Pembrolizumab (Keytruda) bei fortgeschrittenem Brustkrebs

Einleitung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2022 geprüft, welche Vor- und Nachteile Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) bei Brustkrebs hat, der Metastasen gebildet hat oder wieder aufgetreten ist und nicht operiert werden kann. Der Wirkstoff wird mit einer Chemotherapie kombiniert und kommt infrage, wenn der Tumor eine erhöhte Menge des Proteins PD-L1 aufweist und noch keine Chemotherapie eingesetzt wurde.
Der Hersteller legte hierzu eine Studie vor, aus der die Daten von 143 Frauen ausgewertet wurden. 96 Patientinnen erhielten Pembrolizumab und 47 Frauen ein Placebo. Alle Patientinnen bekamen zusätzlich eine Chemotherapie mit den Wirkstoffen Paclitaxel oder nab-Paclitaxel. Alle untersuchten Frauen waren zu Beginn der Studie in einem guten Allgemeinzustand. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:
Welche Vorteile hat Pembrolizumab?
Lebenserwartung: Die Studie deutet darauf hin, dass Pembrolizumab das Leben verlängern kann. Die Frauen mit Pembrolizumab verstarben im Mittel (Median) nach 30 Monaten. Die Patientinnen ohne Pembrolizumab verstarben im Mittel (Median) nach 16 Monaten.
Welche Nachteile hat Pembrolizumab?
Schwere Magen-Darm-Erkrankungen: Bei diesen schweren Nebenwirkungen deutet die Studie auf einen Nachteil von Pembrolizumab hin.
Durchfall und Geschmacksstörung: Bei diesen Nebenwirkungen deutet die Studie ebenfalls auf einen Nachteil für die Patientinnen mit Pembrolizumab hin.
Wo zeigte sich kein Unterschied?
Es zeigte sich kein Unterschied bei Beschwerden wie:
- Erschöpfung
- Übelkeit und Erbrechen
- Schmerzen
- Atemnot
- Schlaflosigkeit
- Appetitverlust
- Verstopfung
Ebenfalls kein Unterschied zeigte sich bei Aspekten wie:
- Schweren Nebenwirkungen insgesamt
- Belastung durch Haarausfall
- Gesundheitsbezogener Lebensqualität
- Immunvermittelten schweren Nebenwirkungen: Bei immunvermittelten Nebenwirkungen greift das Immunsystem infolge der Therapie den eigenen Körper an.
Welche Fragen sind noch offen?
Zum Gesundheitszustand und Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen legte der Hersteller keine verwertbaren Daten vor.
Quellen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Pembrolizumab (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A21-145. 11.02.2022. (IQWiG-Berichte; Band 1289).