Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Einleitung
- Leukozyten sind die weißen Blutkörperchen.
- Sie sind ein wichtiger Teil des Immunsystems.
- Sie lassen sich in mehrere Unterformen unterteilen, die jeweils bestimmte Aufgaben übernehmen.
- Krankheiten lassen die Anzahl der Leukozyten im Blut oft ansteigen.
- Manche Krankheiten können aber auch zu einer Abnahme der Zellen führen.
Was sind Leukozyten?
Leukozyten ist der Fachbegriff für die weißen Blutkörperchen. Wie die roten Blutkörperchen und Thrombozyten werden sie im Knochenmark gebildet und von dort in die Blutbahn abgegeben.
Leukozyten lassen sich in verschiedene Untergruppen einteilen, die jeweils bestimmte Eigenschaften haben. Dadurch können sie unterschiedliche Aufgaben bei der Abwehr von Krankheiten übernehmen: Manche sind zum Beispiel fähig, Antikörper zu bilden, andere geben Giftstoffe ab, um Krankheitserreger unschädlich zu machen. Wieder andere können als sogenannte Fresszellen zum Beispiel Bakterien in sich aufnehmen und abbauen.
Wie alle anderen Blutzellen werden Leukozyten im Knochenmark gebildet. Von dort werden immer einige ins Blut abgegeben, von wo aus sie sich im Körper verteilen.
Warum werden Leukozyten bestimmt?
Es gehört zur Routine-Blutuntersuchung, dem kleinen Blutbild, zu bestimmen, wie viele Leukozyten insgesamt im Blut sind. Wenn dabei auffällt, dass zu viele oder zu wenige weiße Blutkörperchen vorkommen, wird oft eine genauere Untersuchung gemacht, das Differential-Blutbild. Dabei können die verschiedenen Untergruppen der weißen Blutkörperchen voneinander unterschieden und ihre jeweilige Anzahl bestimmt werden. Ärztinnen und Ärzte können daraus ableiten, ob und welche Erkrankungen vorliegen könnten.
Werden die Ergebnisse von kleinem und Differential-Blutbild zusammengefasst, spricht man auch von einem großen Blutbild.
Die Anzahl der Leukozyten spielt insbesondere eine Rolle, wenn bestimmte Symptome auf eine Entzündung hindeuten. Auch um den Verlauf und die Behandlung von Entzündungen zu überwachen, sowie etwa Heilungsverläufe nach Operationen, sind die Leukozyten sehr wichtig.
Um die Leukozyten-Zahl zu bestimmen, nimmt die Ärztin oder der Arzt etwas Blut ab, in der Regel aus der Armvene.
Was ist der Referenzbereich?
Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, da verschiedene Testverfahren eingesetzt werden. Daher gibt jedes Labor in seinem Bericht eigene Referenzbereiche an. Als Orientierung können folgende Werte dienen:
| Zellen pro Mikroliter Blut (/µl) | Milliarden Zellen pro Liter Blut (109/l) | |
|---|---|---|
| Frauen über 18 Jahre | 4.000 – 10.000 | 4 – 10 |
| Männer über 18 Jahre | 4.000 – 10.000 | 4 – 10 |
Die Werte sind abhängig vom Alter. Bei Kindern ist auch eine höhere Zahl der Leukozyten im Blut normal.
Wichtig ist:
Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen. Erst im Zusammenhang mit anderen Werten, Symptomen und Untersuchungen ergibt sich ein klares Bild. Zudem haben auch gesunde Menschen manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs. Bevor man sich bei einer Abweichung Sorgen macht, sollte man die auffälligen Werte daher stets mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.
Was bedeuten erniedrigte Werte?
Liegt die Anzahl der Leukozyten deutlich unterhalb des Referenzbereichs, spricht man von einer Leukozytopenie oder Leukopenie. Weil bei einer Leukopenie das Immunsystem geschwächt ist, ist der Körper anfälliger für Infektionen.
Mögliche Ursachen
Die Ursachen für eine Leukopenie sind vielfältig, etwa eine Störung der Blutbildung durch Veränderungen im Knochenmark, Nebenwirkungen von Medikamenten oder schwere Infektionskrankheiten. Auch Krebs und dessen Therapien können zu einer Leukopenie führen.
Was kann ich bei erniedrigten Werten tun?
Ist die Anzahl der Leukozyten erniedrigt, ist es ratsam, sich mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen. Sie oder er kann erläutern, warum diese Zellen überhaupt bestimmt wurden – und wie das Ergebnis zu möglicherweise vorhandenen Beschwerden, anderen Laborwerten und Befunden passt.
Wenn unklar ist, warum zu wenige Leukozyten vorliegen, werden sie über das Differential-Blutbild genauer untersucht. Wenn nötig, können sich weitere Diagnose-Verfahren anschließen, etwa eine Gewebeprobe aus dem Knochenmark. Je nachdem, welche Erkrankung sich letztlich dabei herausstellt, wird dann eine passende Behandlung empfohlen.
Was bedeuten erhöhte Werte?
Eine erhöhte Anzahl Leukozyten im Blut wird als Leukozytose bezeichnet.
Mögliche Ursachen
Eine Leukozytose kann verschiedene Ursachen haben. Häufig sind dies Infektionen durch Krankheitserreger oder auch Entzündungen wie zum Beispiel Autoimmunerkrankungen. Auch bei Stress, Verbrennungen oder Verletzungen, in der Schwangerschaft oder durch Rauchen kann es zu einer Leukozytose kommen.
Die Anzahl von weißen Blutkörperchen erhöht sich auch, wenn sie ungehemmt im Knochenmark gebildet werden und massenhaft ins Blut ausgeschwemmt werden. Man spricht dann von Blutkrebs oder einer Leukämie. Dann sehen die Zellen oft auch anders aus als gesunde Zellen.
Was kann ich bei erhöhten Werten tun?
Ist die Anzahl der Leukozyten erhöht, ist es ratsam, sich mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen. Sie oder er kann erläutern, warum diese Zellen überhaupt bestimmt wurden – und wie das Ergebnis zu möglicherweise vorhandenen Beschwerden, anderen Laborwerten und Befunden passt.
Wenn zum Beispiel anhand der Beschwerden und anderer Befunde klar ist, dass eine Infektion vorliegt, passt eine erhöhte Leukozyten-Zahl dazu.
Wenn unklar ist, warum zu viele Leukozyten vorliegen, werden sie über das Differential-Blutbild genauer untersucht. Wenn nötig, können sich weitere Diagnose-Verfahren anschließen, etwa eine Gewebeprobe aus dem Knochenmark. Je nachdem, welche Erkrankung sich letztlich dabei herausstellt, wird dann eine passende Behandlung empfohlen.
Quellen
Böhm BO, Niederau C. Klinikleitfaden Labordiagnostik. München Urban und Fischer; 2021.
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs). Laborwerte-Tabelle. 2024.
Herold G. Innere Medizin. Köln: Gerd Herold-Verlag; 2021.
Pschyrembel online. 2024.
Thomas L. Labor und Diagnose; Release 7. 2024.