InformationenKönnen Antibiotika eine erneute Wundrose verhindern?

Können Antibiotika eine erneute Wundrose verhindern?

Können Antibiotika eine erneute Wundrose verhindern?
Erstellt am: 25.06.2025· Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Niedrig dosiertes Penicillin kann bei Menschen, die schon einmal eine Wundrose hatten, eine erneute Hautinfektion verhindern. Dazu wird das Medikament bis zu zwölf Monate lang täglich eingenommen. Die vorbeugende Behandlung ist gut verträglich.

Zu einer Wundrose (Erysipel) kommt es, wenn durch eine Verletzung, Risse oder wunde Stellen Bakterien in die Haut gelangen und sich die oberen Hautschichten entzünden. Sie kann meist erfolgreich mit behandelt werden.

Manche Menschen bekommen immer wieder eine Wundrose. Bei schätzungsweise 1 von 3 Personen tritt sie erneut auf. Ärztinnen und Ärzte versuchen dann, die mögliche Ursache für die erneute festzustellen und zu behandeln. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel eine andere Hauterkrankung wie Fußpilz oder Borkenflechte oder Durchblutungsstörungen, etwa eine .

Wenn es trotzdem weiter zu Rückfällen kommt, kann eine vorbeugende Behandlung mit einem Antibiotikum helfen. Dazu werden über mehrere Monate hinweg zweimal täglich Antibiotika-Tabletten eingenommen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Penicillin. Der Wirkstoff kann auch alle 14 Tage in den Muskel gespritzt werden.

Beugen Antibiotika einer Wundrose vor?

Wie gut gegen eine erneute Wundrose helfen, wurde in zwei aussagekräftigen Studien untersucht. Daran nahmen Menschen teil, die schon einmal oder mehrfach eine Wundrose hatten. Sie erhielten entweder ein niedrig dosiertes Penicillin oder ein Scheinmedikament ().

Innerhalb von drei Jahren nach der vorbeugenden Behandlung zeigte sich folgendes Ergebnis:

  • Nach einer Placebo-Behandlung bekamen 43 von 100 Personen eine weitere bakterielle Hautinfektion.
  • Nach einer Penicillin-Behandlung bekamen 32 von 100 Personen eine weitere bakterielle Hautinfektion.

Ist Penicillin gut verträglich?

Mit werden oft Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Hautausschläge oder Pilzinfektionen in Verbindung gebracht. Die beiden Studien zeigen aber, dass diese Beschwerden bei Penicillin in niedriger Dosierung nicht häufiger auftreten als bei einer Placebo-Behandlung.

Manche Menschen können Penicillin gar nicht nehmen, weil sie gegen den Wirkstoff allergisch sind. Dies ist aber sehr selten.

Wichtig ist:

Antibiotika richtig anzuwenden, ist entscheidend, damit sie wirken und keine Resistenzen entstehen. Daher sollte man sich die Anwendung in der Arztpraxis oder der Apotheke genau erklären lassen.

Quellen

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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