Tirzepatid (Mounjaro) bei Typ-2-Diabetes
Einleitung
Der Wirkstoff Tirzepatid (Handelsname Mounjaro) ist seit September 2022 für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes-mellitus zugelassen, bei denen andere Diabetes-Medikamente, eine Ernährungsumstellung und Bewegung einen erhöhten Blutzuckerspiegel nicht ausreichend senken. Seit Januar 2026 ist er auch für Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche zugelassen. Tirzepatid kann mit anderen Wirkstoffen wie beispielsweise Metformin und Insulin kombiniert werden.
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich auf viele Bereiche des Körpers auswirkt. Beim Typ-2-Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse zwar eigentlich genug Insulin her, es wirkt aber nicht mehr richtig an den Organen. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet „Insulinresistenz“. Eine Zeit lang kann die Bauchspeicheldrüse dies ausgleichen, indem sie mehr Insulin herstellt. Irgendwann kommt das Organ aber an seine Grenzen. Dann steigt der Blutzuckerspiegel an. Kann der Blutzuckerspiegel nicht ausreichend durch Diät und Bewegung gesenkt werden, werden blutzuckerkontrollierende Medikamente eingesetzt.
Die Behandlung soll bei Diabetes mellitus Typ 2 vor zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels und Beschwerden durch Unter- und Überzuckerungen schützen. Zudem sollen Folgeerkrankungen, die durch zu hohen Blutzucker entstehen können, so weit wie möglich vermieden werden.
Anwendung
Tirzepatid wird in den Bauch, Oberschenkel oder Oberarm unter die Haut gespritzt. Die Anfangsdosis von Tirzepatid beträgt 2,5 mg einmal wöchentlich und wird nach 4 Wochen auf 5 mg einmal wöchentlich erhöht. Danach kann bei Bedarf die Dosis erhöht werden. Die Höchstdosis bei Erwachsenen beträgt 15 mg, bei Kindern und Jugendlichen 10 mg einmal wöchentlich.
Andere Behandlungen
Für Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes kommen verschiedene Wirkstoffe als Einzeltherapie oder in Kombination infrage, dazu gehören unter anderem Metformin, Sulfonylharnstoffe, Liraglutid und Insulin.
Bewertung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2024 geprüft, ob Tirzepatid bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat. 2026 folgte die Bewertung für Kinder und Jugendliche.
Um diese Fragen zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.
Weitere Informationen
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Tirzepatid (Mounjaro) bei Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen.
Quellen
Herausgeber:gesundheitsinformation.de
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tirzepatid (Diabetes mellitus Typ 2) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A23-112. 07.02.2024. (IQWiG-Berichte; Band 1718).
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tirzepatid (Diabetes mellitus Typ 2) – Addendum zum Projekt A23-112; Projekt A24-32. 15.04.2024. (IQWiG-Berichte; Band 1769); DOI: 10.60584/A24-32.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tirzepatid (Diabetes mellitus Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A26-14. 26.05.2026. (IQWiG-Berichte; Band 2249); DOI: 10.60584/A26-14.
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