InformationenHelfen psychologische Verfahren und Patientenschulungen beim Umgang mit Rheuma?

Helfen psychologische Verfahren und Patientenschulungen beim Umgang mit Rheuma?

Helfen psychologische Verfahren und Patientenschulungen beim Umgang mit Rheuma?
Aktualisiert am: 15.11.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Patientenschulungen, psychologische Verfahren und die können helfen, im Alltag besser mit Rheuma zurechtzukommen. Häufig werden verschiedene Maßnahmen kombiniert, wie Entspannungstechniken, Stressbewältigung und das Erlernen von Strategien zur Einteilung der Kräfte und Planung im Alltag.

Bei einer rheumatoiden Arthritis sind bestimmte Gelenke langfristig oder dauerhaft entzündet. Das kann zu Schmerzen, Schwellungen, Gelenksteifigkeit und Kraftlosigkeit führen. Zunächst sind oft die kleinen Gelenke an Händen, Fingern und Füßen betroffen. Es können sich aber auch große Gelenke entzünden, etwa Knie-, Hüft- oder Schultergelenke.

Häufig schwächen die Entzündungen den Körper. Es kommt zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl, das mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Appetitverlust einhergehen kann. Eine kann alltägliche Tätigkeiten erschweren und viele Lebensbereiche beeinträchtigen. Das kann psychisch belastend sein, Ängste und depressive Verstimmungen auslösen. Manche Menschen fühlen sich zunehmend hilflos – oft sind sie wegen ihrer Beschwerden außerstande, alltägliche Aufgaben im Haushalt zu erledigen oder an sozialen Aktivitäten teilzunehmen.

Strategien zum Umgang mit der Erkrankung

Es gibt verschiedene psychologische und psychotherapeutische Verfahren, die Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Rheuma helfen sollen, mit Schmerzen und anderen Beschwerden zurechtzukommen. Dazu gehören insbesondere

  • Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training und
  • Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie.

In einer kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) lernen Menschen, gedankliche Muster und Verhaltensweisen zu erkennen, die den Umgang mit der Erkrankung erschweren können, um diese dann gezielt zu verändern. In einer KVT geht es auch um praktische Hilfen: Zum Beispiel wird geübt, wie man sich die Kraft einteilen und Ziele setzen kann, die sich trotz Erkrankung erreichen lassen.

Verhaltenstherapeutische Behandlungen werden häufig mit anderen Methoden wie Entspannungstechniken kombiniert. Auch im Rahmen von Patientenschulungen werden oft verschiedene Methoden angeboten, zum Beispiel zum Empowerment oder zur Förderung von Selbstmanagement-Kompetenzen.

Studien zu psychologischer Unterstützung bei rheumatoider Arthritis

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten den Nutzen psychologischer Behandlungen wie der kognitiven Verhaltenstherapie, von Patientenschulungen oder Verfahren zur Stressbewältigung bei rheumatischer Arthritis. Sie werteten dafür die Ergebnisse von 27 Studien aus, an denen insgesamt gut 1600 Menschen mit Rheuma teilgenommen hatten.

Betrachtet man alle Studien zusammen, zeigt sich, dass die untersuchten Verfahren Schmerzen etwas lindern konnten und die Teilnehmenden körperlich aktiver waren. Zudem hatten sie auch etwas weniger depressive Symptome. Auch nach mehreren Monaten hielten diese günstigen Wirkungen noch an.

Die Forschungsarbeit einer anderen Wissenschaftlergruppe liefert Hinweise, dass psychologische Behandlungen Menschen mit Rheuma auch gegen Erschöpfung helfen können. Gegen depressive Stimmungen helfen offenbar besonders Methoden der sogenannten Selbstregulation: Mit ihrer Hilfe lernen Menschen, eigenständig mit den Beschwerden und Gefühlen umzugehen, die eine Erkrankung hervorruft. Dazu gehört zum Beispiel, sich persönliche Ziele zu setzen, diese umzusetzen und den Erfolg zu überprüfen.

Quellen

Cramp F, Hewlett S, Almeida C et al. Non-pharmacological interventions for fatigue in rheumatoid arthritis. Cochrane Database Syst Rev 2013; (8): CD008322.

Knittle K, Maes S, de Gucht V. Psychological interventions for rheumatoid arthritis: examining the role of self-regulation with a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Arthritis Care Res (Hoboken) 2010; 62(10): 1460-1472.

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