Helfen E-Zigaretten, keinen Tabak mehr zu rauchen?

Einleitung
E-Zigaretten können helfen, vom Tabak wegzukommen. Die meisten Menschen nutzen sie aber auch noch ein Jahr nach ihrer Tabakentwöhnung. Wer ganz ohne Rauchwaren auskommen möchte, hat mit einer Nikotinersatztherapie oder medikamentösen Entwöhnung bessere Chancen.
Die meisten schädlichen Substanzen, die beim Rauchen von Zigaretten eingeatmet werden, entstehen beim Verbrennen des Tabaks. E-Zigaretten kommen ohne Tabak aus – dennoch enthalten die meisten Produkte Nikotin. E-Zigaretten enthalten eine Flüssigkeit (Liquid), die erhitzt und als Dampf inhaliert wird. Auch beim „Dampfen“ werden schädliche Substanzen freigesetzt. Langzeituntersuchungen zu den gesundheitlichen Folgen von E-Zigaretten gibt es bisher nicht. Wer sie für einen Rauchstopp nutzt, sollte sie daher möglichst nur für einen begrenzten Zeitraum verwenden.
Wie gut E-Zigaretten dabei helfen, vom Tabak wegzukommen, hat eine Wissenschaftlergruppe der Cochrane Collaboration untersucht. Dazu hat sie Studien zusammengefasst, die geprüft haben,
- ob E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen können,
- ob E-Zigaretten mit Nikotin besser helfen als E-Zigaretten ohne Nikotin und
- wie nikotinhaltige E-Zigaretten im Vergleich zu einer Nikotinersatztherapie abschneiden.
Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten die E-Zigarette nach Bedarf anwenden. Die Kartuschen und das Liquid wurden ihnen zur Verfügung gestellt. In manchen Studien wurde zusätzliche Unterstützung angeboten, zum Beispiel eine Telefonberatung.
E-Zigaretten mit oder ohne Nikotin
In zehn Studien mit gut 4000 Teilnehmenden wurden nikotinhaltige E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung verglichen: entweder mit einer Gruppe, die nikotinfreie E-Zigaretten nutzte oder mit einer Gruppe, die gar keine E-Zigaretten bekam. Ob es den Teilnehmenden gelang, keinen Tabak mehr zu rauchen, wurde nach 6 bis 12 Monaten überprüft. Die Studien zeigten, dass
- mit E-Zigarette mehr Menschen mit dem Tabakrauchen aufhörten als ohne, und dass
- nikotinhaltige E-Zigaretten besser bei der Tabakentwöhnung halfen als nikotinfreie E-Zigaretten.
E-Zigaretten im Vergleich zur Nikotinersatztherapie
In vier Studien mit knapp 2000 Raucherinnen und Rauchern wurden nikotinhaltige E-Zigaretten mit einer Nikotinersatztherapie verglichen. Die Teilnehmenden konnten sich die Art der Nikotinersatztherapie selbst aussuchen. Im Ergebnis zeigten die Studien nach 6 bis 12 Monaten:
- Mit Nikotinersatztherapie schafften es 10 von 100 Personen, keinen Tabak mehr zu rauchen.
- Mit nikotinhaltiger E-Zigarette schafften es 15 von 100 Personen, mit dem Tabakrauchen aufzuhören.
Die E-Zigaretten halfen also 5 von 100 Personen mehr, von Tabakzigaretten oder ähnlichen Rauchwaren wegzukommen als eine Nikotinersatztherapie.
Fast alle Studienteilnehmenden, die es mit E-Zigarette schafften, vom Tabak wegzukommen, wendeten nach einem Jahr weiterhin E-Zigaretten an. Dabei verwendeten sie oft noch nikotinhaltige Liquids. Über das Jahr verringerten sie mit der Zeit aber die verwendete Nikotinmenge.
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Empfehlungen zum Umgang mit der elektronischen Zigarette (E-Zigarette). 2022.
Hartmann-Boyce J, McRobbie H, Lindson N et al. Electronic cigarettes for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2021; (4): CD010216.