InformationenPembrolizumab (Keytruda) bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom)

Pembrolizumab (Keytruda) bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom)

Pembrolizumab (Keytruda) bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom)
Aktualisiert am: 11.05.2022· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2022 geprüft, welche Vor- oder Nachteile Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) in Kombination mit einer für noch nicht behandelte Personen mit fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs oder einem Krebs des Übergangs zum Magen sowie einer erhöhten Menge von PD-L1 im Vergleich zu einer mit Cisplatin in Kombination mit 5-Fluorouracil hat.

Für die Bewertung legte der Hersteller dem IQWiG zwei Studien vor, in denen für diese Frage die Daten von 147 Teilnehmenden ausgewertet werden konnten. Die eine Hälfte der Teilnehmenden wurde mit Pembrolizumab behandelt, während die andere Hälfte ein erhielten. Alle Personen erhielten zusätzlich Cisplatin plus 5-Fluorouracil oder plus Capecitabin. Bei der großen Mehrheit der Personen lag ein HER2-negatives Adenokarzinom vor, das bei fast allen Patientinnen und Patienten bereits gebildet hatte. Die Personen waren trotz der fortgeschrittenen Erkrankung zu Beginn der Studien in einem guten Allgemeinzustand. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Pembrolizumab?

Es zeigten sich keine Vorteile von Pembrolizumab.

Welche Nachteile hat Pembrolizumab?

Endokrine Erkrankungen: Bei diesen Nebenwirkungen, hauptsächlich Schilddrüsenunter- und -überfunktionen, weisen die Studien auf einen Nachteil von Pembrolizumab hin. Mit Pembrolizumab traten diese Nebenwirkungen bei 11 von 100 Personen auf. Ohne Pembrolizumab waren 2 von 10 Personen betroffen.

Mundtrockenheit: Bei dieser Beschwerde deuten die Daten auf einen Nachteil bei den untersuchten Männer mit Pembrolizumab hin. Bei den Frauen zeigte sich kein Unterschied.

Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen: Hier weist die Studie auf einen Nachteil von Pembrolizumab hin.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Lebenserwartung: Hier zeigte sich kein Unterschied. Im Mittel (Median) waren die Teilnehmenden nach 10 bis 12 Monaten verstorben.

Ebenfalls kein Unterschied zeigte sich bei Krankheitsbeschwerden wie:

  • Erschöpfung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Atemnot
  • Schmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Appetitverlust
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Schwierigkeiten beim Essen
  • Speichelschlucken und Verschlucken
  • Geschmacksinn
  • Husten
  • Sprechen
  • Schwierigkeiten beim Schlucken

Auch bei folgenden Aspekten zeigte sich kein Unterschied:

  • Gesundheitsbezogener Lebensqualität
  • Schweren Nebenwirkungen
  • Immunvermittelten schweren Nebenwirkungen: Als immunvermittelte Nebenwirkungen bezeichnet man Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift.

Bei Reflux gab es keinen relevanten Unterschied.

Welche Fragen sind noch offen?

Der Hersteller legte keine verwertbaren Daten zum Gesundheitszustand vor.

Quellen

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Pembrolizumab (Karzinom des Ösophagus oder gastroösophagealen Übergangs) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A21-144. Version 1.1. 01.04.2022. (IQWiG-Berichte; Band 1292).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Pembrolizumab (Karzinom des Ösophagus oder gastroösophagealen Übergangs) – Addendum zum Auftrag A21-144; Auftrag A22-37. Version 1.1. 25.04.2022. (IQWiG-Berichte; Band 1334).

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