Wie wird ein Kind mit Fieber behandelt?

Einleitung
Fiebernde Kinder benötigen nur selten ein fiebersenkendes Mittel. Eine Behandlung kann aber sinnvoll sein, wenn sich ein Kind sehr unwohl fühlt. Dann kommen Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol infrage.
Fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen und Paracetamol hemmen die Bildung von körpereigenen Stoffen wie Prostaglandinen, die die Körpertemperatur erhöhen. Zudem lindern sie Schmerzen. Ob äußere Anwendungen wie Wadenwickel wirken, ist unklar.
Einige Eltern probieren auch homöopathische Mittel aus. Diese Mittel sind aber wirkungslos.
Manche Eltern hoffen, dass sich durch Medikamente Fieberkrämpfe verhindern lassen. Studien weisen aber darauf hin, dass fiebersenkende Mittel Krämpfen nicht vorbeugen können. Zudem können Fieberkrämpfe bereits ab 38 Grad auftreten – dann ist eine Fiebersenkung ohnehin nicht sinnvoll.
Einleitung
Wann Eltern bei einem fiebernden Kind ärztlichen Rat einholen sollten, erklärt der Text „Fieber bei Kindern: Wann in die Arztpraxis?“.
Wann sollte man dem Kind ein Medikament geben?
Fachleute empfehlen, die Entscheidung für oder gegen fiebersenkende Medikamente nicht an der Höhe der Temperatur festzumachen. Denn Fieber selbst ist keine Krankheit, sondern meist eine normale Abwehrreaktion des Körpers. Medikamente können aber gegeben werden, wenn das Kind Schmerzen hat oder sich sehr schlecht fühlt.
Welche Medikamente kommen infrage?
Zu den fiebersenkenden Wirkstoffen, die für Kinder geeignet sind, zählen Paracetamol und Ibuprofen. Es gibt sie als Zäpfchen und Saft, für ältere Kinder auch als Tabletten, Brausegranulat und Heißgetränk. Paracetamol und Ibuprofen werden bei Kindern mit Fieber am häufigsten angewendet.
Wie viel Paracetamol oder Ibuprofen ein Kind einnehmen darf, richtet sich nach seinem Alter und Körpergewicht. Bei Kindern unter 6 Monaten ist es wichtig, zunächst eine Ärztin oder einen Arzt zu fragen. Zwischen 2 Einnahmen sollten mindestens 6 bis 8 Stunden liegen. Genauere Informationen gibt der Beipackzettel. Bei Unsicherheiten kann man sich in der Arztpraxis oder Apotheke Rat holen.
Wenn man auf die richtige Dosierung achtet, haben Paracetamol und Ibuprofen bei kurzzeitiger Einnahme über wenige Tage selten Nebenwirkungen. In höherer Dosierung oder bei längerer Einnahme können beide Wirkstoffe die Nieren schädigen, Paracetamol auch die Leber. Deshalb ist neben der korrekten Dosierung auch der Mindestabstand zwischen zwei Einnahmen so wichtig. Zudem ist es wichtig, ausreichend zu trinken.
Antibiotika sind bei Fieber meist unnötig. Sie sind jedoch wichtig, wenn das Fieber durch eine schwere bakterielle Infektion verursacht wird.
Wenn das Fieber nach drei Tagen immer noch nicht sinkt, ist ärztliche Hilfe grundsätzlich ratsam.
Wichtig ist
Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) darf einem Kind nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden. Er kann bei Kindern und Jugendlichen eine seltene, aber gefährliche Nebenwirkung auslösen („Reye-Syndrom“).
Hilft es, beide Mittel gleichzeitig oder abwechselnd anzuwenden?
Häufig reicht es aus, nur ein Mittel einzunehmen. Studien deuten darauf hin, dass eine kombinierte Gabe das Fieber etwas stärker senken kann als Paracetamol oder Ibuprofen allein. Nach der kombinierten Gabe bekamen etwas weniger Kinder nach vier Stunden wieder Fieber oder waren noch fiebrig. Allerdings ist unklar, ob es den Kindern dadurch allgemein besser geht und sie weniger Schmerzen haben.
Außerdem sind mögliche Nebenwirkungen einer kombinierten Behandlung nur wenig erforscht. Es wird zudem vermutet, dass es bei einer Kombination beider Medikamente häufiger zu einer Überdosierung kommt.
Es ist möglich, Paracetamol und Ibuprofen abwechselnd zu geben. Ob dies Vorteile für das Kind hat, ist jedoch unklar. Wer das Medikament abwechseln möchte, sollte dies vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Können äußerliche Anwendungen das Fieber senken?
Äußerliche Anwendungen wie lauwarme Wadenwickel oder Bäder kühlen den Körper von außen. Es ist aber unklar, ob sie wirklich gegen Fieber helfen. Sie sollten nur angewendet werden, wenn das Kind warme Füße und Hände hat.
Eine andere Möglichkeit zur Kühlung sind kalte Getränke oder leichte Kleidung und Bettdecken. Man kann dem Kind auch Luft zufächeln, es mit einem feuchten Schwamm oder Tuch abtupfen oder das Fenster öffnen. Wichtig ist, immer darauf zu achten, dass das Kind sich wohlfühlt, nicht friert oder zu sehr auskühlt. Wenn es friert, kann es wärmer angezogen oder zugedeckt werden.
Quellen
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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