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Divertikelkrankheit: Wie werden chronische Beschwerden behandelt?

Divertikelkrankheit: Wie werden chronische Beschwerden behandelt?
Aktualisiert am: 07.01.2026· Nächstes Update: 2029
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Manchmal führen Divertikel zu dauerhaften oder immer wiederkehrenden Beschwerden oder Entzündungen. Eine Ernährungsumstellung und bestimmte Medikamente können die Beschwerden manchmal lindern. Reicht dies nicht aus, kann der Darm operiert werden.

Divertikel sind kleine Ausstülpungen der Darminnenwand. Oft bereiten sie gar keine oder nur vorübergehend Beschwerden, die gut behandelt werden können. Allerdings können sie auch langfristige Probleme machen. Man unterscheidet zwei Formen der chronischen Divertikelkrankheit:

  • symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit (SUDD): Es bestehen dauerhafte (chronische) oder wiederkehrende Beschwerden wie Schmerzen, Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten. Es gibt aber selten Anzeichen für eine . Die SUDD ähnelt sehr dem Reizdarmsyndrom und lässt sich auch nach verschiedenen Untersuchungen oft nicht sicher davon abgrenzen.
  • wiederkehrende (chronisch-rezidivierende) Divertikulitis: Die Divertikel entzünden sich immer wieder. Das muss nicht zu Komplikationen führen, es können sich aber auch Eiteransammlungen (Abszesse) oder Engstellen im Darm (Stenosen) bilden.

Die beiden Formen lassen sich nicht immer klar voneinander trennen. Manche Menschen haben sowohl dauerhafte Beschwerden als auch wiederkehrende Entzündungen. Dennoch unterscheiden sich die Behandlungsmöglichkeiten.

Wie wird eine symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit behandelt?

Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören eine Ernährungsumstellung, Medikamente und eine Operation.

Ernährung

Es gibt erste Hinweise aus Studien, dass eine ballaststoffreiche Ernährung Verdauungsbeschwerden bei der Divertikelkrankheit mindern kann. Eine ballaststoffreiche Kost besteht vor allem aus viel Obst, Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchten. Sie macht den Stuhl weicher, erhöht das Stuhlvolumen und regt die Verdauung an. Dadurch wird der Stuhl schneller durch den Darm befördert und der Druck auf die Darmwand sinkt. Manche Menschen mit Darmbeschwerden nehmen auch Lein- oder Flohsamen ein. Sie enthalten lösliche Ballaststoffe, die Wasser im Darm binden. Aus diesem Grund wird auch empfohlen, ausreichend zu trinken, wenn man sich ballaststoffreich ernährt.

Die Darmflora enthält verschiedene Bakterien, die für die Funktion und Gesundheit des Darms eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel Milchsäurebakterien (Laktobazillen) und Bifidobakterien. Bei manchen Menschen mit Divertikeln ist die Darmflora verändert. Daher – so die Theorie – könnten probiotische Mittel mit solchen Bakterien helfen. Allerdings ist unklar, ob Probiotika bei der symptomatischen unkomplizierten Divertikelkrankheit helfen.

Medikamente

Das verschreibungspflichtige Medikament Mesalazin ist für die Behandlung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zugelassen. Bei der Divertikelkrankheit kann es nur im Rahmen eines Off-Label-Use verschrieben werden. Das Mittel wird meist über mehrere Monate täglich eingenommen. Studien weisen darauf hin, dass es bei manchen Menschen die Beschwerden lindern kann. Anhand der wenigen Studien lässt sich bislang aber nicht sicher beurteilen, wie wirksam Mesalazin tatsächlich ist.

Operation

Es ist unklar, ob eine Darmoperation bei einer symptomatischen unkomplizierten Divertikelkrankheit helfen kann. Der Eingriff, bei dem ein Teil des Darms entfernt wird, geht zudem mit Risiken wie Organverletzungen und Blutungen einher. Deshalb raten Fachleute davon ab, sich bei einer unkomplizierten Divertikelkrankheit operieren zu lassen.

Wie wird eine wiederkehrende (chronisch-rezidivierende) Divertikulitis behandelt?

Jede erneute Divertikulitis wird wie eine erste akute Divertikulitis behandelt: Bei einer komplizierten Divertikulitis sind Antibiotika wichtig, bei der unkomplizierten Form kann in bestimmten Situationen darauf verzichtet werden. Eine komplizierte Divertikulitis geht mit Eiteransammlungen einher und wird im Krankenhaus behandelt. Eine Operation ist nötig, wenn Komplikationen durch die Entzündung drohen, etwa eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder Blutvergiftung (Sepsis).

Um einer wiederkehrenden Divertikulitis vorzubeugen, werden manchmal bestimmte Medikamente angeboten. Dazu gehören Antibiotika und Mesalazin. In bisherigen Studien konnten sie Entzündungen jedoch nicht wirksam vorbeugen. Deshalb raten Fachleute von der vorbeugenden Einnahme ab. Ob eine ballaststoffreiche Ernährung bei der Vermeidung von Entzündungen hilft, ist unklar.

Sind die Beschwerden auf Dauer sehr belastend, kann eine Operation infrage kommen. Dabei wird ein Teil des Darms entfernt. Der Eingriff kann Beschwerden lindern und das Risiko für erneute Entzündungen senken. Die Wahrscheinlichkeit, dass dadurch Divertikulitis-Komplikationen vermieden werden, ist allerdings eher gering. Denn Studien zeigen, dass nach der ersten Divertikulitis das Komplikationsrisiko am höchsten ist – mit weiteren Schüben sinkt es deutlich. Nach dem fünften Schub liegt es bei unter 1 %.

Der Eingriff geht jedoch mit Risiken wie Organverletzungen einher. Deshalb sollten die Vor- und Nachteile gut abgewogen werden.

Quellen

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