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Lasmiditan (Rayvow) bei Migräneanfällen

Lasmiditan (Rayvow) bei Migräneanfällen
Erstellt am: 17.07.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Lasmiditan (Handelsname Rayvow) ist seit August 2022 in Deutschland für Erwachsene bei akuten Migräneattacken mit oder ohne Aura zugelassen.

Bei einem Migräneanfall setzen plötzlich heftige Schmerzen oft nur auf einer Kopfseite ein. Sie sind deutlich stärker als gewöhnliche Kopfschmerzen und werden als pulsierend, pochend oder hämmernd empfunden. Meist tritt eine Migräne mit zusätzlichen Beschwerden auf: Übelkeit, Erbrechen oder auch Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche. Bevor die eigentliche Migräne spürbar wird, sehen manche Menschen Lichtblitze, eigenartige Formen oder haben andere Sehstörungen. Vorübergehend können sich auch Sprachstörungen, Störungen des Riechens, Lähmungen oder Missempfindungen wie Kribbeln einstellen. In der Medizin werden solche Erscheinungen als „Aura“ bezeichnet. Eine Aura klingt normalerweise innerhalb einer Stunde folgenlos wieder ab und wird dann von den typischen Migräneschmerzen abgelöst.

Unbehandelt halten die Beschwerden zwischen 4 Stunden und 3 Tagen an. Eine Migräne kann den Alltag erheblich einschränken. Häufig werden dann Medikamente gegen die Beschwerden eingesetzt.

Lasmiditan beeinflusst bestimmte Botenstoffe der Schmerzempfindung und -weiterleitung im Gehirn und soll so bei einem akuten Migräneanfall die Schmerzen und weitere Begleitsymptome lindern.

Anwendung

Den Wirkstoff gibt es als Tablette in drei Dosierungen: 50, 100 und 200 mg. Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg, sie kann aber je nach Verträglichkeit und Beschwerden angepasst werden. Die Einnahme einer zweiten Dosis sollte nicht innerhalb von zwei Stunden nach der ersten Einnahme erfolgen. Die maximale Dosis beträgt 200 mg innerhalb von 24 Stunden.

Andere Behandlungen

Für Erwachsene mit Migräneattacken wird die individuell angepasst. Die Behandlung orientiert sich an der Vorbehandlung, der Schwere des Anfalls und Begleiterkrankungen. Infrage kommen Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan, Zolmitriptan und .

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2023 geprüft, ob Lasmiditan für Erwachsene bei Migräneattacken im Vergleich zu den individuellen Therapien Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Lasmiditan (Rayvow).

Quellen

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Lasmiditan (Migräne) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A23-35. 22.06.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1581).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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