Handgelenksschienen und Bewegung

Einleitung
Viele Menschen mit einem Karpaltunnelsyndrom haben leichte oder mittelstarke Beschwerden, die kommen und gehen. Für sie reicht es manchmal aus, eine Handgelenksschiene zu tragen und bestimmte Belastungen zu vermeiden. Auch manche Bewegungsübungen können helfen.
Ein Karpaltunnelsyndrom macht sich meist durch Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen in Teilen der Hand bemerkbar. Manchmal lassen sich Daumen, Zeige- und Mittelfinger nicht mehr richtig bewegen. Die Ursache ist Druck auf den sogenannten Mittelnerv, der durch den Karpaltunnel im Handgelenk verläuft.
Manchmal verschwinden die Beschwerden auch ohne Behandlung wieder. Um die Hand zu entlasten, kann man unterstützend eine Handgelenksschiene tragen. Dies reicht zwar nicht immer aus, hat aber im Vergleich zu einer Kortisonbehandlung oder Operation kaum Nebenwirkungen.
Wann kommt eine Handgelenksschiene infrage?
Bei leichten bis mittelstarken Beschwerden tragen viele Betroffene zunächst für einige Wochen nachts eine Schiene. Sie hält das Handgelenk in der mittleren Position ruhig. Nachts sind die Beschwerden meist am stärksten, weil die Hand im Schlaf häufig abknickt. Die Schiene verhindert dies. Zudem ist es wichtig, das Gelenk tagsüber ganz normal zu bewegen, damit es nicht versteift und die Muskeln nicht schwächer werden. Statt einer Schiene kann auch ein Stützverband getragen werden.
Studien deuten darauf hin, dass das Tragen einer Schiene innerhalb weniger Wochen Erleichterung verschaffen kann. Schienen helfen aber oft nur vorübergehend. Bei manchen Menschen bleiben die Beschwerden bestehen oder kehren nach einiger Zeit zurück.
Die meisten Menschen kommen mit Schienen gut zurecht und fühlen sich durch sie auch nicht im Schlaf gestört. Es kann vereinzelt vorkommen, dass die Haut morgens für kurze Zeit etwas kribbelt, geschwollen ist oder sich taub anfühlt, wenn die Schiene abgenommen wird.
Es gibt viele verschiedene Schienenmodelle. Dass bestimmte Schienen wirksamer sind als andere, konnten Studien bislang nicht zeigen. Kommt man mit einem Modell nicht zurecht, spricht daher nichts dagegen, ein anderes auszuprobieren.
Hilft es, bestimmte Belastungen zu vermeiden?
Über- und Fehlbelastungen der Handgelenke können dazu beitragen, dass sich die Beschwerden verstärken. Bei manchen Betroffenen treten sie vor allem bei einseitigen Tätigkeiten oder starken Belastungen auf – etwa bei Handwerksarbeiten, Arbeiten am Fließband oder mit stark vibrierenden Geräten wie einem Presslufthammer.
Nicht in jedem Betrieb ist es möglich, solche Tätigkeiten für eine Weile zu vermeiden und zu schauen, ob die Beschwerden besser werden. Dann kann es erforderlich sein, sich vorübergehend krankschreiben zu lassen. Während dieser Zeit ist es wichtig, starke Belastungen der Hand zu vermeiden, sie ansonsten aber ganz normal zu bewegen. Ergänzend kann nachts eine Schiene getragen werden.
Studien zeigen, dass Computerarbeit – wenn überhaupt – nur einen geringen Einfluss auf das Karpaltunnelsyndrom hat. Dennoch werden häufig ergonomische Tastaturen mit erhöhter und gewölbter Tastatur empfohlen, um Beschwerden vorzubeugen. Sie sollen die Hand in einer neutralen Position halten und schonenderes Tippen ermöglichen. Ob sich dadurch Beschwerden vorbeugen oder lindern lassen, ist jedoch unklar.
Was kann man von Bewegungsübungen erwarten?
Die Forschung liefert Hinweise, dass bestimmte Bewegungsübungen die Beschwerden zumindest für einige Wochen bis Monate lindern können. Dabei werden etwa die Hände gedehnt und gekräftigt, wodurch der Druck auf den Mittelnerv im Karpaltunnel verringert werden soll. Wie lange die Übungen wirksam sind, ist allerdings unklar.
In Studien konnten Übungen aus der manuellen Therapie Betroffenen helfen. Für sogenannte neurodynamische Übungen deuten Studien ebenfalls darauf hin, dass sie wirksam sein können. Der Effekt dieser Behandlungsmethode war aber eher gering.
Auch Massagen, Yoga und Übungen zur Mobilisation des Nervs werden manchmal empfohlen, außerdem chiropraktische und osteopathische Behandlungen. Die bisherigen Studien konnten aber nicht belegen, dass solche Bewegungsübungen helfen, die Beschwerden zu lindern.
Quellen
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
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