Nivolumab (Opdivo) bei Jugendlichen mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs

Einleitung
Nivolumab (Handelsname Opdivo) ist seit Mai 2023 für Jugendliche ab 12 Jahre mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs zugelassen. Der Wirkstoff kann alleine oder in Kombination mit Ipilimumab eingesetzt werden, wenn der schwarze Hautkrebs Metastasen gebildet hat oder nicht operiert werden kann. Er kommt außerdem als unterstützende (adjuvante) Behandlung nach der Operation eines Melanoms infrage, wenn Lymphknoten befallen waren oder der Krebs Absiedlungen (Metastasen) gebildet hatte.
Das maligne Melanom ist der gefährlichste Typ von Hautkrebs. Es entsteht aus den dunklen Pigmentzellen und wird daher auch schwarzer Hautkrebs genannt. Wenn ein Melanom entdeckt wird, wird es operativ entfernt. Manchmal hat der Krebs dann bereits Lymphknoten befallen oder sich auf angrenzendes Gewebe oder andere Körperregionen ausgebreitet und dort Absiedlungen (Metastasen) gebildet. Eine adjuvante Behandlung soll eventuell nach einem operativen Eingriff noch im Körper vorhandene Krebszellen bekämpfen, um einen späteren Rückfall zu verhindern.
Wenn der Krebs so groß ist, dass er nicht mehr entfernt werden kann, oder wenn er in weiter entfernten Körperregionen Fernmetastasen gebildet hat, spricht man von einem fortgeschrittenen malignen Melanom.
Nivolumab soll das Immunsystem aktivieren, den Krebs zu bekämpfen.
Quellen
Abhängig davon, ob Nivolumab als Einzel- oder Kombinationstherapie mit Ipilimumab oder als adjuvante Therapie verabreicht wird, wird der Wirkstoff alle zwei, drei oder vier Wochen als Infusion in die Blutbahn (intravenös) gegeben. Die Dosierung richtet sind nach dem Körpergewicht und dem Infusionsintervall. Die Anwendung dauert eine halbe oder eine Stunde.
Die Therapie wird beendet, wenn die Erkrankung fortschreitet oder zu starke Nebenwirkungen auftreten.
Für Jugendliche ab 12 Jahre mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs, der Metastasen gebildet hat oder nicht operiert werden kann, kommt Pembrolizumab infrage.
Nach der Operation eines Melanoms mit Lymphknotenbefall oder Absiedlungen kommen als Therapiemöglichkeit in Abhängigkeit von Tumorstadium Pembrolizumab oder abwartendes Beobachten infrage. Beim abwartenden Beobachten finden regelmäßige Untersuchungen statt, um einen Rückfall frühzeitig zu erkennen.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2023 geprüft, ob Nivolumab für Jugendliche ab 12 Jahre mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.
Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses ( G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Nivolumab (Opdivo) bei Jugendlichen ab 12 Jahre als Einzel- oder Kombinationstherapie mit Ipilimumab sowie als unterstützende (adjuvante) Behandlung.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nivolumab (Melanom bei Jugendlichen, fortgeschritten) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A23-58. 27.09.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1644).
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nivolumab (Melanom bei Jugendlichen, fadjuvant) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A23-59. 27.09.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1641).
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
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