Behandlung einer Baker-Zyste

Einleitung
Macht eine Baker-Zyste Probleme, ist es wichtig, die Ursache für die vermehrte Flüssigkeit im Kniegelenk zu finden und zu behandeln. Außerdem kann man selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern.
Bei der Baker-Zyste sammelt sich Flüssigkeit aus der Gelenkhöhle des Knies in der Kniekehle. Die Zyste entsteht meist als Folge einer Schädigung im Kniegelenk, etwa durch eine Arthrose oder eine Verletzung. Je nachdem, was der Auslöser ist, unterscheidet sich die Behandlung.
Eine Therapie ist nur nötig, wenn die Baker-Zyste Probleme wie Druckschmerz oder Spannungsgefühle in der Kniekehle verursacht. Lassen sich die Beschwerden durch Bewegung, gezielte Übungen, Hilfsmittel wie Bandagen oder ausreichende Pausen über mehrere Wochen nicht ausreichend lindern, ist es sinnvoll, die Ursache der Baker-Zyste zu ermitteln. Oft reicht eine konservative Behandlung ohne Operation. Ist die Ursache operativ behandelbar, beispielsweise bei einem Meniskusriss, kann auch eine Operation hilfreich sein.
Es gibt aber auch Ursachen, die schwieriger zu behandeln sind, wie fortgeschrittene Kniearthrosen. Dann geht es vor allem darum, was man selbst tun kann, um im Alltag besser mit den Beschwerden zurechtzukommen.
Was kann ich selbst tun?
Bei einer Baker-Zyste verstärkt eine Belastung des Knies häufig Beschwerden wie Schmerzen und Druckgefühl. Dann hilft es, Pausen einzuplanen und das betroffene Bein hochzulegen. Es gibt auch Schuheinlagen und Kniebandagen, die das Knie entlasten können.
Das bedeutet jedoch nicht, dass das Kniegelenk grundsätzlich geschont werden muss. Ist die Ursache für die Baker-Zyste beispielsweise eine Arthrose des Knies, kräftigt Bewegung die Muskeln, die die Gelenke stabilisieren und schützen. Sie sorgt auch dafür, dass der Gelenkknorpel mit Nährstoffen versorgt wird und sich so erholen kann. Es gibt gezielte Gymnastik, Krafttraining und Dehnübungen, die die Kniemuskulatur bei Arthrose stärken. Man kann ausprobieren, ob Dehnübungen und Faszientraining gegen die Beschwerden der Baker-Zyste helfen.
Auch Wärme- oder Kälte-Anwendungen in der Kniekehle sind einen Versuch wert. Bei entzündlichen Erkrankungen im Knie wie Rheuma wird Kühlen häufig als angenehmer empfunden, während bei Knorpelschäden Wärme wohltuend sein kann. Wickel können zur Kühlung oder zum Warmhalten verwendet werden. Dabei wird ein nass-feuchtes Tuch aufgelegt und mit trockenen Zwischen- und Außentüchern umwickelt. Auf die Wickel können auch Zusätze wie Quark oder Senfmehl aufgetragen werden.
Entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente wie Diclofenac-Gel können angewendet werden, um Schmerzen vorübergehend zu lindern. Nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt kann es sinnvoll sein, einige Tage entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen einzunehmen.
Welche konservativen medizinischen Behandlungen gibt es?
Wenn eine Baker-Zyste Beschwerden auslöst, ist es wichtig, ihre Ursache zu finden und zu behandeln. Wird die Baker-Zyste zum Beispiel von einer rheumatoiden Arthritis oder Arthrose verursacht, können konservative Behandlungen wie Physiotherapie sinnvoll sein. Wenn die Beschwerden etwa durch genug Ruhepausen, Hilfsmittel oder angepasste Bewegung nicht in den Griff zu bekommen sind, kann die Baker-Zyste punktiert werden:
- Bei der Punktion wird mit einer Nadel ins Knie gestochen und Flüssigkeit aus der Zyste abgesaugt.
- In der Regel wird direkt danach ein entzündungshemmendes Medikament in die Zyste oder das Kniegelenk gespritzt, meist Kortison.
Diese Kombination kann die Schwellung und Schmerzen vorübergehend lindern. Sie wird allerdings eher selten durchgeführt, da die Wirkung manchmal nur wenige Tage oder Wochen anhält – beispielsweise, wenn eine Kniearthrose die Baker-Zyste verursacht. Die Behandlung ist ambulant in der orthopädischen Praxis möglich.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Erst wenn konservative Maßnahmen die Beschwerden nicht ausreichend lindern, kommt eine Operation in Betracht – allerdings in der Regel nur, wenn die Grunderkrankung sich mit einem Eingriff gut behandeln lässt. Denn es gibt viele mögliche Ursachen für eine Baker-Zyste und nicht bei allen ist eine Operation sinnvoll.
Geht die Baker-Zyste auf eine Verletzung im Knie zurück, kann der betroffene Teil – etwa Knorpelscheibe oder Gelenkband – behandelt werden. Ist beispielsweise der Meniskus geschädigt oder gerissen, lässt er sich chirurgisch glätten oder nähen. Ein gerissenes vorderes Kreuzband, das mit der Baker-Zyste trotz konservativer Behandlung Probleme macht, kann in einer Operation ersetzt werden.
Bei einer rheumatoiden Arthritis werden manchmal entzündete Gelenkhäute entfernt, wenn sich die Entzündung mit Physiotherapie und Medikamenten nicht ausreichend lindern lässt. Chirurgen und Chirurginnen sprechen dann von einer Synovektomie.
Bei einer Baker-Zyste und fortgeschrittener Arthrose im Kniegelenk ist eine Operation jedoch nur selten sinnvoll: Sie kann die Ursache nicht beseitigen und die Baker-Zyste tritt häufig erneut auf.
Wie läuft eine Operation bei einer Baker-Zyste ab?
Vor dem Eingriff wird mit einer Magnetresonanz-Tomografie geprüft, wie die Baker-Zyste genau liegt und beschaffen ist. Auch die Grunderkrankung – etwa ein Meniskusriss – kann detailliert abgebildet werden.
Das Kniegelenk wird meist endoskopisch operiert (Arthroskopie), also über kleine Schnitte mithilfe einer Kamera und dünner Instrumente. Mit der Kamera untersucht die Chirurgin oder der Chirurg das Kniegelenk und behandelt mit den Instrumenten Schäden direkt: Zum Beispiel wird das Gelenk gespült oder Knorpel geglättet, ein Band ersetzt oder ein loser Gewebeteil entfernt.
Die Baker-Zyste selbst wird in der Regel nicht entfernt. Aber die Verbindung zwischen der Baker-Zyste und der Kniegelenkhöhle kann während des Eingriffs verändert werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
- Vergrößerung: Die Verbindung zwischen der Baker-Zyste und der Kniegelenkhöhle wird vergrößert, sodass die Gelenkflüssigkeit abfließen kann.
- Verschluss: Die Verbindung zwischen der Baker-Zyste und der Kniegelenkhöhle wird verschlossen, sodass die Flüssigkeit sich nicht mehr ansammeln kann.
Während der Arthroskopie kann die innere Wand der Zyste entfernt oder belassen werden. Es ist unklar, welches Vorgehen besser ist. Mit beiden Verfahren lässt sich meist verhindern, dass die Baker-Zyste wieder auftritt. Nebenwirkungen wie Schwellungen, Blutergüsse oder Infektionen treten selten und vorübergehend auf.
Für eine Kniearthroskopie ist eine Betäubung notwendig, meist eine kurze Vollnarkose. Kleinere arthroskopische Operationen wie eine Meniskusoperation werden in der Regel ambulant durchgeführt. Größere Eingriffe wie eine Kreuzbandoperation können einen Klinikaufenthalt von wenigen Tagen erfordern.
Eine Baker-Zyste kann auch in einer offenen Knie-Operation entfernt werden, ohne dass die Krankheitsursache mitbehandelt wird. Davon wird aber meist abgeraten, da der Eingriff mit mehr Risiken einhergeht und Zysten danach häufiger wieder auftreten.
Quellen
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