Fieber bei Kindern: Wann in die Arztpraxis?

Einleitung
Die meisten Kinder mit Fieber haben eine harmlose Infektion. Wenn das Fieber steigt, machen sich aber viele Eltern Sorgen. Wann es besser ist, ärztliche Hilfe zu suchen, ist an bestimmten Anzeichen erkennbar.
Wenn ihr Kind Fieber hat, stellen sich viele Eltern Fragen wie: Ist es etwas Ernstes? Soll ich eine Ärztin oder einen Arzt um Rat fragen? Ist es nötig, das Fieber zu senken? Allgemein gilt: Wenn man unsicher ist und sich Sorgen macht, ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen. Oft reicht schon ein Anruf in der Praxis, denn manche Fragen lassen sich auch am Telefon klären.
Die Höhe der Körpertemperatur sagt meist nur wenig darüber aus, ob ein Arztbesuch notwendig ist. Entscheidender sind oft andere Kriterien. Viele typische Kinderkrankheiten machen sich zum Beispiel außer durch Fieber durch einen typischen Hautausschlag bemerkbar. Dann ist nach telefonischer Absprache ein Arztbesuch ratsam. Eine ärztliche Untersuchung ist auch wichtig, wenn das Fieber anhaltend hoch ist oder sich der Gesundheitszustand des Kindes verschlechtert. Ein umgehender Arztbesuch oder notärztliche Hilfe ist zudem wichtig, wenn das Kind einen ersten Fieberkrampf hatte.
Bei welchen Anzeichen ist ärztlicher Rat wichtig?
Die folgende Tabelle fasst zusammen, wann man bei Fieber ärztlichen Rat einholen sollte:
Bei Säuglingen unter drei Monaten ist unabhängig von der Körpertemperatur ärztlicher Rat immer wichtig, wenn sie nicht mehr trinken oder sich nicht mehr stillen lassen. Denn bei ihnen können zum Beispiel Infekte auch ohne Fieber auftreten.
Was tun, wenn die Ärztin oder der Arzt nicht erreichbar ist?
Wenn die Haus- oder Kinderarztpraxis nicht erreichbar ist, stehen Notfallpraxen und -ambulanzen von Krankenhäusern oder Kinderkliniken zur Verfügung. Adressen gibt es zum Beispiel im Internet, in der Arztpraxis oder bei der Krankenkasse.
Bei Kindern kann sich der Verlauf einer Erkrankung schnell ändern: Eltern müssen sich nicht scheuen, am selben Tag auch ein zweites Mal in die Praxis zu gehen. Sie können am besten beurteilen, ob sich ihr Kind anders verhält als üblich, ob es anders reagiert, weniger aktiv ist als sonst, sich unbehaglich fühlt oder nicht mehr trinkt. Ihre Einschätzung und Erfahrung ist sehr hilfreich – auch für die Ärztin oder den Arzt.
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). S3-Leitlinie Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen. AWMF-Registernr.: 027-074. 2025.
National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Fever in under 5s: assessment and initial management. (NICE Clinical Guidelines; No. NG143). 2021.







