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Ravulizumab (Ultomiris) bei Myasthenia gravis

Ravulizumab (Ultomiris) bei Myasthenia gravis
Erstellt am: 06.02.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Der Wirkstoff Ravulizumab (Handelsname Ultomiris) ist seit September 2022 für Personen mit fortgeschrittener Myasthenia gravis zugelassen.

Eine Myasthenia gravis (schwere ) ist eine sehr seltene chronische Autoimmunerkrankung. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Störung der Reizübertragung zwischen Nervenenden und Muskeln. Die Folge ist eine , die Betroffene meist anfänglich durch Sehstörungen wie wechselnde Doppelbilder oder ermüdete Augenlider wahrnehmen. Im fortgeschrittenen Stadium sind Sprech-, sowie Schluckmuskulatur und Mimik, sowie die Atmung bei Belastung betroffen. Typisch für das Krankheitsbild ist, dass sich die Beschwerden meist im Laufe des Tages verschlechtern.

Ravulizumab soll die abschwächen und so die Reizübertragung vom Nerven auf den Muskel verbessern.

Anwendung

Ravulizumab wird als in die Blutbahn (intravenös) gegeben. Die Dosis hängt vom Körpergewicht ab. Die beiden ersten Infusionen werden in einem Abstand von zwei Wochen verabreicht. Danach wird der Wirkstoff alle zwei Monate gegeben.

Andere Behandlungen

Für Personen mit fortgeschrittener Myasthenia gravis kommen unterschiedliche Immunsuppressiva oder sogenannte Komplementinhibitoren infrage, die einen Teil des Immunsystems hemmen. Die Wahl hängt davon ab, ob bzw. welche Wirkstoffe bereits eingesetzt wurden und ob sie die Symptome der Erkrankung lindern konnten. Zu den möglichen Medikamenten gehören unter anderem Glukokortikoide, Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolat Mofetil oder Eculizumab.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2023 geprüft, ob Ravulizumab für Personen mit fortgeschrittener Myasthenia gravis im Vergleich zu den möglichen anderen Behandlungen Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Ravulizumab (Ultomiris).

Quellen

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ravulizumab (generalisierte Myasthenia gravis) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A22-115. 30.01.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1509).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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