InformationenÜber- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes

Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes

Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes
Aktualisiert am: 18.10.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist, kommt es zu einer . Sie ist die Folge eines unzureichend behandelten Diabetes mellitus. Ist der Blutzucker zu niedrig, kommt es zu einer . Sie ist meist eine Nebenwirkung von blutzuckersenkenden Medikamenten.

Diabetes mellitus ist eine , bei der die Wirkung des Hormons gestört ist – mit vielen Folgen für die Gesundheit. Bei einem Typ-2-Diabetes wirkt die in das Blut abgegebene Insulinmenge nicht mehr ausreichend. Bei einem Typ-1-Diabetes produziert der Körper hingegen nur sehr wenig oder gar kein .

Wann spricht man von Über- und Unterzuckerung?

Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind völlig normal und kommen auch bei Gesunden täglich vor. Bei ihnen liegt der Blutzuckerspiegel, abhängig von der Nahrungsaufnahme, zwischen etwa 60 und 140 Milligramm Zucker pro Deziliter (mg/dl) Blut. Dies entspricht 3,3 bis 7,8 mmol/l. Die Maßeinheit Millimol pro Liter (mmol/l) ist die gebräuchliche Einheit zur Blutzuckermessung. Sie gibt an, wie viele Zuckermoleküle pro Liter vorliegen.

Bei einer Überzuckerung (Hyperglykämie) liegt der Wert über 7,8 mmol/l (140 mg/dl). Bei einem unbehandelten Typ-1-Diabetes können Blutzuckerwerte auf über 27,8 mmol/l (500 mg/dl) ansteigen. So hohe Werte sind bei einem Typ-2-Diabetes eher selten.

Bei einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) liegt der Blutzuckerspiegel unter 3,3 mmol/l (60 mg/dl). Wie die folgende Grafik zeigt, sind die Übergänge zwischen einem normalen und einem zu hohen oder zu niedrigen Blutzucker aber fließend.

Blutzucker: Normbereich zwischen Über- und Unterzuckerung
Blutzucker: Normbereich zwischen Über- und Unterzuckerung

Überzuckerung: Woran bemerkt man sie?

Der Grund für eine Überzuckerung ist meist, dass Insulin fehlt oder nicht ausreichend wirkt. Denn ohne Insulin können die Organe den Zucker im Blut nicht verwerten, er sammelt sich an.

Eine Überzuckerung macht sich nicht immer gleich bemerkbar. Sie kann jahrelang bestehen, ohne dass körperliche Beschwerden auftreten. Ein stark erhöhter Blutzuckerspiegel kann aber folgende Symptome verursachen:

  • starkes Durstgefühl
  • häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit
  • Antriebsschwäche
  • Übelkeit
  • Schwindel

Ist der Blutzuckerspiegel sehr stark erhöht, kann es auch zu Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit (diabetisches Koma) kommen.

Überzuckerung: Was tun?

Treten die oben genannten Beschwerden längere Zeit oder immer wieder auf, ist es wichtig, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen. Es kann ein Hinweis auf einen Diabetes sein.

Bei Menschen, die schon eine Diabetes-Diagnose haben, können solche Beschwerden ein Hinweis sein, dass die Behandlung angepasst werden muss. Dann können Medikamente verschrieben oder angepasst werden, damit der Blutzucker absinkt. Möglicherweise ist ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll, um den Blutzucker einzustellen.

Unterzuckerung: Woran bemerkt man sie?

Zu einer Unterzuckerung kann es vor allem bei Menschen kommen, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Tabletten nehmen. So können zum Beispiel unerwartete körperliche Anstrengung, eine zu kleine Mahlzeit oder zu viel Alkohol dazu führen, dass die gespritzte Insulinmenge zu hoch ist und der Blutzucker deshalb zu stark absinkt.

Folgende Anzeichen können auf eine Unterzuckerung hindeuten:

  • schneller Puls
  • kalter Schweiß
  • blasse Gesichtsfarbe
  • Kopfschmerzen
  • Heißhunger
  • Zittern, weiche Knie
  • Unruhe und Nervosität, Angstgefühle
  • Konzentrationsstörungen bis zu Verwirrtheit

Wie stark diese Symptome auftreten, hängt vom Blutzucker ab und kann sich von Person zu Person unterscheiden. Die Beschwerden treten auch nicht alle gleichzeitig auf. Wer unsicher ist, ob es sich um eine Unterzuckerung handelt, kann den Blutzucker messen, um sicherzugehen.

Ein zu niedriger Blutzucker kann auch nachts auftreten. Dann fühlt man sich morgens unausgeschlafen und schlapp.

Eine leichte Unterzuckerung hat in der Regel keine schädlichen Folgen. Allerdings kann eine schwere Unterzuckerung zu Bewusstlosigkeit führen und lebensgefährlich werden.

Unterzuckerung: Was tun?

Es ist wichtig, sofort auf eine Hypoglykämie zu reagieren und schnell etwas zu sich zu nehmen, etwa Traubenzucker oder eine zuckerhaltige Limonade (keine „Light“- oder „Zero“-Limonade mit Süßstoff!).

Eine starke Unterzuckerung kann zu Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit führen. Menschen mit Typ-1-Diabetes haben für solche Notfälle oft eine Fertigspritze mit dem Hormon Glukagon dabei. Das Hormon sorgt dafür, dass die Leber Zucker ins Blut abgibt. Angehörige können dann das Hormon spritzen. Ist dies nicht möglich, sollte man sofort unter der Notfallnummer 112 ärztliche Hilfe rufen.

Kommt es immer wieder zu Unterzuckerungen, ist es wichtig, zu seiner Ärztin oder seinem Arzt zu gehen. Es kann dann sinnvoll sein, den Lebensstil oder die Medikamente anzupassen.

Quellen

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie: Therapie des Typ-2-Diabetes. S3-Leitlinie. AWMF-Registernr.: nvl-001g. 2023.

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