Welche Vor- und Nachteile hat eine Myomembolisation?

Einleitung
Bei der Myomembolisation wird die Durchblutung von Myomen unterbunden, um sie zu verkleinern. Der Eingriff ist eine mögliche Alternative zu Operationen, bei denen Myome oder die Gebärmutter entfernt werden.
Myome sind gutartige Geschwulste in oder an der Gebärmutter. Sie können zu starken Blutungen und Schmerzen während der Periode führen. Manchmal gehen sie auch mit einem Druckgefühl auf Blase oder Darm einher.
Myome, die Beschwerden verursachen, lassen sich mit hormonellen Mitteln behandeln. Sobald man diese absetzt, können die Myome aber wieder wachsen und die Beschwerden zurückkehren. Eine Operation kann eine dauerhafte Lösung sein. Dabei werden einzelne Myome oder die gesamte Gebärmutter (Uterus) entfernt.
Eine andere Möglichkeit, um die Beschwerden langfristig zu beseitigen, ist die Myomembolisation (Transkatheter-Embolisation). Dieser Eingriff ist schonender als die Operationen und man erholt sich schneller davon. Die Methode eignet sich aber nicht immer. Außerdem werden später recht häufig erneute Behandlungen nötig.
Was passiert bei einer Myomembolisation?
Bei dem Eingriff werden unter örtlicher Betäubung die Blutgefäße verschlossen, die das Myom versorgen. Dazu setzt die Ärztin oder der Arzt zunächst einen kleinen Einstich in die Leiste und führt einen dünnen Plastikschlauch (Katheter) in die Leistenarterie ein. Über den Katheter wird ein Kontrastmittel gespritzt, damit die Blutgefäße auf dem Röntgenbild erkennbar sind. Der Katheter wird dann unter Röntgenkontrolle bis zum Myom vorgeschoben. Anschließend werden über den Katheter winzige Kunststoff-Kügelchen in die Blutgefäße des Myoms geschwemmt. Die Kügelchen verstopfen die Gefäße und blockieren so die Blutzufuhr zum Myom.
Der Eingriff dauert etwa 1 bis 2 Stunden. Anschließend sind 8 bis 12 Stunden Bettruhe nötig, damit sich die Einstichstelle in der Leiste verschließen kann.
Einige Wochen nach dem Eingriff wird mithilfe einer Magnetresonanz-Tomografie (MRT) kontrolliert, ob die Behandlung ausreichend gewirkt hat – also das Myom gar nicht mehr durchblutet wird. Nur dann schrumpfen die Myome allmählich und die Beschwerden verschwinden. Teile des Myoms werden vom Körper abgebaut. Die Kügelchen bleiben im restlichen Myomgewebe, lösen aber auch langfristig keine Beschwerden aus.
Wie gut hilft die Myomembolisation?
Eine Embolisation kommt in der Regel für Frauen infrage, deren Myome bereits seit längerer Zeit starke Beschwerden verursachen. Durch die Behandlung bessern sich die Beschwerden bei etwa 80 bis 90 von 100 Frauen.
Nach der Behandlung können sich allerdings neue Myome bilden. Einem Teil der Frauen hilft die Myomembolisation nicht ausreichend oder nur vorübergehend. In Studien ließen sich deshalb etwa 20 von 100 Frauen in den ersten Jahren nach dem Eingriff erneut behandeln. Entweder wurde der Eingriff wiederholt oder sie wurden mit einem anderen Verfahren operiert.
Wann ist eine Myomembolisation ungeeignet?
Bestimmte Myome können aufgrund ihrer Lage nicht gut mit einer Embolisation behandelt werden. Dazu zählen Myome, die unter der Gebärmutterschleimhaut wachsen, und gestielte Myome an der Außenseite der Gebärmutter. Bei solchen Myomen ist eine Operation die Methode der Wahl, wenn Medikamente nicht ausreichen.
Auch andere Gründe können gegen eine Embolisation sprechen – etwa eine Schwangerschaft oder Infektionen im Genitalbereich. Für Frauen mit einer ausgeprägten Schilddrüsenüberfunktion kommt eine Embolisation ebenfalls nicht infrage, weil sie das jodhaltige Kontrastmittel nicht vertragen.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Nach dem Eingriff treten häufig krampfartige Unterleibsschmerzen auf. Möglich sind auch Übelkeit, Erbrechen oder Fieber. Diese Beschwerden können einige Tage andauern und lassen sich mit Medikamenten behandeln. Bei 3 von 100 Frauen kommt es zu Komplikationen wie Entzündungen der Gebärmutter, Gefäßverletzungen oder tiefen Beinvenenthrombosen. Bei Anzeichen dafür – etwa Fieber oder ungewöhnliche Schmerzen – ist es wichtig, ärztliche Hilfe zu suchen.
Eine weitere Folge des Eingriffs kann sein, dass die Monatsblutung dauerhaft ausbleibt. Dies erleben etwa 4 von 100 Frauen. Wurden Myome im Inneren der Gebärmutter behandelt, passiert es manchmal, dass sie sich ablösen und durch die Vagina ausgestoßen werden. Das betrifft etwa 5 von 100 Frauen.
Beeinflusst die Behandlung die Fruchtbarkeit?
Bisherige Studien deuten darauf hin, dass die Myomembolisation die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Eine Erklärung ist, dass die Embolisations-Kügelchen manchmal unbeabsichtigt in die Blutgefäße der Eierstöcke gelangen und ihre Durchblutung verschlechtern.
Die Chance, nach einer Embolisation schwanger werden, sinkt dadurch etwas. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. In Studien traten sie bei etwa 20 von 100 Schwangerschaften auf. Ob eine Myomembolisation für eine Frau mit Kinderwunsch infrage kommt, hängt davon ab, welche Behandlungsalternativen sie hat und wie belastend die Beschwerden sind.
Wie wirkt die Myomembolisation im Vergleich zu anderen Eingriffen?
Wenige Studien haben die Myomembolisation mit der Myomentfernung oder der Entfernung der Gebärmutter verglichen. An diesen Studien nahmen Frauen vor den Wechseljahren teil, die wegen ihrer Myome eine starke Periode hatten.
Myomembolisation im Vergleich zur Myomentfernung
Die Myomembolisation und die operative Entfernung von Myomen wurden anhand folgender Kriterien verglichen:
- Lebensqualität: Nach der Myomentfernung war die Lebensqualität besser als nach der Myomembolisation.
- Beschwerden: Nach der Myomentfernung hatten die Frauen weniger Beschwerden als nach der Embolisation.
- Behandlungszufriedenheit nach zwei Jahren: Die Teilnehmerinnen beider Gruppen waren ähnlich zufrieden mit dem Behandlungsergebnis.
- Dauer des Klinikaufenthalts: Nach der Myomembolisation erholten sich die Frauen schneller und konnten etwa einen Tag eher das Krankenhaus verlassen als nach der Myomentfernung.
- Fruchtbarkeit: Nach einer Myomembolisation erfüllte sich der Kinderwunsch für 23 von 100 Frauen, nach einer Myomentfernung bei 48 von 100 Frauen.
- schwere Komplikationen: Sie traten in beiden Gruppen bei etwa 1 von 100 Patientinnen auf.
- erneute Behandlung: In den 2 Jahren nach einer Myomembolisation wurden etwa 16 von 100 Frauen erneut behandelt. Nach einer Myomentfernung waren es etwa 7 von 100 Frauen.
Die Ergebnisse sind allerdings mit Zurückhaltung zu betrachten. Denn die Vor- und Nachteile einer Myomembolisation im Vergleich zu einer Myomentfernung sind noch nicht ausreichend untersucht. Ein Vorteil der Myomembolisation ist vermutlich die raschere Erholung nach dem Eingriff. Es ist auch keine Vollnarkose notwendig. Nach einer Myomembolisation ist es aber möglicherweise schwieriger, ein Kind zu bekommen, als nach einer Myomentfernung. Zudem ist nach der Myomembolisation häufiger eine erneute Behandlung nötig. Beide Behandlungen lindern Beschwerden kurzfristig vermutlich ähnlich gut. Ob dies auch längerfristig der Fall ist, wurde bisher nicht untersucht.
Myomembolisation im Vergleich zur Gebärmutterentfernung
Die Myomembolisation und die Gebärmutterentfernung wurden in den Studien anhand folgender Kriterien verglichen:
- Behandlungszufriedenheit nach zwei Jahren: Die Teilnehmerinnen beider Gruppen waren ähnlich zufrieden mit dem Behandlungsergebnis.
- Dauer des Klinikaufenthalts: Nach der Myomembolisation erholten sich die Frauen schneller. Sie konnten das Krankenhaus etwa drei Tage eher verlassen als nach der Gebärmutterentfernung.
- schwere Komplikationen: Sie traten in beiden Gruppen bei etwa 1 von 100 Frauen auf.
- erneute Behandlung: In den 2 Jahren nach einer Myomembolisation wurden 22 von 100 Frauen erneut behandelt. Nach der Gebärmutterentfernung waren es 9 von 100 Frauen.
Ein wichtiger Vorteil der Myomembolisation ist, dass die Gebärmutter erhalten bleibt. Zudem ist die Behandlung kürzer und man erholt sich schneller. Es ist auch keine Vollnarkose nötig. Nach einer Myomembolisation werden aber eher erneute Behandlungen notwendig. Auch Nebenwirkungen sind in der ersten Zeit nach dem Eingriff häufiger. Welche Folgen die Eingriffe langfristig im Vergleich haben, ist nicht untersucht.
Quellen
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