

Diagnose

Bei gesunden Kindern liegt die Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,5 °C. Sie ändert sich im Verlauf des Tages: Abends ist sie meist um 0,5 Grad höher als morgens. Als erhöhte Temperatur gelten Werte von 37,5 bis 38,5 °C. Von Fieber spricht man ab 38,5 °C – bei Babys unter drei Monaten schon ab 38,0 °C.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Körpertemperatur zu messen. Gerade bei kleinen Kindern ist es wichtig, dass es schnell geht und mit möglichst wenig Aufwand wie An- und Ausziehen oder Stillhalten verbunden ist. Viele Mütter und Väter prüfen erst einmal mit der Hand, ob sich Stirn oder Nacken des Kindes heiß anfühlen.

Mit einem Fieberthermometer lässt sich die Körpertemperatur dann genau messen – am besten dreimal täglich. Bei Säuglingen sind Messungen mit einem digitalen Fieberthermometer im Po am zuverlässigsten. Bei Kindern ab einem Jahr ist ein Ohrthermometer ähnlich genau. Messungen im Mund sind bei Kindern weniger zuverlässig, weil es ihnen meist schwerfällt, den Mund geschlossen und die Zunge ruhig zu halten.

Wie lange eine Messung dauert, hängt davon ab, wo das Fieber gemessen und welches Thermometer verwendet wird – die Bedienungsanleitung gibt genauere Auskunft.

Behandlung

Normalerweise benötigt ein fieberndes Kind kein fiebersenkendes Mittel.

Eine Behandlung mit fiebersenkenden Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen (als Zäpfchen oder Saft) kann aber hilfreich sein, wenn das Kind auch Schmerzen hat oder sich sehr unwohl fühlt. Die Dosierung der Mittel richtet sich nach dem Alter und Körpergewicht des Kindes und muss im Beipackzettel nachgelesen werden. Verschlechtert sich der Zustand des Kindes nach der Einnahme von Paracetamol oder Ibuprofen, sollte man ärztlichen Rat einholen.

Hausmittel wie lauwarme Wadenwickel oder Bäder kühlen den Körper äußerlich. Ob sie wirklich gegen Fieber helfen, ist unklar. Sie sollten nur angewendet werden, wenn das Kind warme Füße hat und die Wickel oder Bäder angenehm findet.

Wichtiger ist es, für das Kind da zu sein und dafür zu sorgen, dass es sich wohlfühlt. Wenn es friert, kann es zugedeckt oder wärmer angezogen werden. Ist ihm warm, sollte es leichter bedeckt sein. Zudem sollte es genug trinken, denn ein fieberndes Kind benötigt ausreichend Flüssigkeit.

Kinder spüren recht genau, was ihnen guttut. Deshalb hilft es, auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen – zum Beispiel, indem man fragt, was es gerne essen oder trinken möchte.

Leben und Alltag

Die allermeisten Kinder mit Fieber können gut zu Hause versorgt werden. Wenn das Kind keine Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung zeigt oder die Ärztin oder der Arzt eine harmlose Infektion festgestellt hat, spricht nichts gegen die Pflege zu Hause.

Es kann sein, dass das Kind trotz Fieber den ganzen Tag spielt. Solange es nicht wild tobt, ist das völlig in Ordnung. Ein Kind mit Fieber kann aber nicht in die Krabbelgruppe, Kita oder Schule gehen. Es könnte andere Kinder anstecken. Dies gilt auch, wenn es ansonsten gesund wirkt.

Ein fieberndes Kind wird fast immer von allein wieder gesund. Zeit, Ruhe und liebevolle Zuwendung sind normalerweise die besten Heilmittel.

Weitere Informationen

Die Haus- oder Kinderarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Arztpraxis zu finden. Mit dieser Frageliste kann man sich auf den Arztbesuch vorbereiten.

Quellen

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